Frank-Furter Schnauze: Liebe AfD, wie wird man eigentlich „Rechtspopulist“? (Eine Replik auf Klaus J. Bade)

Laut Klaus J. Bade vom Rechtspopulismus bedroht: Die Alternative für Deutschland (Bild: metropolico)
Laut Klaus J. Bade vom Rechtspopulismus bedroht: Die Alternative für Deutschland (Bild: metropolico)

Der berühmt-berüchtigte „Migrationsforscher“ Klaus J. Bade hat einen Gastbeitrag für die Zeit geschrieben, in dem er davor warnt, die AfD könnte Teil eines europäischen Bündnisses der „Rechtspopulisten“ werden. Die Vehemenz, mit der sich Bade der „Wunderwaffen“ der Political Correctness bedient, lässt auf große Panik schließen. Umso dringender sollte sich die AfD ihrem „Mut zur Wahrheit“ besinnen. Eine Wahrheit lautet: Viel gefährlicher als die wenigen Ex-Freiheitler in ihren Reihen sind so manche ehemaligen CDUler und FDPler. Denn viele von denen wollen nur eines über sich und ihre Partei in der Zeitung lesen: „Alles ist gut, alles ist gut, alles ist gut.“ Doch gerade damit fangen die Probleme an. Eine Replik.

Liebe AfD, wie wird man eigentlich „Rechtspopulist“? Die Antwort ist ziemlich einfach: Indem man zu bestimmten Themen (es genügt gemeinhin eines davon) eine vom Mainstream abweichende Meinung hat. Steht diese noch im Verdacht, im Entferntesten die Interessen Deutschlands oder des Bürgertums zu bedienen, und wird sie dann auch noch öffentlich geäußert, ist der rechtspopulistische Stempel drauf. Garantiert. So einfach ist das.

Mit anderen Worten: Niemand wird willentlich „Rechtspopulist“. Es gibt auch keine „rechtspopulistische“ Ideologie, erkennbar daran, wen der Vorwurf des „Rechtspopulismus“ bereits getroffen hat: Von Dauerabonnenten aus den Bereichen Islam- und Eurokritik über Ökonomen wie Bernd Lucke, Wilhelm Hankel und Joachim Starbatty, streitfreudige Staatsrechtler wie Karl-Albrecht Schachtschneider, manchen Unions-Politiker wie Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich bis hin zu überzeugten Sozialdemokraten wie Thilo Sarrazin und Heinz Buschkowsky. Und als im Zuge des letzten Bundestagswahlkampfs manch eurokritischer Halbsatz aus der Linkspartei ertönte, bekamen es selbst die Ex-SEDler in linken Medien mit der Nazi-Keule. Ergo: Man wird nicht „Rechtspopulist“. Man wird dazu gemacht, weil man zu bestimmten Themen etwas Bestimmtes gesagt hat. Etwas „Verbotenes“, um genau zu sein.

Die mediale „Wunderwaffe“ des Establishments

Diese Themen sind zuvorderst: Islam und Europa. Sicher gibt es noch weitere wie den Klimawandel oder die Bildungs- und Sozialpolitik, doch diese beiden Themen sind der einfachste und schnellste Weg ins düstere Reich des „Rechtspopulismus“. Der Grund: Gerade in diesen beiden Themenfeldern ist die politische Korrektheit am mächtigsten. Medien und Politik haben hier – mehr als irgendwo sonst – eine klare Doktrin entwickelt, was der brave Bürger zu denken hat. Wichtiger noch ist die Negation: Also, was der brave Bürger ganz und gar nicht denken darf! Das Problem ist nur: Gerade bei diesen beiden Themen sind die Zwangs-Haltungen der Political Correctness mindestens unbefriedigend, oftmals sogar so durchschaubar falsch, dass sie den Intellekt eines jeden gebildeten Bürgers beleidigen.

Diese Zwangs-Haltungen lauten: Der Islam ist eine ausnahmslos friedliche Religion und muslimische Zuwanderung stellt durchweg eine höchst erfreuliche kulturelle Bereicherung für Deutschland und Europa dar. Der weitere Zuzug von Einwanderern auch und vor allem aus dem islamischen Kulturkreis ist zu begrüßen, denn er löst den Fachkräftemangel und trägt zur Entwicklung der einzig wahren, guten, weil maximal-multikulturellen Gesellschaft bei. Und: Die Europäische Integration ist mitsamt der zuletzt von den Euro-Rettern beschlossenen Maßnahmen sowie einer weiteren Machtverlagerung nach Brüssel und einem vollständigen Wandel Europas zur Transferunion eine wunderbare Sache, weil sie unser aller Wohlstand mehrt und weil es ohne sie freilich keinen Frieden in Europa geben kann. Das mag verkürzt sein, trifft aber im Kern den Nagel auf den Kopf. Das bedeutet: Wer nur einer dieser beiden Aussagen tendenziell widerspricht, ist „Rechtspopulist“.

Das ist kein Zufall. Es geht beim Rechtspopulismus nicht um die Frage der Gesinnung, schon gar nicht um Inhalte und Positionen. Es geht um das genaue Gegenteil: Den pauschalen Ausschluss unliebsamer Inhalte und Positionen aus der öffentlichen Debatte. Der Begriff ist nichts weiter als ein Totschlagargument, die mediale „Wunderwaffe“ der Establishments, mit der kritische Debatten und Kontroversen zu diesen Themen im Keim erstickt werden sollen, um sie gar nicht erst führen zu müssen. Weil man weiß, dass man in der Sache selbst nur schlechte bis gar keine Argumente hat.

Eine hemmungslose Lüge

Wie das Prinzip in der Praxis funktioniert, führt aktuell der „Migrationsforscher“ Klaus J. Bade, bis 2012 Gründungsvorsitzender des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration, in einem reißerischen Gastbeitrag in der Zeit exemplarisch vor. Wie der Sachverständigenrat selbst und dessen genetische Mutter, die Bertelsmann-Stiftung, liefert Bades Artikel eine Blaupause für die politisch korrekte Sprechweise im Sinne der Eliten. Einen Text, dessen Sachlichkeit und Informationsgehalt gegen Null tendieren, der aber umso mehr die vollkommene, absolute, ja gottgleiche moralische Deutungshoheit seines Verfassers als unwiderlegbare Tatsache vorspielt. Das ist, so viel sei vorweggenommen, eine hemmungslose Lüge.

In seinem Artikel warnt Bade davor, die Alternative für Deutschland (AfD) könne infolge der Europawahl 2014 Teil eines „europaweiten antieuropäischen, rechtspopulistischen und islamfeindlichen Bündnisses“ rund um den „niederländischen nationalistischen Anti-Islam- und Anti-Europa-Agitator Geert Wilders“ werden. Ein Bündnis, das übrigens zudem noch „kulturrassistisch“ sei (dank Bade hat es nun also auch diese sprachliche Missgeburt aus sinnbefreiten, linksradikalen Sphären endlich in die Mainstream-Medien geschafft; herzlichen Glückwunsch!). Noch sei die AfD zwar „keine zuwanderungs- oder gar fremdenfeindliche, islamophobe Partei“, doch das könnte sich ändern, „wenn Programmtreue und Machtsog vor oder nach den Europawahlen in Konkurrenz treten“.

Ebenfalls bemerkenswert ist Bades genauso simple wie falsche Wahrnehmung der deutschen Öffentlichkeit, die er in zwei Gruppen unterteilt: „Auf der einen Seite die große, wachsende Zahl derjenigen, die die zunehmende kulturelle Vielfalt als Bereicherung verstehen oder sie zumindest als Alltagsrealität akzeptieren. Auf der anderen Seite operiert das schrumpfende, aber umso lauter agitierende Lager der Kulturpessimisten und Kulturpaniker. Sie betrachten Vielfalt als Bedrohung und ihre Akzeptanz oder sogar Förderung als kulturellen Hochverrat.“ Diese an Peinlichkeit grenzende Aufteilung der Bevölkerung in zwei faktisch nicht (beziehungsweise: wenn, dann nur am Rande) existierende Lager ist allerdings kein Zufall, sondern notwendige Folge der Systematik der politischen Korrektheit. Darin manifestiert sich das ganze Ausmaß gegenwärtiger, elitärer Schwarz-Weiß-Malerei. Für ein „Dies gefällt mir“ und „Das eher nicht“, ein „Ich mag meinen türkischen Gemüsehändler“, aber „Der Hassprediger gehört ausgewiesen“, ein „Wenn sie kein Schweinefleisch essen, ist das doch OK“, aber „Kopftuch muss nicht sein im Westen, und Burka geht mal gar nicht“, ist in Bades Kosmos kein Platz. Durch die Blume ist in dieser Einordnung die Aufforderung an den Leser versteckt, sich für eine Seite zu entscheiden: Für die Guten, die „kulturelle Vielfalt als Bereicherung verstehen“, oder für die Bösen, die „Vielfalt als Bedrohung“ und „Verrat“ betrachten. Für die brave Mehrheit, gesegnet mit Bades (Bertelsmanns) göttlicher Moral, oder für die vom Teufel (Wilders) besessene Horde der „Rechtspopulisten“, der „Islamfeinde“, der „Anti-Europäer“ und der – ja, jetzt endlich auch das! – „Kulturrassisten“. Diese Moral ist so beschämend simpel, dass man glauben möchte, Bades Text richte sich maximal an Schulanfänger (wobei auch die sowas nicht verdient hätten). Das sagt einiges darüber aus, wie man in elitären Kreisen über die Bevölkerung, besser gesagt: den Pöbel denkt.

Eiserne Mauer der Logik und der Vernunft

In der Realität scheitert Bades Darstellung freilich an der Komplexität der Dinge, die er zu verklären sucht. Das Problem ist: Die Erkenntnis dieser Komplexität und ein ihr angemessenes Diskussionsniveau machen nicht nur die simple (Un-)Logik der politischen Korrektheit zunichte, sondern müssen zudem noch schnurstracks dahin führen, wo der Pöbel in Bades Augen offenbar nichts zu suchen hat: Ins Reich einer eigenen Meinung, kritisches Denken inklusive.

Die dazu passenden Beispiele sind wohlbekannt. Man kann sehr wohl für kulturelle Vielfalt sein, und trotzdem oder gerade deswegen den Islam kritisch sehen. Denn in Stadtteilen, in denen eingewanderte Muslime die Mehrheit stellen, findet Vielfalt oftmals ganz und gar nicht statt (von islamischen Diktaturen am Golf ganz zu schweigen, in denen manche Form sexueller, kultureller oder religiöser „Vielfalt“ mit der Todesstrafe geahndet wird). Der Eindruck zwängt sich auf: Je stärker die gesellschaftspolitische Wirkung des Islams, umso kulturell eintöniger (monokultureller) die zu beobachtende „Alltagsrealität“. Was nicht bedeutet, dass dies für alle Muslime gelten würde. Aber bezeichnenderweise differenzieren in diesem Zusammenhang jene, die als „Rechtspopulisten“ tituliert werden, während die Political Correctness eben genau das verbietet, stattdessen eine undifferenziert positive Haltung und die totale Negation aller noch so offensichtlichen Probleme einfordert.

Gleichwohl kann man durchaus für ein friedvoll geeintes Europa mitsamt einer (wie auch immer gearteten) Dachorganisation sein, ohne deswegen die Europa-Politik des Establishments gutzuheißen. Schon gar nicht muss der gemeine „Pro-Europäer“ das eklatante Demokratiedefizit begrüßen, das mit der Verlagerung von politischer Macht raus aus demokratisch-gewählten Parlamenten und hinein in die vielen, willkürlich von den Eliten besetzten Organe (ESM, EZB, EU-Kommission, Troika, etc.) einhergeht. Und mehr noch: Genau betrachtet muss es sogar gerade jeden Liebhaber der Vielfalt stören, dass sich Europa im Zuge einer weiteren kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Homogenisierung (die eigentlich Bedingung einer tieferen Einheit wäre, nun aber per Zwang infolge einer solchen herbeigeführt werden soll) ausgerechnet seiner kulturellen Vielfalt berauben würde. Schon diese Beispiele genügen, um Bades Argumentation an einer eisernen Mauer der Logik und der Vernunft zerschellen zu lassen.

Das ganze Waffenarsenal der politischen Korrektheit

Mutmaßlich ist sich Bade dessen durchaus bewusst. Denn so erklärt sich, dass der Autor gar nicht erst versucht, seine Aussagen mit (Schein-)Argumenten zu untermauern, sondern gleich das ganze Waffenarsenal der politischen Korrektheit auffährt. Ein Arsenal, das ausnahmslos aus Beschimpfungen, Verleumdungen und Diffamierungen besteht: „Die Islamfeindschaft ist heute in Europa insgesamt das einigende Band aller rechtspopulistischen, rechtsradikalen und rechtsextremistischen Bewegungen“; „die Gefahr kommt aus der Mitte der Gesellschaft, in der ein ‚sanfter‘ Populismus blüht“; die AfD „war zunächst eine Sammlungsbewegung für Euro- und Europagegner, wird nun aber zunehmend auch durch Kulturpaniker und Fremdenfeinde infiltriert“; „sie wird zunehmend von rechtspopulistischen, rechtsextremistischen und insbesondere islamfeindlichen Kleinstparteien umgarnt“; und so weiter, und so fort.

Eine kurze statistische Auswertung: Das Wort „Islamkritik“ beziehungsweise „islamkritisch“ fällt zweimal, ist aber vorsorglich jedes Mal in Gänsefüßchen gesetzt. Das Wort „rechtsextrem“ (in dieser oder abgewandelter Form) fällt fünfmal, das Wort „islamfeindlich“ (so oder so ähnlich) ebenfalls fünfmal, den allseits beliebten „Populismus“ lässt Bade sogar ganze elfmal wirken, genauso oft wie das Wort „Feind“ (in verschiedenen Konstellationen). Unangefochtener Spitzenreiter ist das Wort „rechts“, das es in allerlei Kombinationen insgesamt 16 mal in den Text geschafft hat. Ein Text übrigens, der in etwa auf zwei DIN-A4-Seiten passt. Ein Wunder, dass es da überhaupt noch zu anderen Wörtern gereicht hat.

Und so schließt sich der Kreis zur eingangs gestellten Frage. Die Logik von Bade und Konsorten ist genauso einfach, wie falsch. Sie lautet: Man ist Rechtspopulist, weil man Fremdenfeind ist, und das in Form von Islamfeindlichkeit zum Ausdruck bringt. Oder, weil man Nationalist ist, und das in Form von Europafeindlichkeit auslebt. Und genau darum geht es in seinem Text: Es geht darum, gewisse Sichtweisen unter dem Sammelbegriff des Rechtspopulismus zu vereinen und den Lesern unterschwellig einzutrichtern, dieser Rechtspopulismus könne nur einzig und allein Folge besagter Feindlichkeiten sein. Es geht darum, jeden anderen Grund für kritische Haltungen zu den besagten Themen von vornherein zu negieren, die Haltungen stattdessen allesamt unter der Marke des „Rechtspopulismus“ zu vereinen, um sie als solche pauschal zu kriminalisieren und komplett aus der öffentlichen Debatte und der demokratischen Willensbildung auszuschließen. Es ist quasi umgekehrte Propaganda: Nicht die eigene Haltung wird pausenlos und maximal-geschönt vertreten, sondern eine andere Haltung pausenlos und maximal-diskreditierend diffamiert.

Wo sind sie nur, all die Fremdenfeinde?

Auch diese (Un-)Logik zu widerlegen, fällt nicht allzu schwer. Wenn die Deutschen so fremdenfeindlich wären, wie gerade in linken Medien und in Studien linker Stiftungen (siehe die letzte „Rechtsextremismus“-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung) immerzu behauptet wird, säße die NPD wohl seit Jahrzehnten als Volkspartei im Bundestag. Da sitzt sie aber nicht. Wo sind sie nur, all die Fremdenfeinde? Finden sie vielleicht bei Wahlen den Weg zur Urne nicht? So doof dürfte selbst der ostdeutsche Quoten-Skinhead nicht sein. Und dennoch: Obwohl fremdenfeindliche und (wahrhaft!) nationalsozialistische Organisationen und Parteien in Deutschland – zum Glück! – keine nennenswerte Rolle spielen, sind eine ablehnende Haltung gegenüber dem Islam sowie gegenüber den Maßnahmen zur Euro-Rettung laut diversen Umfragen und Studien in der Bevölkerung weit verbreitet. Warum nur?

Und wieder zerschellt die Antwort der politischen Korrektheit an einer eisernen Wand aus Logik und Vernunft. Die wahre Antwort lautet: Nicht Fremdenfeindlichkeit ist das gängige Motiv einer islamkritischen Haltung, sondern die Erfahrungen, die viele Menschen mit hier lebenden Muslimen gemacht haben. Vereinfacht und verkürzt: Keine andere Einwanderergruppe stößt auf dermaßen weit verbreitete Ablehnung (in Deutschland wie andernorts in Europa), weil sich keine andere Einwanderergruppe so verhält (wobei anzumerken ist, dass aktuell Einwanderer aus Rumänien und Bulgarien große Ambitionen zeigen, mittelfristig im negativen Sinne neue Standards zu setzen).

Es mutet fast wie ein tragischer Anachronismus an: Einst zwangen die Nationalsozialisten Juden dazu, sich mit dem Judenstern öffentlich als solche zu erkennen zu geben und pferchten sie in Ghettos zusammen. In dem Fall war die desintegrative (abschottende) Wirkung von den NS-Schergen so gewollt. Nun wandern seit Jahrzehnten Muslime nach Europa ein, machen mehrheitlich faktisch und freiwillig dasselbe, kennzeichnen sich (und vor allem ihre Frauen) als Muslime, bilden Parallelgesellschaften (Ghettos), fordern gesonderte Behandlung ein und wundern und beschweren sich noch, dass die Mehrheitsgesellschaft daraufhin Abneigungen entwickelt. Man will integriert sein, ohne sich zu integrieren. Man will dazu gehören, obwohl man selbst die Nicht-Dazugehörigkeit exzessiv zur Schau trägt und auslebt. Kein Spanier, Grieche oder Italiener käme auf die Idee, noch in der dritten Einwanderergeneration Söhne und Töchter überwiegend mit „Artgenossen“ aus der alten Heimat zu verheiraten. Keine andere Einwanderergruppe baut „Kulturzentren“, in denen sich nur Angehörige dieser Einwanderergruppe einfinden und in denen alles nach den Gesetzen dieser Einwanderergruppe abläuft. Keine andere Einwanderergruppe kennzeichnet seine weiblichen Familienmitglieder und hält sie in so erschreckend großer Zahl vom Rest der Gesellschaft fern, keine andere Einwanderergruppe bringt in ebenso erschreckend großer Zahl kriminelle und gewaltbereite Männer hervor, von religiösem Fundamentalismus und politischem Extremismus im islamischen Kulturkreis ganz zu schweigen.

Doch weil all das nicht gesagt, nicht einmal gedacht werden darf, weil den Eliten das Geld und das Öl radikal-islamischer Diktaturen wichtiger sind als die Lösung hiesiger Probleme, weil sie gar Angst haben vor brennenden Fahnen, Bomben in Zügen und Flugzeugen in Hochhäusern, wird die längst überfällige öffentliche Debatte über diese offensichtlichen Übel nach Kräften kleingehalten und gemieden. Lieber werden stattdessen die Bades dieser Nation mitsamt ihrem linksradikalen Gefolge noch gefördert, helfen sie doch dabei, diejenigen zu verleumden, zu diffamieren, zu kriminalisieren und vor allem: gesellschaftlich zu eliminieren, die es noch wagen, sich den Denk- und Sprechverboten zu widersetzen.

Dasselbe gilt in der Europa-Frage, auf die es fürwahr weit mehr Antworten gibt als Ja und Nein, als Schwarz und Weiß, als hier das „alternativlose“ Milliardengrab der Kanzlerin und da den Wiederaufmarsch der Wehrmacht an der deutschfranzösischen Grenze. Und auch das wissen Bade und Seinesgleichen, doch auch hier ist Selberdenken unerwünscht. Mehr noch: es ist verboten, zumindest dem Pöbel. Denn nichts soll den Geld- und Machtfluss stören; die Umverteilung von Mitteln aus den Taschen der Bürger in die nebulösen Kanäle von Politik und Finanzwirtschaft, die Abschaffung der demokratischen Entscheidungsgewalt des Souveräns zu Gunsten der liebgewonnen, undemokratischen Macht in elitären Hinterzimmern. Die Wahrheit ist: Dort, in Frankfurter, Pariser, Berliner und Brüsseler Hinterzimmern sitzen die wahren Europafeinde. So wie die Hetzer der politischen Korrektheit die wahrhaft „Islamophoben“ sind, weil sie aus purer Angst vor dem Islam, aus Angst vor Extremisten und Terroristen, gepaart mit der Gier nach Petrodollars und schwarzem Gold, die dringend notwendige Debatte über integrations-, demokratie- und freiheitsfeindliche Strömungen im islamischen Kulturkreis scheuen.

„Alles ist gut, alles ist gut, alles ist gut“

Mit anderen Worten: Klaus J. Bade ist nichts weiter als einer von vielen Fußsoldaten der Feinde Europas, der Feinde der Vielfalt, der Feinde von Freiheit und Demokratie. Ob wissentlich oder nicht, tut dabei herzlich wenig zur Sache.

Allerdings hat Bades Text durchaus auch sein Gutes. Denn die Vehemenz, mit der er sich der „Wunderwaffen“ aus dem Arsenal der Political Correctness bedient, lässt auf große Panik schließen. Panik, die – aus elitärer Sicht – berechtigt ist. Denn immer mehr Bürger in Europa formulieren ihre Vorbehalte gegen die Politik des Establishments, gegen die Bevormundung durch selbsterklärte Mustereuropäer und gegen unnachgiebige Vorstreiter eines genauso metropolicomigen wie in der Realität gescheiterten, weil (im wissenschaftlichen Wortsinn!) „entarteten“ Multikulturalismus.

Die Macht des Faktischen in den wachsenden Slums und Ghettos in europäischen Metropolen, die widerwärtigen Fratzen islamischer Hassprediger und Salafisten, die ständigen Gewaltexzesse eingewanderter Clans und Sippen, der nicht mehr zu leugnende und zu kaschierende Verfall ganzer Stadtteile sowie das heuchlerische Gebaren der Abzocker, Profiteure und Umverteiler in Politik und Finanzwirtschaft lassen das sirenenhaft gesungene Lied der Medien mit dem immer selben Refrain „Alles ist gut, alles ist gut, alles ist gut“ immer und immer wirkungsloser werden; bis es sich dereinst wie der Sprung in einer Schallplatte aus einer längst vergangenen Zeit anhören wird. Einer Zeit, die man in der Zukunft nicht als bunt, sondern als ziemlich grau wahrnehmen wird, weil keine Farbe in etwas sein kann, das nur Schwarz und Weiß als Wahrheiten zulässt.

Die Zeit der politischen Korrektheit läuft ab

Umso mehr sei der AfD geraten, sich dringend ihrem „Mut zur Wahrheit“ zu besinnen und sich zügig für die kommenden Aufgaben zu rüsten. Die großen Meilensteine stehen den deutschen „Rechtspopulisten“ (gleich: Wahrheitsmutigen) noch bevor; und einer dieser Meilensteine lautet, dass man uns dereinst nicht mehr als „Rechtspopulisten“ beschimpfen wird, sondern als das bezeichnet, was wir sind: Bürgerlich-Liberale, überzeugte Demokraten, die genauso ein Recht auf demokratische Partizipation haben wie Sozialdemokraten oder Grüne. Und die genauso ein Recht darauf haben, von den Medien fair und anständig behandelt zu werden. Doch um das zu erreichen, ist Rückgrat von Nöten, derweil nichts schädlicher wäre als Duckmäuserei gegenüber jenen, die der Wahrheit den Krieg erklärt haben.

Die gute Nachricht lautet: Die Zeit der politischen Korrektheit läuft ab, sie ist nur mit immer größer werdenden Kampagnen aus Lügen und Verleumdungen überhaupt noch am Leben zu erhalten. Diese Lügen, diese Verleumdungen, treffen jeden, der sich ihr widersetzt. Ganz gleich, ob er seinen Widerspruch zur Badeschen (Bertelmannschen) Blaupause zu Europa oder dem Islam formuliert, oder ob er nur nicht mehr bereit ist, die grassierende Schwarz-Weiß-Malerei in der Klimapolitik zu ertragen. Einem Themenfeld, in dem – genauso wie in Sachen Islam und Europa – die Profiteure der politischen Korrektheit (sprich: der Unwahrheit) an den nahrhaften Zitzen des von ihnen selbst geschaffenen, bürgerfeindlichen, aber mit Mitteln der Bürger genährten Monsters hängen und nuckeln, auf dass sie immer fetter und fetter werden. Selbst jene „Klimaskeptiker“ trifft dieser Tage schon die Wut des Establishments, ausgeübt mit denselben „Wunderwaffen“, aus demselben Arsenal, aus denselben Gründen (damit der per Lüge legitimierte Geldstrom bloß nicht zum erliegen kommt). Und wenn der linksradikale Hirnfurz (sorry, leider wahr!) namens „Kulturrassismus“ heute schon seinen Weg in die Zeit gefunden hat, dann wird ihm morgen der nicht weniger übelriechende, nicht weniger dämliche Hirnfurz (sorry, wieder wahr!) namens „Leistungsrassismus“ folgen, der schon jetzt auf einschlägigen Internetseiten der Szene kursiert und als neue „Wunderwaffe“ gegen Befürworter des Leistungsprinzips erprobt wird (man darf gespannt sein, welche sprachliche Missgeburt diesen Kreisen als nächstes aus dem ideologischen After entweicht).

So allmächtig all das dieser Tage erscheinen mag, so brachial wird es scheitern. Es muss scheitern. Zumindest, wenn Europa auf lange Sicht ein Ort der Freiheit bleibt. Im Umkehrschluss erklärt das, warum Europa aktuell droht, sich in etwas anderes zu verwandeln; in einen Ort der Unfreiheit. Anders geht es nicht. Das eine bedingt das andere. Eine Politik, die dauerhaft mit der Unwahrheit argumentiert, kann nur in einem System bestehen, das unfrei ist.

Also, liebe AfD!

Also, liebe AfD, scher Dich nicht um das Gequatsche und Geschreibe der politisch Korrekten. Je größer deren Hass, je schlimmer deren Hetze, umso wirkungsvoller und aussichtsreicher ist Deine Politik. Löse endlich die Querelen an Deiner Basis, die in Hessen und andernorts den weiteren Aufbau der Partei bedrohen. Halte Dich weiter fern von wahren Extremisten, wahren Rassisten, wahren National- und sonstigen Sozialisten.

Aber sei Dir auch einer schwierigen Wahrehit bewusst und habe den Mut, Dich dieser zu stellen: Viel gefährlicher als ein paar Ex-Freiheitler in Deinen Reihen sind – allen Unkenrufen in den Medien und allen elitären Denkmustern zum Trotz – die vielen ehemaligen CDUler und FDPler, denen Du eine neue Heimat gibst. Denn unter denen hat es wohl so einige, die selbst ihre eigene Mutter verkaufen würden, um bloß endlich selber an den Zitzen der politischen und medialen „Bananenrepublik Deutschland“ zu nuckeln. Und die folglich nur eines in den Medien lesen wollen, zumindest über sich selbst: Alles ist gut, alles ist gut, alles ist gut.

Egal, ob das Land dabei an seinen Problemen erstickt. Hauptsache, man wird fetter und fetter. So haben die Probleme angefangen, so wird man sie ganz sicher nicht lösen, sondern wird allenfalls selbst zum Teil des Problems. So wie Klaus J. Bade. Das ist fürwahr keine neue Erkenntnis. Aber keine Sorge, lieber Herr Bade. Alles ist gut, alles ist gut, alles ist gut.

Siehe auch: Systemjournalismus – Ein Hintergrundbericht zur Macht der Bertelsmänner