AfD-Führung äußert sich erstmals präzise zum Thema Islamkritik

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Nordrhein-westfälischer AfD-Vorsitzender Alexander Dilger stellt klar, dass Islamkritiker bei der AfD willkommen seien (Bild: metropolico)

Der noch amtierende nordrhein-westfälische Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Alexander Dilger, hat am Dienstag in einem Interview mit der Welt klargestellt, dass Islam-Kritiker in der AfD willkommen sind. Auch machte sich Dilger in diesem Interview als erstes hochrangiges  Mitglied der AfD die Mühe, die Unterscheidung zwischen Islam-Kritikern  und Islamfeinden näher zu erläutern.

Auf die Frage der Welt, ob man eine islamkritische Haltung in der AfD als Problem sieht, sagte Dilger, der als enger Vertrauter des AfD-Bundesvorsitzenden Bernd Lucke gilt, wörtlich: „Wenn jemand islamkritisch ist, findet er Platz bei uns. Aber nicht, wenn jemand islamfeindlich ist. Man muss unterscheiden, worum es geht. Wenn man beispielsweise keine Scharia oder keine extremistischen islamischen Gruppen haben will, finde ich das völlig in Ordnung, das möchte ich auch nicht. Wenn es aber heißt, der Islam als Weltreligion ist böse und muss bekämpft werden, ist dies nicht mit dem Grundgesetz und dem Recht auf Religionsfreiheit zu vereinbaren.“

Eine leicht zu verstehende Erläuterung, die aber bislang von der Führung der AfD vermieden wurde.

In der Vergangenheit hatte die unklare Haltung der AfD zu Islam und Islam-Kritik immer wieder für Irritationen und Verstimmungen gesorgt. So sorgte ein Beschluss, keine Islam-Kritiker aufzunehmen, dessen Gültigkeit bislang umstritten war, für interne Auseinandersetzungen. Nachdem Bernd Lucke zwei Wochen vor der Bundestagswahl in einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger kritisch und abfällig von dumpfen Islamfeinden“ sprach, die in der AfD unerwünscht seien, führte dies zu teils massiven Verstimmungen in der islamkritischen Szene, die sich von Luckes Wortwahl überwiegend adressiert gefühlt hatte. Nur vereinzelt wurde seine Wortwahl so interpretiert, dass sich die AfD lediglich von Michael Stürzenbergers Münchener Anti-Islam-Kampagne distanzieren wollte. (PH)