Anklage wegen Volksverhetzung, Gewaltdarstellung und Beleidigung

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Er bekommt nun „Stress mit Grund“: Bushido (Bild: Philipp von Ostau; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link)

Gegen Rapper Bushido ist in Berlin Anklage erhoben worden. Die Staatsanwaltschaft werfe dem Musiker in seinem Lied „Stress ohne Grund“ Volksverhetzung, Beleidigung und Gewaltdarstellung vor, sagte am Freitag der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft.

Anis Mohames Ferchichi, alias Sonny Black, alias Bushido habe die Anklage bereits am Freitag zugestellt gekommen. Bei dem Verfahren geht es um das Lied „Stress ohne Grund“. Gemeinsam mit dem ebenfalls angeklagten Rapper Shindy besingt Bushido, wie metropolico bereist berichtete, Gewaltexzesse gegenüber Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.

Abknallen, Durchlöchern, ins Gras beißen lassen

So enthält das Lied schwulenfeindliche Passagen und Tötungsfantasien, unter anderem über die Politiker Serkan Tören (FDP), Berlins Oberbürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Claudia Roth (Die Grünen). Gegen den 34-Jährigen waren in den vergangenen Monaten zahlreiche Strafanzeigen erstattet worden. So erstattete auch Klaus Wowereit Strafanzeige und behält sich eine Klage auf Schmerzensgeld vor.

Über den FDP-Abgeordneten heißt es in dem Text: „Ich will, dass Serkan Tören jetzt ins Gras beißt“, dazu sind im Hintergrund Schüsse zu hören. Zu Claudia Roth verkündet: „Ich schieß auf Claudia Roth, und sie kriegt Löcher wie ein Golfplatz. Auch Wowereit wird in dem Text unflätig und schwulenfeindlich beleidigt.

Seine Verteidiger und der Angeklagte Bushido haben nun Gelegenheit, sich zu den erhobenen Vorwürfen zu äußern, bevor das Gericht entscheidet, ob die Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen wird, so der Focus.

Kalkulierte Grenzüberschreitung

Das Lied „Stress ohne Grund“ steht bereits auf dem Index und gilt als gefährdend für Minderjährige. Das Video zu dem Lied wurde nach zwei Tagen von Youtube gesperrt. Bis dahin war es allerdings bereits mehr als eine Million mal aufgerufen worden. Der Text wirke verrohend, reize zu Gewalt und diskriminiere Frauen sowie Homosexuelle, so die Einstufung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM).

Mit dieser Reaktion des BPjM dürfte Bushido trotz allem gerechnet haben – immerhin wurden sein erstes und zweites Soloalbum indiziert: „Vom Bordstein bis zur Skyline“ (2003) darf seit September 2005 nicht mehr an Jugendliche unter 18 Jahren verkauft werden, weil es ebenfalls frauenfeindliche und diskriminierende Texte enthält, so das BPjM. Auf dem zweiten Soloalbum „Electro Ghetto“ (2004) wurde der Song „Gangbang“ indiziert.

Auf Anfrage der Medien räumte er vor einigen Wochen ein, er sei möglicherweise „etwas über das Ziel hinaus geschossen“, eine offizielle Entschuldigung lehnte er allerdings ab. Bei einer Verurteilung wegen Volksverhetzung droht dem Gangster-Rapper unter Umständen eine mehrjährige Haftstrafe. Seit Monaten wird gegen Bushido ebenfalls wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt. (DB)