UNESCO eröffnet doch jüdische Ausstellung. Palästinensische Ausstellung findet jedoch wie geplant statt.

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UNESCO verschiebt jüdische Ausstellung, weil arabische Gruppen die Friedensgespräche dadurch gefährdet sehen (Bild: Copyleft; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link)

Die Kulturorganisation der Vereinten Nationen (UNESCO) will nun doch eine Ausstellung zeigen, die belegen soll, dass Juden seit Jahrtausenden im Gebiet des heutigen Israel leben.

Die Eröffnung der Ausstellung mit dem Titel „Menschen, Buch, Land: Die 3.500-jährige Beziehung des jüdischen Volkes zum Heiligen Land“ war verschoben worden, nachdem insgesamt 22 arabische Gruppen davor gewarnt hatten, dass die Veranstaltung den laufenden Friedensbemühungen schade. Die Ausstellung soll nun im Juni in Paris präsentiert werden. Zeitgleiche palästinensische Ausstellung in New York wird indes nicht als „Einmischung“ in die Friedensverhandlungen empfunden.

Jüdische Ausstellung gefährdet Kerrys Friedensbemühungen“

Ursprünglich war die Eröffnung der Ausstellung „Das Volk, das Buch, das Land: Die 3.500-jährige Beziehung zwischen dem jüdischen Volk und dem Land Israel“ am UNESCO-Hauptsitz in Paris am 20. Januar vorgesehen. Doch der Vorsitzende der arabischen Gruppe der UNESCO, Abdulla al-Neaimi, kritisierte das Thema der Ausstellung als „höchst politisch“ und forderte eine Absage, die dann auch erfolgte. Insgesamt 22 islamische Staaten hatten Druck ausgeübt und auf eine Absage der Veranstaltung gedrängt. Sie sehen dadurch ihren Anspruch auf das Heilige Land bedroht. Die UNESCO gab ihrem Drängen nach und setzte die Ausstellung ab.

Diese Entscheidung erntete Kritik von Israel, den USA, Kanada und jüdischen Gruppierungen auf der ganzen Welt. So kritisierte der Dekan des Simon-Wiesenthal-Zentrums, Marvin Hier, die Araber wollten nicht wissen, dass das jüdische Volk seine Wurzeln im Heiligen Land hat.

Benjamin Netanyahu sagte laut dem jüdischen Wochenmagazin tachles, dass eine gegenüber Israel so einseitige Einstellung den Frieden nicht fördern, sondern im Gegenteil unerreichbarer mache, weil sie die Weigerung der PA bestärke, tatsächlich Fortschritte in den Verhandlungen zu erzielen. Sie sei im Übrigen auch dem diplomatischen Prozess nicht förderlich.

Palästinensische Ausstellung wird nicht als Einmischung in Friedensbemühungen gesehen

Es gab jedoch erneut eine Kehrtwende der UNESCO, so das Magazin Israel heute. Das Eröffnungsdatum ist auf den 11. Juni festgesetzt worden, bestätigte eine UNESCO-Sprecherin, ohne jedoch die näheren Umstände der Verschiebung zu erläutern. Der Co-Organisator der Ausstellung, das in Los Angeles ansässige Simon-Wiesenthal-Center, veröffentlichte eine offizielle Erklärung zu den Hintergründen der Veranstaltung: Sie habe nichts mit den Bemühungen von US-Außenminister John Kerry zu tun, den Nahost-Friedensprozess wiederzubeleben.

Während die arabische Liga versuchte, diese Ausstellung zu boykottieren und die ganze Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit sich auf Paris zu konzentrieren, wird gleichzeitig im New Yorker UN-Hauptquartier eine Ausstellung mit dem Titel „Palästina“ präsentiert. Sie basiere ganz auf der Sichtweise der Araber und werde zudem keineswegs als „Einmischung in Kerrys Friedensmission angesehen“, kritisierte Rabbiner Marvin Hier, Dekan des Simon-Wiesenthal-Centers. (DB)