Polizei erklärt Hamburger Innenstadt zum Gefahrengebiet

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Rote-Flora-Protest von Linksextremen (Bild: mad from de.indymedia.org; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link)

+++ Update +++ Polizei löst die seit 15 Uhr stattfindende Großdemo an der Roten Flora nach massiven Krawallen auf. 7.300 überwiegend aus dem linksradikalen Spektrum stammende Teilnehmer hatten sich vor dem besetzten Gebäude im Schanzenviertel versammelt. Grund für die Auflösung der Demo seien massive Angriffe auf Beamte gewesen. Die Einsatzkräfte seien mit Steinen, Flaschen und illegaler Pyrotechnik beworfen worden. Die Situation ist laut der Hamburger Morgenpost extrem angespannt. Die Polizei habe die Randalierer auf einem Bereich von 200 Metern Länge eingekesselt.

Großeinsatz am Freitag auf dem Kiez. 300 vermummte Randalierer, mutmaßlich aus der linksradikalen Antifa-Szene, attackierten am Freitagabend die Davidwache auf der Reeperbahn. Passanten wurden verletzt, Scheiben gingen zu Bruch. Mehrere Polizeiwagen wurden zerstört. Die Polizei hat das Stadtgebiet zum Gefahrengebiet erklärt. Der Staatsschutz ermittelt.

Mehr als 300 vermummte Randalierer, die der linksradikalen Antifa zugerechnet werden, lösten in der Nacht zum Samstag einen Großeinsatz der Hamburger Polizei aus. Eine Gruppe von etwa 150 Personen bewegten sich nach dem Fußballspiel des FC St. Pauli gegen den KSC in Richtung Neuer Pferdemarkt. Die Polizei versuchte den Zug zu stoppen. Dieser teilte sich laut der Hamburger Morgenpost auf. Ein auf YouTube veröffentlichtes Video zeigt, dass Böller und andere Feuerwerkskörper flogen.

Kurze Zeit danach kam es zum Angriff auf die Davidwache. Die nun auf 300 Personen angeschwollene Randalierer setzten Tonnen in Brand, warfen Scheiben ein und schleuderten Steine auf parkende Autos. Sieben Peterwagen wurden so stark beschädigt, das sie abgeschleppt werden mussten. Es wurden 150 Polizeibeamte zusammengezogen, um die Davidwache zu sichern.

Vorgeschmack auf Rote Flora und Co.

Mehrere tausend Menschen wollen am Samstag für den Erhalt des linken Kulturzentrums Rote Flora im Hamburger Schanzenviertel (metropolico berichtete), ein Bleiberecht für die sogenannten Lampedusa-Flüchtlinge und dem Erhalt der Esso-Häuser an der Reeperbahn auf die Straße gehen.

Die Polizei rechnet mit massiven Ausschreitungen und hat ein Großaufgebot von mehr als 2.000 Beamten aus mehreren Bundesländern zusammengezogen. Es wird mit mehr als 6.000 Menschen gerechnet, die durch das Schanzenviertel ziehen. Die Hälfte der Teilnehmer wird von den Beamten  als gewaltbereit eingestuft.

Aus Sorge vor Krawallen hat die Polizei die gesamte Innenstadt zum Gefahrengebiet erklärt. Zwischen 14 und 23 Uhr ist es laut Medienberichten den Beamten erlaubt, dort ohne konkreten Verdacht Passanten zu durchsuchen, in Gewahrsam zu nehmen sowie Platzverweise zu erteilen.

Inzwischen hat das Oberverwaltungsgericht die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Hamburg bestätigt, dass die für Samstag angemeldete Protestaktion nicht auf dem Adolphplatz stattfinden darf. (BS)