Professor Hans-Werner Sinn bedauert die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum ESM (Bild: metropolico.org)
Im Interesse Deutschlands liege es, mit Russland einen wirtschaftlichen Ausgleich zu finden, so der Hinweis des ifo-Instituts (Bild: metropolico.org)

Wirtschaftssanktionen gegen Russland würden die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Brandenburg sowie Bremen, Baden-Württemberg und Sachsen am stärksten treffen. Im Interesse Deutschlands liege es, mit Russland einen wirtschaftlichen Ausgleich zu finden, so das ifo-Institut.

Das geht aus Zahlen hervor, die das ifo Institut am Mittwoch in München vorgelegt hat. Setzt man die Importe aus Russland ins Verhältnis zur Wirtschaftsleistung, so erreicht der Wert in Sachsen-Anhalt 11,5 Prozent und 10,9 Prozent in Brandenburg. Beide Länder bekommen Rohöl aus Russland vor allem über die Pipeline „Freundschaft“ („Druschba“) für ihre Raffinerien in Schwedt und Leuna, so die ifo-Pressemitteilung. Die beiden Anlagen stellen einen erheblichen Faktor der örtlichen Wertschöpfung dar und beliefern Ostdeutschland mit Mineralöl-Produkten.

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Russland-Importe ins Verhältnis gesetzt zum BIP des Bundeslandes (Grafik: Ifo-Institut)

Einen kompletten Stopp des Handels mit Russland kann sich Deutschland kurzfristig nicht leisten, weil gut 30 Prozent unserer Öl- und Gas-Importe aus Russland kommen. Dieser Einschätzung ist der ifo-Handelsexperte Erdal Yalcin. Statt neue Handelsverträge der EU mit der Ukraine, Moldawien und Georgien anzustreben, die Russland ausgrenzten, liege es im Interesse Deutschlands, mit Russland einen wirtschaftlichen Ausgleich zu finden. Russland werde auch durch die angestrebten transatlantischen und transpazifischen Freihandelsverträge ausgegrenzt, kritisierte Yalcin weiter.

Ein Teil der deutschen Wirtschaft hängt auch direkt ab von Exporten nach Russland: 1,5 Prozent der Wirtschaftsleistung sind es in Bremen, 1,4 Prozent in Sachsen und 1,3 Prozent in Baden-Württemberg. Die deutschen Exporte nach Russland haben sich seit dem Jahre 2000 mehr als versechsfacht. Nur der Handel mit China wuchs noch dynamischer. Die Exporte nach Russland liegen nun bei 36,1 Milliarden Euro. Das sind 3,3 Prozent der deutschen Ausfuhren. (DB)

Der Beitrag wurde am 24.03.2014  um 19:26  aktualisiert