Verfassungsschutz legt neue Zahlen vor

Mönchengladbacher Salafisten beim Beten (Bild: Hemmelrath)
Mönchengladbacher Salafisten beim Beten (Bild: Hemmelrath)

Die Zahl der Salafisten in Deutschland ist nach Angaben des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) in den vergangenen zwei Jahren von 3.800 auf 5.500 gestiegen. Diese erschreckenden Zahlen nannte Hans-Georg Maaßen, Chef des BfV, der Westfalenpost (Samstagsausgabe).

Alleine in Nordrhein-Westfalen gebe es laut NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) mittlerweile 1.500 Salafisten. Auch die Zahl derer, die als Jihadisten ins Ausland, vor allem nach Syrien reisen, nehme zu. Nach ihrer Rückkehr könnten sie maßgeblich zur Radikalisierung der hiesigen Szene beitragen, sagte Jäger: „Deshalb haben Polizei und Verfassungsschutz die Rückkehrer besonders im Visier.“ Was bei Ralf Jäger, der bis heute jede restriktive Maßnahme gegen Salafisten verweigert, übersetzt soviel bedeutet wie: „Wir schauen zu, tun aber nichts.“  Erst am Dienstag hatte der hessische CDU-Landtagsabgeordnete und konsequente Salafisten-Gegner Ismail Tipi die nordrhein-westfälischen Behörden scharf für ihre Untätigkeit kritisiert.

Salafisten, von Peter Scholl-Latour als “fromme Muslime” bezeichnet, folgen dem Koran wortgenau und stellen damit die brutalste und gewalttätigste Strömung des Islam. Die Anschläge des 11. September 2001 in New York und Washington gehen ebenso auf ihr Konto wie die 2004 in Madrid und 2005 in London. In Deutschland sind die Salafisten zuletzt mit Angriffen auf die Polizei am 1. und 5. Mai 2012 in Solingen und Bonn sowie mit einem versuchten Bomben-Anschlag auf den Bonner Hauptbahnhof am 10. Dezember 2012 aufgefallen. (PH)