Imam Idriz macht Druck und ist enttäuscht von Ude

fdeerr
Imam Idriz (rechts) hat bald keine Geduld mehr mit OB Christian Ude (SPD) (Bild: metropolico-new.org)

Imam Idriz reißt der Geduldsfaden. Münchens OB Ude müsse nun endlich „Farbe bekennen“ und Ja oder Nein zur Mega-Moschee in München sagen. Ude, wie auch der unterstützende Stadtrat von SPD, CSU und Grüne halten sich mit Aussagen dazu bis nach den Wahlen zurück.

Imam Bajrambejamin Idriz will nun endlich eine Zusage für sein Islam-Zentrum in München. Er könne nicht noch zehn Jahre investieren, sagte Idriz gegenüber der Süddeutschen Zeitung (SZ). Von Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) habe er sich mehr erwartet. Dieser unterstütze zwar das Moschee-Projekt, aber er habe es nie zur „Chefsache“ erhoben.

Idriz betonte, dass bereits Sponsoren für das „Zentrum für den Islam in Europa“ München (ZIE-M), vor kurzem umbenannt in „Münchner Forum für Islam“ (MFI), gefunden seien. Konkret ist der Sponsor das islamistische Katar.

Kein Wort zur Mega-Moschee während des Wahlkampfs

Wie die SZ berichtet, habe Christian Ude verlauten lassen, dass er vor dem kommenden Montag keine Stellungnahme zum Mega-Moscheezentrum abgeben werde. Ebenso verschwiegen zeigten sich die OB-Kandidaten Dieter Reiter (SPD) und Josef Schmid (CSU) . Udes „Zorn“ sei aber deutlich spürbar gewesen, so die SZ weiter.

Der Grund für die Verschwiegenheit sei dem Kommunalwahlkampf geschuldet. Das Thema „Mega-Moschee in München“, durch den mehr als umstrittenen Imam Idriz als Galionsfigur (metropolico berichtete ausführlich) vertreten, sowie die noch kritikwürdigere Finanzierung aus dem islamistischen Katar sollen momentan kein Thema sein. Bereits vor Monaten wurden hier entsprechende Vereinbarungen über das Stillschweigen seitens des Ältestenrats der Stadt getroffen.

Die SZ versäumt es nicht zu erwähnen, dass die „Islamfeinde der Partei ´Die Freiheit´ “ bis Montag noch Unterschriften für den Kommunalwahlantritt sammeln würden. Die Befürchtung: Ein offene, positive Haltung der SPD und CSU zum Moschee-Projekt könnte ihnen Stimme kosten und den „Islamhassern“ in die Hände spielen.

Bauchschmerzen beim Finanzier Katar

Auch Grünen-Bürgermeister Hep Monatzeder, der sich besonders intensiv für das Projekt alias ZIE-M engagierte, hält sich mit Aussagen zurück. Seine Kollegin, die grüne Oberbürgermeister-Kandidatin Sabine Nalliger, zeigte sich indes auskunftsfreudiger. Die 6.000 Quadratmeter große Moschee mitsamt islamischem Gemeindezentrum, Akademie, Bibliothek und Museum sei eine „großartige Idee“ und müsse auf einem „prominenten Platz in München realisiert werden – da dürfe es auch keine „Tabuflecken“ geben“. Da stimme sie mit dem Imam überein, dass die Stadt nun möglichst bald einen konkreten Standpunkt nennen müsse.

Nur: „Ganz, ganz große Bauchschmerzen“ habe sie, so die SZ, mit Katar als Finanzier. „Von einem Staat, der Menschen- und Bürgerrechte nicht achte, dürfe man nicht das Geld für das Islam-Zentrum annehmen“, fordert Nallinger. Idriz solle sich nach anderen Sponsoren umsehen. Das Islam-Zentrum soll einen zweistelligen Millionenbetrag kosten.

Idriz indes hat mit Menschenrechtsverletzungen im streng islamisch-wahabitischen Katar keine Probleme. Im Gegenteil, der OB müsse sich seiner Ansicht nach um das persönliche Gespräch mit dem islamistischen Geldgeber bemühen. Er brauche ja nicht um Geld „betteln“, er müsse nur beim Emir von Katar vorstellig werden.

Idriz setzt nun alle Hoffnung auf den neuen Münchner Oberbürgermeister, der im März gewählt wird. Auch auf die Europawahl im Mai werde man wohl noch Rücksicht nehmen müssen, bis eine Entscheidung falle. Am kommenden Montag will OB Ude sich äußern. Es bleibt nicht nur für den Imam Idriz spannend. (DB)