Baden-Württemberg:  „Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“

Petition: Zukunft-Verantwortung-Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens (Bild: Petitionseite; Rechte siehe Link)
Petition: Zukunft-Verantwortung-Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens (Bild: Petitionseite; Rechte: siehe Link)

Die „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ soll in Baden-Württemberg ein Schwerpunkt im Bildungsplan für das Jahr 2015 an allgemeinbildenden Schulen werden. Gegen diesen Bildungsplan regt sich zunehmend Widerstand.

Der evangelische Bildungsexperte Gabriel Stängle initiierte die Petition „Zukunft – Verantwortung – Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“, die täglich bis zu 1.000 neue Unterstützer bekommt. Aktuell zeichneten 29.771 Unterstützer die Petition. Es verbleiben noch 37 Tage.

Die Vorlage der grün-roten Landesregierung sieht vor, dass Schüler verschiedene Formen des Zusammenlebens von/mit LSBTTI-Menschen (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Transsexuelle, Intersexuelle) sowie Ausprägungen schwuler, lesbischer, transgender und intersexueller Kultur kennenlernen. Damit soll eine Diskriminierung dieser Personen verhindert werden.

Die Leitprinzipien des Bildungsplans 2015

Im Jahr 2015 tritt in Baden-Württemberg der neue Bildungsplan für die allgemeinbildenden Schulen in Kraft. Seit gut einem Jahr arbeiten die Bildungsplankommissionen an dessen Erstellung. Im November 2013 wurde in dem Arbeitspapier „Bildungsplanreform 2015 – Verankerung der Leitprinzipien“ die fünf Leitprinzipien dargelegt:

Berufliche Orientierung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Medienbildung, Prävention und Gesundheitsförderung sowie Verbraucherbildung. Dabei ist besonders hervorzuheben, dass jedes dieser Leitprinzipien unter dem Gesichtspunkt der „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ umgesetzt werden soll. In der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ soll dies so aussehen, dass Schülerinnen und Schüler die verschiedenen Formen des Zusammenlebens von/mit Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender, Transsexuellen und Intersexullen (LSBTTI) kennen und reflektieren sollen, wie schwule, lesbische, transgender Kultur und deren Begegnungsstätten.

Verantwortungsvolle Sexualerziehung

Niemand solle wegen seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden. Bestehende Diskriminierung soll im Unterricht thematisiert werden, so der Petitionstext. Der Bildungsplan, so die Kritik, gehe jedoch weit über das Ziel hinaus. Vielmehr würden die Schulen zu einem „Aktionsfeld von LSBTTI-Vertretern“ gemacht. Der Bildungsplan sei eine bloße Addition von Interessen einzelner gesellschaftlicher Gruppen. Die Initiatoren der Petition fordert eine grundlegende Überarbeitung des Papiers „Bildungsplanreform 2015 – Verankerung der Leitprinzipien“ und eine völlige Transparenz bei allen weiteren Schritten auf dem Weg zum neuen Bildungsplan.

Das Kultusministerium wies indes die Kritik zurück. Der Pressestelle zufolge hat die rotgrüne Landesregierung bereits im Koalitionsvertrag festgelegt, „dass sie die Gleichstellung von Schwulen und Lesben voranbringen und in einem landesweiten Aktionsplan für Toleranz und Gleichstellung Konzepte entwickeln wird, um Vorurteile abzubauen“. (DB)

Gesamte Petition, Begründungstext und Möglichkeit zur Unterzeichnung: www.petition.bildungsplan2015.de