Leitartikel: Jörg Asmussen – der Tausendsassa der SPD

(Bild: Martin Jost; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link)
Geniestreich der Fachfrau für Arbeit: Andrea Nahles beruft Jörg Asmussen ins Arbeitsministerium (Bild: Martin Jost; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link)

Ein sozialistischer Coup! EZB-Direktor Jörg Asmussen (SPD) wechselt als Staatssekretär in das Arbeitsministerium und dient unter der Fachfrau Andrea Nahles. Genial!

Die bisherige SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles besetzt in der neuen bundesdeutschen Regierung das Arbeitsministerium. Nahles, die als Münte-Meuchlerin“ in die SPD-Annalen einging, gab in Abiturzeiten als Berufswunsch „Hausfrau oder Bundeskanzlerin“ an. Danach studierte sie 20 Semester Politik, Philosophie und Germanistik. 2004 endlich schaffte es Andrea Marie Nahles zur Doktorandin am Germanistischen Seminar. Der Arbeitstitel ihrer geplanten Doktorarbeit, die sie dann wieder einstellte, lautete „Walter Scotts Einfluss auf die Entwicklung des historischen Romans in Deutschland“. Also beste berufliche Qualifikation um das Ressort Arbeit federführend zu leiten!

Geniestreich der Linksaußen-Frau

Die ehemalige Juso-Chefin, die in den eigenen Reihen als linkes Gegengewicht zu den realpolitischen Genossen gesehen wird, will sich nun laut Medienberichten ihren Kernanliegen – flächendeckender Mindestlohn und der Rente mit 63 – mit voller „Frauenpower“ widmen.

Um diese hoch sozialistischen Themen auch mit Schmackes voranzubringen hat sich die 43-jährige Mutter einer dreijährigen Tochter einen ganz besondere Schützengehilfen ins Bundesarbeitsministerium geholt. EZB-Direktor Jörg Asmussen. Vom Handelsblatt als „Coup“ der SPD-Frau in Fragen der Personalie hochgeschrieben, soll sich Asmussen jetzt anstatt um die Rettung des Euro um die Realisierung des Mindestlohn kümmern.

Jörg Asmussen (SPD) wird der designierten Arbeitsministerin Nahles mit seinem „reichen Erfahrungsschatz“ unter die sozialistischen Arme greifen. Das Angebot, als Staatssekretär in ein Bundesministerium zurückzukehren, habe er gerne angenommen. Die Gründe, weshalb er jetzt das EZB-Direktorium verlasse und nicht mehr den Euro retten möchte, benannte Asmussen als rein privat motiviert.

Was man auch tut – Asmussen regiert die Finanzen

Seit 1996 konnte man in Deutschland wählen, wen und was man wollte – die Finanzen wurden von Jörg Asmussen regiert. Der heute 47-Jährige SPD-ler Asmussen war von 2008 bis 2011 Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, erst unter Peer Steinbrück (SPD), dann unter Wolfgang Schäuble (CDU). Vorher diente er bereits unter Hans Eichel (SPD) als Ministerialdirektor und davor beim Amtsvorgänger Theo Waigl (CSU) als Referent für internationale Finanz- und Währungspolitik.

Unter Bundesfinanzminister Eichel (SPD) war Asmussen jene treibende Kraft, die dafür sorgte, dass von 2005 bis 2009 der Finanzsektor dereguliert wurde. Pikant – dem „Finanzgenie“ werden engen Verflechtungen mit der Banken-Lobby nachgesagt. Es bestand und besteht der Verdacht eines Interessenskonflikts, da er als Finanzpolitiker Aufsichts- und Kontrollfunktionen innehält, die auch den Börsenhandel umfassen, seine Frau aber in der Führung der Deutschen Börse saß. Zwischenzeitlich quittierte sie dort den Dienst und wechselte in eine Kommunikationsagentur. Asmussen hatte noch als Abteilungsleiter dafür gesorgt, nicht mit Fragen behelligt zu werden, bei deren Beantwortung er als befangen gelten könnte.

Das größere Problemfeld bestand in Asmussens miteinander vermischten verschiedenen Funktionen als Entscheider. So war er zum Beispiel als Leiter der Bafin von Regierungsseite aus berufen worden, den freien Finanzmarkt zu kontrollieren und in Schranken zu weisen, saß jedoch selbst im Aufsichtsrat einer Bank (der IKB). Zudem war er in beratender Funktion für die Finanzinstitute tätig (TSI). Als die IKB falsch beraten in die Zahlungsunfähigkeit kam, sprang die bundeseigene KfW ein. Auch in deren Aufsichtsrat saß Asmussen. Darüber hinaus war der Manager mit Beamtenstatus Mitglied in verschiedenen Aufsichtsräten – manchmal aufgrund seiner Funktion im Finanzministerium – manchmal aber auch nicht aus diesem Grund. So bei der Deutschen Bahn AG, der Deutschen Telekom, der Deutschen Postbank AG oder der Euler Hermes Kreditversicherungs AG.

Asmussen soll jene Krisen managen, die er selbst mit heraufbeschwor

Als Befürworter der Deregulierung der Finanzmärkte und des Kaufs von ABS und Finanzderivaten war Asmussen ein Kind des Finanzbooms vor 2007. Als die Krise mit dem Zusammenbruch mehrerer Banken begann, wurden gerade diese Geschäfte mit diesen hochkomplexen oder riskanten Papieren als Ursachen für den Crash ausgemacht. Am 1. Januar 2012 trat der smarte Asmussen seine eigentlich achtjährige Amtszeit als Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB) an. Dort sollte er jene Krise managen, die er selbst mit heraufbeschwor.

Nach Angaben des Handelsblattes wurde Asmussen aufgrund seiner außergewöhnlichen „finanzpolitischen Erfahrungen“ von der SPD bereits für den Finanzministerposten und somit als Schäuble-Nachfolger gehandelt. Das Finanzressort verbleibt jedoch bei der CDU. Fast ist man versucht – Gott sei dank – zu rufen.

Nun haben Tausendsassa Asmussen und Langzeitstudentin Nahles im Kabinett Merkel III Zeit und Muse, den Opfern der verfehlten Banken- und Finanzpolitik mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. So kann Asmussen uns Bürgern nahe bringen, wie wir auf dem durch Nahles sozialistisch gelenkten Arbeitsmarkt unser verlorenes Vermögen nochmals erarbeiten können. Ein wahrer Coup! (DB)