Im Ausland gelagerte deutsche Goldreserven könnten nicht mehr vorhanden sein

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Sind die in der US-amerikanischen Fed lagernden bundesdeutschen Goldreserven überhaupt noch da? (Bild: metropolico; größte Goldmünze Europas [Wiener Philharmoniker Anlagegoldmünze])

Nach einer Aufforderung des Rechnungshofes plant die Deutsche Bundesbank den größten Teil der im Ausland gelagerten Goldreserven zurückzuholen. Es werden jedoch Zweifel laut, ob sich die bundesdeutschen Goldreserven überhaupt noch in der amerikanischen Notenbank befinden.

Die Frage nach den im Ausland gelagerten Goldreserven wurden in der Vergangenheit schon häufiger gestellt. Etwa 3.400 Tonnen Gold verwaltet die Deutsche Bundesbank als Sicherung für das im Umlauf befindliche Papiergeld. Der maßgeblich Teil dieses Goldes – fast Dreiviertel – lagern, angeblich aus Kostengründen, im Ausland. Allein 45 Prozent, also in etwas 1.540 Tonnen Gold, befinden sich in US-amerikanischen Tresoren. Der Rest der Auslandsverwahrung befindet sich in London und Paris. Nur 31 Prozent, also rund tausend Tonnen, lagern in Deutschland selbst.

Die Begründung für die Lagerung des Goldes außerhalb der bundesdeutschen Grenzen wurde seit über 50 Jahren mit Kosten- und Sicherheitsaspekten, die aus der Phase des Kalten Krieges rührten, begründet. Da diese Bedrohung faktisch nicht mehr besteht, wurden verschiedenste Initiativen gestartet, um das bundesdeutsche Gold wieder innerhalb Deutschlands zu lagern. So machte sich 2012 die Initiative „Holt unser Gold heim“, für die Aufforderung zum Start einer Rückholaktion stark, deren Ansinnen sich auch der Bundesrechnungshof anschloss. Peter Boehringer, Co-Initiator der Bürgeraktion und Vorstand der deutschen Edelmetall-Gesellschaft ist den metropolico Lesern aus Interviews zu liberalen Themen bereits bekannt.

Bis 2020 soll der gesamte Bestand aus Paris und mindestens 300 Tonnen aus New York zurückgeholt werden. Somit wären zumindest die Hälfte des deutschen Goldes wieder in Deutschland gelagert.

Was stimmt nicht mit den deutschen Goldreserven?

Bereits 2010 stellte unter anderem Peter Gauweiler (CSU) eine Anfrage nach dem Verbleib der bundesdeutschen Goldreserven an den Deutschen Bundestag. Auch wurde um Antwort gebeten, wann diese ausländischen Bestände letztmalig von deutschen Inspektoren gesichtet wurden. Hierbei stellte sich heraus, dass die deutschen Reserven im Ausland noch nie von einem deutschen Mitarbeiter überprüft worden waren. Auf Anfragen verweigerten die ausländischen Banken in Paris, London und New York deutschen Politikern die Überprüfung mit der Begründung, dass keine geeigneten Räume zur Verfügung stünden. Später wurde relativiert. Die Deutschen dürften einen Teil ihrer Reserven in Augenschein nehmen – das Anfassen des Goldes oder gar Stichproben wurden jedoch verweigert.

Diese Weigerung führte dazu, dass sich die Deutsche Bundesbank dazu entschloss, die deutschen Goldreserven nach Hause zu holen. Einige Experten indes sind darüber verwundert, warum es überhaupt geplant sei, das deutsche Gold nach der Rückholung einzuschmelzen. Das, so die Expertenmeinung, mache nur Sinn, wenn Zweifel an der Echtheit oder Reinheit des Goldes angebracht seien. Sollte sich dies bestätigen, wäre die NSA-Affäre im Vergleich hierzu ein Sandkastenspiel. Würde es doch bedeuten, dass Deutschlands Verbündete das eingelagerte Gold verkauft und durch minderwertigeres oder gefälschtes Edelmetall ersetzt hätten. Genau dies wird jedoch laut dem Finanzportal KingsWorldNew von einem führenden Hedge-Fond-Manager behauptet.

„Es ist alles eine Farce“

Durch sein Interview Mitte 2013 sorgte der Hedge-Fond-Manager William Kaye für Wirbel. Kaye behauptete, dass die bundesdeutschen Goldreserven schon eine geraume Zeit nicht mehr in der amerikanischen Notenbank Fed vorhanden seinen, da diese für Leihgeschäfte benutzt wurden, um die Liquidität des Dollars zu erhalten. Für das deutsche Gold bedeutete dies, so Kaye, dass das Edelmetall der Bundesrepublik ohne jeglichen Hinweis auf seine Herkunft mittlerweile in China, Indien und Russland lagert, eingeschmolzen oder als Gewährleistungsbürgschaft gebraucht wurde. Indiz dafür sei die erhebliche Goldreservenaufstockung Chinas in den vergangenen Jahren.

Die Meinung von William Key wird auch von Peter Boehringer, Co-Initiator der Bürgerinitiative Holt unser Gold heim” geteilt. Auch er zweifelt an der Vertrauenswürdigkeit der Staaten. Insbesondere hält er es in Bezug auf die USA für glaubhaft, dass das deutsche Gold dort nicht mehr vorhanden ist. Zudem gibt es in den USA immer wieder Gerüchte, dass auch die eigenen US-Goldreserven bereits aufgebraucht seien.

Frank Schäffler (FDP) spricht sich ebenfalls dafür aus, den gesamten Bestand des Goldes in Deutschland zu lagern. Da man die zukünftige Währungspolitik nicht einzuschätzen vermag, sei es sinnvoll die Option einer gedeckten Währung offen zu halten. Auch müsse man feststellen, ob das Gold vorhanden und echt sei.

Ein Spiel auf Zeit

Die Frage indes, weshalb die Bundesbank einen Zeitraum von sieben Jahren benötigt, um das bundesdeutsche Gold aus den Tresoren der US-amerikanischen Fed zu holen, lässt die Vermutung zu, den deutschen Banken ist sehr wohl bewusst, dass das deutsche Gold nicht mehr dort lagert. Ein Spiel auf Zeit also um den Amerikanern Raum zu verschaffen, dass verliehene deutsche Gold wieder zurückzuholen.

Sollte sich jedoch herausstellen, so das Magazin The Intelligence, dass, wie von Experten vermutet, das Gold nicht mehr in der Fed lagert, dürfte auch die Bundesregierung in große Erklärungsnot geraten und mit der bisherigen Beschwichtigungspolitik nicht mehr länger erfolgreich sein. Mit dem bundesdeutschen Goldverlust wäre dann eine weitere Runde im wirtschaftlichen Totentanz Deutschlands eingeläutet. Eine eindeutige Klärung ist deshalb auch hier dringend vonnöten. (BS)