Die Weltgesundheitsorganisation nimmt eine dramatische Entwicklung wahr. Griechen infizieren sich absichtlich mit dem AIDS-Virus. Grund: Die erhöhte Sozialhilfe.

Ein -ungesundes- Land und seine Institutionen in der Krise. Das Griechische Parlament (Bild: Garard McGovern; Quelle: Wikipedia, Rechte: siehe Link)
Ein -ungesundes- Land und seine Institutionen in der Krise. Das Griechische Parlament (Bild: Gerard McGovern; Quelle: FlickR, Rechte CC-Lizenz Namensnennung: siehe Link)

Die Selbstmordrate unter den Hellenen ist in der Krise dramatisch gestiegen. Laut einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich die Zahl der Selbstmorde von 2007 bis 2011 um 17 Prozent erhöht.

Aber auch ein Selbstmord auf Raten nimmt zu. Genauer: Die Zahl der HIV-Infektionen. Die WHO geht davon aus, dass die Hälfte der Neuinfektionen von den Betroffenen absichtlich herbeigeführt wird. Grund: Die Sozialhilfe. Im Falle einer HIV-Infektion entsteht ein Anspruch auf 700 Euro pro Monat.

Zudem würden die Infizierten schneller in Programme aufgenommen, die eine Versorgung mit Medikamenten sicherstellen. (Report, Seite 112). Die finanzielle Ausstattung der Krankenhäuser ging um 40 Prozent zurück. Hingegen hat die Prostitution als Antwort auf die Krise zugenommen.

Krise und Zuwanderung beeinflussen sich

Aber auch Verbrechen nehmen zu. Die Anzahl der Morde hat sich zwischen 2007 und 2011 verdoppelt. Nach Ansicht der WHO sind die Entwicklungen in Griechenland eine Warnung für die Länder, die vor finanziellen Einschnitten stehen, wie etwa Spanien, Irland und Italien. Finanzielle Einschnitte sollten sich möglichst wenig auf die Gesundheitsvorsorge auswirken.

Durch die Krise wird nach Beobachtung der WHO die Migration innerhalb Europas zunehmen. Besonders schlecht ausgebildete Arbeitskräfte müssten einen in die Krise geratenen Arbeitsmarkt als erstes verlassen und würden in die Regionen abwandern, die mehr Möglichkeiten bieten. Eine weitere, von der WHO nicht erwähnte Möglichkeit: Dorthin, wo eine „besserer“ Sozialstaat mehr Versorgung bietet.

Ist die WHO der Ansicht, die schlechte Lage auf dem Arbeitsmarkt würde die Zahl der Zuwanderer innerhalb Europas erhöhen, glaubt sie dennoch, die Migration von außerhalb nach Europa hinein würde sinken. Der zunehmend kritische Blick auf die Zuwanderung in den Ländern Europas und das Aufkommen migrationsskeptischer Einstellungen würde die politische Debatte zunehmend beeinflussen. (metropolico Redaktion)