Erneut schwere Übergriffe auf Polizeibeamte in Hamburg

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Davidwache in Hamburg (Bild: Olga Meier-Sander / pixelio.de; Quelle: pixelio.de; Original und Rechte: siehe Link)

Nur eine Woche nach den schweren gewalttätigen Ausschreitungen rund um die linksradikale Szene in Hamburg verletzten am Samstag Vermummte mehrere Polizisten schwer. Die Beamten wurden mit Steinen und Flaschen beworfen. Die linksextremistische Szene radikalisiert sich.

Kurz vor Weihnachten eskalierte die Gewalt bei einer Großdemonstration in Hamburg. Wie metropolico berichtete, hatten sich am 21. Dezember laut Polizeiangaben etwa 7.300 Menschen zum Protest im Hamburger Schanzenviertel versammelt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot von mehr als 3.000 Beamten aus mehreren Bundesländern im Einsatz. Bereits kurz nach dem Start stoppten die Beamten den Demonstrationszug. Nahe der Roten Flora attackierten die mehrheitlich aus dem linksextremistischen Milieu stammenden Gewalttäter die Einsatzkräfte. Es wurden Feuerwerkskörper, Flaschen und Steine auf die Beamten geworfen. Die Polizei setzte daraufhin Wasserwerfer und Pfefferspray ein. Bereits am Freitag zuvor attackierten 300 Vermummte, die der linksradikalen Antifa-Szene zuzuordnen sind, die Davidwache auf der Reeperbahn.

Schwer verletzte Polizisten bei erneutem Übergriff

Am Samstagabend kam es nun erneut zu gewalttätigen Übergriffen auf die Polizei. Circa 40 vermummte Gewalttäter versammelten sich gegen 23 Uhr vor der Davidwach und riefen Parolen wie: „St. Pauli, Scheißbullen, habt ihr immer noch nicht genug.“ Der Angriff folgte unvermittelt, nachdem Beamte aus dem Gebäude kamen. Steine und Flaschen wurden auf die Beamten geschleudert. Dabei wird ein 45 Jahre alter Beamter, so WeltOnline, so schwer getroffen, dass er einen Kiefer- und einen Nasenbeinbruch erleidet. Einer der Täter hatte ihm einen Stein aus nächster Nähe ins Gesicht geschlagen.

Wie WeltOnline weiter berichtet, sollen es die Linksextremisten auf die Häuser mehrerer Firmenchefs abgesehen haben. Dies bestätigte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Am Samstag hatte die Hamburger Morgenpost berichtet, ihr liege ein Bekennerschreiben vor, indem sich die Täter damit rühmten, die Elbchaussee mit Barrikaden lahmgelegt und danach Villen und Büros mit Farbe angegriffen zu haben.

Bewaffnen, durchsetzen, angreifen

Auf der linksextremistischen Internetseite linksunten.indymedia.org wurde eine Nachlese“ zu den gewalttätigen Ausschreitungen am 21. Dezember im Schanzenviertel veröffentlicht. Der anonyme Autor stellte im weiteren Verlauf seines Artikel dar, dass es nun an der Zeit sei, eine andere Strategie zu verfolgen. Man müsse die „Bedingungen des gemeinsamen zusammenkommens neu definieren“. Demonstrationen sollen nicht mehr angemeldet werden. Mit dem Aufruf:  „Nix anmelden. Nie das machen, was die Bullen wollen. Bewaffnen, durchsetzen, angreifen.“, zeigt der Artikel auf, wie man sich die zukünftige, linke Gangart vorstellt:

 „Unsere Hypothese für die Flora-Räumung: 200 Leute, 400 Mollis und dazu 50 GenosInnen mit Zwillen, jeweils 15 Schuss Stahlkugeln – und die Bullen werden den Abstand einhalten der geboten ist. Zweitausend bewaffnete, mit Hand- und Schnellfeuerwaffen – und die Bullen werden das Viertel verlassen. Das Traurige zum Schluss: Irgendwann werden wir schießen müssen. Das ist unvermeidlich. Nicht weil wir das Blutbad wollen. Sondern weil die Bullen uns jeden Raum genommen haben, den wir uns dann mit aller Gewalt zurückerobern müssen. Um atmen zu können. Um nicht in der Diktatur zu ersticken. Um nicht eines Tages aufzuwachen, nur um festzustellen, dass wir bereits tot sind. Wir hoffen nur, dass wir nach der Scheiße, die uns der Bürgerkrieg abverlangt, noch genügend Menschlichkeit besitzen, das Andere, wozu wir antraten, zu verwirklichen.“

In Anbetracht der zunehmenden Radikalisierung des linksextremistischen Milieus bis hin zum unverhohlenen „Irgendwann werden wir schießen müssen“ kann man sich nur der Fragestellung Klaus Kelles anschließen: „Wollen wir abwarten, bis das passiert?“ (DB)