Kostenexplosion beim EZB-Neubau in Frankfurt

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EZB verbrennt für den Neubau bisher 1,3 Milliarden Euro – geplant waren weniger als ein Drittel (Bild: Epizentrum ; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link)

Wie das so ist, wenn einem das Geld nicht selbst gehört, sondern der Gemeinschaft, es sitzt locker. Nur so kann der sorglose Umgang mit Steuergeldern bei öffentlichen Bauten erklärt werden. Nicht anders verhält es sich mit dem 2008 begonnen Neubau der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.

Das Gebäudeensemble, bestehend aus einem 185 Meter hohen Nord- und einem 165 Meter hohen Südturm sowie einem Eingangsbauwerk wurde ursprünglich mit einer halben Milliarde Euro veranschlagt. Nun haben sich die Ausgaben fast verdreifacht und liegen bei mindestens 1,3 Milliarden Euro.

Unnachvollziehbare Auftragsvergabe

Es schien schon von Anfang an kein guter Stern über dem Prestigeobjekt der EZB. Im Frühjahr 2008 begannen die ersten Bauarbeiten am Gebäude. Bereits im Juni wurde ein Baustopp verkündet, das die EZB für den veranschlagten Kostenrahmen keinen Generalunternehmer finden konnte. Ende 2008 hieß es dann, dass der Bau erneut zum genannten Kostenanschlag von einer halben Milliarde Euro ausgeschrieben werde. Und dies losweise in 16 getrennten Gewerbepaketen.

2010 begann man mit den Rohbauarbeiten die wiederum ins Stocken gerieten, da die Ausführung unzufriedenstellend war und der Bauunternehmer gekündigt werden musste. Jetzt, 2013 liegen die geschätzten Gesamtkosten fast dreimal so hoch wie in die ursprünglichen Kostenvorstellungen der EZB.

Der Europäische Rechnungshof hatte bereits vor Baubeginn die mangelnde Kostenkontrolle sowie eine schwer nachvollziehbare Auftragsvergabe kritisiert. Zum Beginn der Rohbauarbeiten im Jahr 2010 sagte der damalige EZB- Präsident Jean-Claude Trichet, es müsse gewährleistet sein, dass die Baukosten innerhalb des veranschlagten Budgets bleiben. Nun ja – ähnlich Versprechen gab es zuhauf – wir erinnern uns an die No-Bail-Out- Klausel.

Gewaltige Luftschlösser die der Bürger bezahlt

AfD-Chef Bernd Lucke kritisierte laut den FinanzNachrichten die Kostenexplosion des EZB-Neubaus scharf und nannte diese ein Sinnbild für die gesamte Entwicklung der Eurozone. Es werden gewaltige Luftschlösser gebaut und dem Bürger die wahren Kosten dafür verheimlicht, so Lucke.

Der Spiegel indes sieht den Grund für die Kostenexplosion in der unrealistisch niedrigen Budgetierung durch die EZB, sowie den Verzicht auf einen Generalunternehmer. Wie die Bildzeitung berichtet, gab die Firma Züblin 2008 bei der Ausschreibung als Einziger ein Gebot ab und das lag bei 1,3 Milliarden Euro. Auch hier spielten wieder einmal unerfahrenen Banker den Bauunternehmer. Ähnliche Selbstüberschätzungen kennt man von den Millionengräber Elbphilharmonie in Hamburg und Berliner Flughafen. Noch wird bis 2014 gebaut und lichterloh Steuergelder verbrannt. (BS)