Leitartikel: Islamische Sklaverei – der „verschleierte Völkermord“ der Araber

Kaum ein Themenkomplex wird so mit Samthandschuhen angefasst wie das der Sklaverei im Islam. Die Araber und mit ihnen der Islam brachte den brutalsten und längsten Sklavenhandel der Geschichte auf den schwarzen Kontinent.

Neuste Schätzungen gehen von fünfzig Millionen, hauptsächlich durch die Araber, versklavten Afrikaner aus. Die katholische Kirche wird immer wieder von unterschiedlichsten Gruppierungen an ihre Verfehlungen und Menschenrechtsverletzungen erinnert. Mea Culpa – so das Schuldbekenntnis, mit dem Johannes Paul II. im Jahr 2000 für Irrtümer und Verbrechen im Namen des katholischen Glaubens um Vergebung gebeten hatte. Ein annäherndes Eingeständnis oder eine historische Aufarbeitung der schrecklichen Verbrechen im Namen des Islam fehlen bis heute gänzlich.

Der senegalesische Anthropologe Tidiane N’Diaye fordert deshalb, dass das Thema Sklaverei der Moslems aufgearbeitet werden muss. In seinem neuen Buch beschreibt er diesen „verschleierten Völkermord – die Geschichte des muslimischen Sklavenhandels in Afrika.

Sklaverei gehört zum Islam – damals wie heute

Die Sklaverei ist im Islam eine fest verankerte Institution. Der Koran betrachtet die Sklaverei als selbstverständliche Einrichtung. Die Unterscheidung zwischen Freien und Sklaven ist laut Koran Teil der göttlichen Ordnung.

Im Islam werden Menschen in drei Klassen eingeteilt. Die oberste Klasse bilden die Muslime (Sure 3, Vers 110), die zweite Klasse, mit eingeschränkten Rechten, jene der Anhänger der zwei anderen Buch-Religionen, also Juden und Christen. Und alle anderen – die dritte Klasse von Menschen – stehen aus der Sichtweise eines friedfertigen Muslims als Heiden auf der niedrigsten Stufen des menschlichen Seins. Sie haben keinerlei Rechte. Für sie gibt es aus der Sicht des Islam nur die Wahl zwischen Vertreibung aus dem Lebensraum der Muslime, Tod, Annahme des Islam oder aber Sklaverei. Mohammed und seine Zeitgenossen besaßen, erbeuteten, erwarben, verkauften und befreiten Sklaven oder benutzten Sklavinnen als Konkubinen. Über die Jahrhunderte waren der Sklavenhandel und die Sklavenarbeit wichtige Wirtschaftsfaktoren in der islamischen Welt.

Der deutsche Historiker Egon Flaig beschreibt in seinem Buch „Weltgeschichte der Sklaverei„, wie in kürzester Zeit arabische Reiterheere ein Weltreich und zugleich „das größte und langlebigste sklavistische System der Weltgeschichte“ errichteten. Regelrechte „Herdensklaverei“ wurde unter dem islamischen Banner des Propheten betrieben. Islamische Eroberer versklavten viel mehr Menschen, als es die Römer je getan hatten, so Flaig. Innerhalb von nur zehn Jahren wurden zum Beispiel allein in Spanien am Anfang des 8. Jahrhunderts 150.000 Menschen versklavt. Im 11. Jahrhundert trieben afghanische Reiterheere Hunderttausende versklavte Hindus nach Zentralasien, wo sie gegen Pferde eingetauscht wurden. Das „Hindu-Kush“-Gebirge hat daher seinen Namen: Tötet den Hindu oder Hindu-Tod.

Riesige Sklavenlieferzone für die rassistische islamische Welt

Am schlimmsten aber traf es Afrika. Der muslimische Sklavenhandel in Afrika währte 13 Jahrhunderte und weißt eine wesentlich höhere Zahl an Opfern auf als der Sklavenhandel nach Amerika – der insgesamt 400 Jahre dauerte. Weshalb es jedoch in den arabischen Ländern keine große Anzahl von afrikanischstämmigen Ethnien gibt, liegt an der grausamen Tatsache, dass die meisten der Verschleppten unglücklicherweise keine Kinder bekommen konnten – sie wurden kastriert.

Die Schwarzafrikaner wurden in großer Zahl in die arabische Welt, in die Türkei, nach Persien und nach Indien verschleppt. Oder aber sie wurden durch die Sahara nach Nordafrika getrieben. Schon vor der Verschleppung starben viele bei den Überfällen auf ihre Dörfer, danach an den Strapazen des Transports. Wer auf den Sklavenmärkten ankam, wurde kastriert. Auf jeden Überlebenden dieser gefährlichen Operation kamen vier Tote. Auch die Jungen und Männer, die Schwerstarbeit auf Plantagen oder im Bergbau leisten müssen, wurden entmannt – nicht nur die Eunuchen, die im Haushalt arbeiten oder die als Wächter im Harem, beziehungsweise „Schützer des ehelichen Bettes“ eines Potentaten eingesetzt wurden. Eunuchen findet man noch Anfang des 20. Jahrhunderts.

Araber und Nordafrikaner waren Rassisten, sie verachteten die Schwarzen, so der Autor N’Diaye. Die arabischen Muslime wollten nicht, dass Schwarze in ihren Ländern Kinder zeugten. Das erklärt auch den Umstand, dass es in diesem Kulturraum keine starke schwarze Diaspora gibt wie in den Vereinigten Staaten – die eine Aufarbeitung dieser Geschichte und auch eine Wiedergutmachung fordert.

Weltweit existieren keine Erinnerungsorte, die an die Sklaverei und den damit verbunden Völkermord durch Muslime erinnern. N’Diaye fordert diese in Anbetracht des brutaleren Menschenhandel der Moslems zu erinnern, der für den Anthropologen einen Völkermord darstellt, denn die Kastration der Verschleppten löscht die nachkommenden Generationen aus. Ein Völkermord, begangen im Namen Allahs – der allein die Versklavung von Moslems verbietet. Der Koran habe die Sklaverei an sich niemals unterbunden, sagt N’Diaye. Ganz im Gegenteil sei er in vielen Stellen des Korans erwähnt und empfiehlt sogar die Versklavung von Nicht-Muslimen.

Der Dschihad gegen Schwarze

Im Sudan riefen die Araber bereits im siebten Jahrhundert den Dschihad gegen die Schwarzen aus. Die Moslems, die heute in den Moscheen Afrikas beten, so der Anthropologe, wissen nicht, dass der Islam missbraucht wurde, um ihre Vorfahren zu knechten, so N’Diayim. Jahrhundertelang wurden afrikanische Herrscher gezwungen, sich dem muslimischen Glauben zu unterwerfen und Menschen ihres Volkes als Sklaven an die Araber auszuliefern. So wurden die afrikanischen Könige durch die Islamisierung zu Mittätern. Wer sich dem Islam unterwarf, konnte der Versklavung theoretisch entgehen. Wer kein Moslem werden wollte, konnte gezielt gejagt werden.

Aktuelle Beispiele, wie Nicht-Muslime noch heute mit Rechtfertigung durch den Islam versklavt werden gibt es zuhauf. Vor Kurzem forderte einer der bekanntesten Frauen Kuwaits, Salwa al Mutair, dass nichtislamische bankrotte Länder, die ihre weiblichen Häftlinge in den Gefängnissen nicht ausreichend versorgen können von islamischen Ländern aufgekauft und als Sex-Sklavinnen muslimischen Männern zuteilen werden könnten. Salwa al Mutairi findet das völlig normal, denn schon der muslimische Führer Harun al-Raschid habe mehr als 2.000 Sex-Sklavinnen gehabt.

Für die Fußball-WM 2022 im wahabitischen Katar stirbt im Schnitt fast täglich ein Arbeiter wegen sklavenähnlicher Arbeitsbedingungen. So werden tausende Nepalesen laut Medienberichten auf den Baustellen des Landes wie Sklaven ausgebeutet. Einige berichteten, sie hätten über Monate keinen Lohn bekommen, andere klagten, man habe ihnen trotz extremer Hitze kein Trinkwasser zur Verfügung gestellt.

Eine neue Sichtweise ohne jegliche Tabus

Nachdem die islamische Sklaverei auf dem afrikanischen Kontinent wie auch in anderen Teilen der arabischen Welt hingenommen wird, ist an das Aufarbeiten der 13 Jahrhunderte der muslimischen Sklaverei weder in der islamischen Welt noch in Afrika zu denken. Tidiane N’Diaye sieht einen Grund für das Schweigen darin, dass man sich mitschuldig fühle. Es gebe eine Solidarität zwischen den Afrikanern und den Arabern und das sei die gemeinsame Religion, der Islam. Man ziehe es vor, über diese schmerzhafte Geschichte nicht zu sprechen und richtet die Aufmerksamkeit lieber auf die angeblich Schuldigen, die alle schon kennen: die Europäer und die Amerikaner, so Tidiane N’Diaye.

Tatsächlich konnten erst die europäischen Kolonialmächte das gewaltsame Versklaven in Afrika fast völlig unterbinden. Egon Flaig spricht deshalb vom „humanitären Kolonialismus“ der Europäer in Afrika und eröffnet eine neue Sichtweise. Flaig stellt die These in den Raum, dass der europäische Kolonialismus Afrika nach einer tausendjährigen Geschichte von blotigster Gewalt und Völkermorden unter dem Islam die Möglichkeit zu neuen Wegen eröffnet habe. Freilich unter kolonialer Aufsicht. Wären die Europäer nicht in Afrika geblieben, so Flaig, wäre die Sklaverei sofort zurückgekehrt.

In der islamischen Welt dagegen gab es nie eine Diskussion über die Sklaverei. Im Gegensatz zur Ächtung der Sklaverei im Europa der Aufklärung gab es nie auch nur einen arabischen Intellektuellen, der sich je für die Sache der Schwarzen eingesetzt habe, so N’Diayim.

Dieses Stillhalten, dieses „Verschleiern“ will Tidiane N’Diaye weder als Intellektueller noch als Moslem, noch als Enkel eines bedeutenden senegalesischen Königs hinnehmen. Religion darf kein Deckmantel sein für Rassismus und Sklaverei. Die schon als Dogma verwendete Argumentation, der afrikanische Kontinent leide bis heute an den Folgen des europäischen Kolonialismus und deshalb sei dieser für Afrika vollumfänglich verantwortlich muss ebenfalls neu und ohne jegliche Tabus bewertet werden. In Zeiten von Appeasement-Politik und dem schon krankhaften Wegschauen vor unbequemen Wahrheiten aber wohl eine unrealistische Forderung. (BS)

Quellen:

The Encyclopaedia of Islam. New Edition

Egon Flaig: Weltgeschichte der Sklaverei. C. H. Beck

Tidiane N’Diaye:  „Der verschleierte Völkermord: Die Geschichte des muslimischen Sklavenhandels in Afrika“,  Rowohlt 2010,

3sat – Sklaven des Islam