Leitartikel: Brüssel geht die wirklich wichtigen Probleme an.

dfdfdf
Brüssel hat der Leistung den Kampf angesagt! (Bild: gemeinfreie Vektorgrafik)

Legitimationsprobleme aufgrund mangelnder Transparenz. Große Bürgerferne. Defizit an demokratischen Mitentscheidungsprozessen. Hohes Maß an bürokratischer und inter-gouvernementaler Entscheidungsfindung. Finanzielle Überlastung in der Regional- und Strukturpolitik. Schwerwiegende Probleme bei der Entwicklung einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik.

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Problemportfolio, mit denen die Europäische Union zu kämpfen hat und – allem Anschein nach – nicht als Sieger hervor gehen wird.

Hinter den Totschlagargumenten wie „Harmonisierung“ und verbindliche „Mindestnormen“ verbirgt sich nichts anderes als der sozialistische Wunsch, den Wettbewerb der Nationen auszuschalten und ein nivelliertes Europa zu generieren. Trotz der Planierung Europas möge man annehmen, nein geradezu hoffen, dass für die Vertreter der europäischen Gemeinschaft, die zwar nie demokratisch gewählt und somit unlegitimiert für uns entscheiden, eine Prioritätenliste in der Abarbeitung der offen daliegenden Probleme existiert. Oder aber, es gibt in Brüssel eine gänzlich andere Definition und Einordnung des Begriffs „Problem“.

Drosselung der Leistung – da kennt sich die EU aus

So muss es wohl sein, wenn dem EU-Bürger „by the way“ verkündet wird, dass ab September 2014 ein „Problem“ weniger in der Europäischen Union existiert. Nein, hören Sie auf zu jubeln! Die Eurokrise ist nicht überwunden, auch wenn Draghi und Konsorten dies ungeniert behaupten. Einem anscheinend wesentlich dringenderem Problem wurde der Kampf angesagt. Dem engergiefressenden Staubsauger! Beschlossen wurde das schon vor Wochen. Der Betroffene jedoch – sprich der EU-Bürger – konnte dies wegen dem oben erwähntem Transparenzproblem nicht bemerken und, wegen dem ebenfalls oben erwähnten Mangel an demokratischer Mitentscheidung auch nicht beeinflussen.

Per EU-Verordnung dürfen ab nächstem Jahr im EU-Raum nur noch Bodensauggeräte verkauft werden, die weniger als 1.600 Watt Leistung aufweisen. Dann, ab 2017, muss sich der unmündige EU-Bürger beim Neuerwerb mit mageren 900 Watt zufrieden geben. Zudem wird die Industrie verpflichtet Staubsauger mit einem Label zu kennzeichnen. Die Leistung des Unterdruck erzeugenden elektronischen Besens wird – psychologisch perfekt ausgeklügelt – in beruhigendem Grün für die „gute“ Energieklasse A bis hin zu aggressiv rotem Label-Hintergrund für die „böse, böse“ Effizienzklasse G gekennzeichnet.

Saugen im Halbdunkeln 

Und ähnlich wie bei dem weltenlaufentscheidenden Glühlampenverbot, bei dem maßgeblich die bundesdeutsche Regierung beteiligt war, oder beim Ölkännchen-Verbot, das man beschämt wieder zurück genommen hat, wird es mit dem gedrosselten Staubsauger laufen.

Der EU-Büttel wird erklärt bekommen, wie toll sich auch hier die Regulierungswut der Brüsseler Beamten auf sein tägliches Dasein auswirken wird, wenn er im mager erleuchteten Halbdunkel der Energiesparlampe wie ein Bekloppter versucht, mit gedrosselter Leistung seines Energieklasse – A – Bodensauger die Brotbrösel unter dem Tisch aufzusaugen. Was sind dagegen schon gesicherte EU-Außengrenzen, schuldenfreien nationale Haushalte, eine durchdachte Migrationspolitik oder gar eine stabile Währung?

Erst wenn das letzte Licht der Energiesparlampen erloschen und der letzte 900-Watt Staubsauger klimaneutral das Saugen eingestellt hat wird der zwangsregulierte EU-Bürger merken, dass er das wichtigste Element einer offenen Gesellschaft an die Brüsseler kommunistoiden Zyniker abgegeben hat. Seine Freiheit. Bis sich diese Einsicht über uns herabsenkt, versuchen wir das Problem zu lösen, wie man mit 900 Watt die eingetretenen Chips aus dem Teppich heraus bekommen kann. (BS)