Der Salafisten-Prediger Pierre Vogel plant für den 23. März eine Open Air-Veranstaltung in Mannheim unter dem Motto „Free Abu Adam“. Auf dieser Kundgebung soll zur Befreiung seines dort im Gefängnis sitzenden Glaubensbruders Abu Adam alias Sven Lau aufgerufen werden.

Ruft zur Befreiung seines Glaubensbruders auf: Pierre Vogel (Bild: Hemmelrath)
Ruft zur Befreiung seines Glaubensbruders auf: Pierre Vogel (Bild: Hemmelrath)

„Wir sind bereit! Wir haben nichts gemacht, wir haben nichts verbrochen, aber wir lassen uns auch nicht für dumm verkaufen!“ – mit diesen Worten ruft Pierre Vogel, Deutschlands bekanntester Salafisten-Prediger, in einem am Montag im Internet veröffentlichten Video zur Befreiung seines Glaubensbruders Abu Adam alias Sven Lau auf. Zu diesem Zweck soll am 23. März eine öffentliche Veranstaltung mit bekannten Salafisten-Predigern aus ganz Deutschland stattfinden. Das sogenannte Open Air unter dem Motto „Free Abu Adam“ soll „wahrscheinlich in Mannheim, eventuell in Stuttgart“ stattfinden. Auf dieser Veranstaltung soll „Inschallah die Post abgehen, damit man auch sieht, dass man mit uns nicht rumspringen kann“, so Vogel weiter. Nachdem die Salafisten bei ihrer letzten öffentlichen Veranstaltung am 22. Februar in Duisburg überdurchschnittlich aggressiv aufgetreten sind und laut des anwesenden Islam-Kritikers Jürgen Grimm auch Gegendemonstranten angegriffen haben sollen, wird diese Aussage von Beobachtern als verschlüsselte Drohung mit Gewalt gewertet. Die Vorwürfe gegen Lau bezeichnete Vogel als „haarsträubend“ und „Propaganda“.

Laus Pech war die plötzliche Zuständigkeit einer Stuttgarter Behörde

Brüstet sich damit, Krankenwagen nach Syrien zu schaffen: Sven Lau (Bild: Hemmelrath)
Wurde erst dank der plötzlichen Zuständigkeit einer Stuttgarter Behörde aus dem Verkehr gezogen: Sven Lau (Bild: Hemmelrath)

Der Salafisten-Prediger Sven Lau war am 24. Februar in seiner Heimatstadt Mönchengladbach auf Veranlassung der Stuttgarter Staatsanwaltschaft wegen seiner Verstrickungen in den syrischen Terrorismus verhaftet und in die Justizvollzugsanstalt Mannheim eingeliefert worden. Die Nachricht von seiner Verhaftung hatte in Mönchengladbach große Erleichterung ausgelöst, aber auch Wut und Ärger darüber, dass erst die baden-württembergische Justiz diesem jahrelangen Spuk ein Ende bereitet hat.

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft war aufgrund eines glücklichen Zufalls zuständig geworden, weil im November zwei Salafisten, einer davon aus Mönchengladbach, in Baden-Württemberg mit militärischem Gerät auf dem Weg nach Syrien verhaftet wurden. In nur wenigen Wochen hatte die Stuttgarter Behörde Lau als Hintermann und alle für einen Haftbefehl notwendigen Beweise ermittelt. Nachfragen von metropolico, warum nordrhein-westfälische Strafverfolgungsbehörden nicht tätig geworden sind, obwohl Laus Syrien-Aktivitäten nach metropolico vorliegenden Informationen bereits 2012 begonnen hatten und schon im Sommer 2013 mehrfach Gegenstand von Presse-Berichterstattungen waren, wurden bislang nicht beantwortet. Nach seiner Verhaftung wurde der Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft vorgeworfen, Lau jahrelang in Schutz genommen zu haben (metropolico berichtete).

Salafisten, von Peter Scholl-Latour als „fromme Muslime“ bezeichnet, folgen dem Koran wortgenau und stellen damit die brutalste und gewalttätigste Strömung des Islam dar. Die Anschläge des 11. September 2001 in New York und Washington gehen ebenso auf ihr Konto, wie die 2004 in Madrid und 2005 in London. In Deutschland sind die Salafisten zuletzt mit einem versuchten Bomben-Anschlag auf den Bonner Hauptbahnhof am 10. Dezember 2012 aufgefallen. Gegenwärtig ist eine nicht unbeträchtliche Anzahl deutscher Salafisten in Syrien aktiv, wo es für sie gilt, Christen abzuschlachten und ein islamisches Kalifat herbeizubomben. (PH)