Leitartikel: Barilla und die homosexuelle Nudel- Community

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Das Ende des Nudelparadises – Barilla-Chef bevorzugt klassische Familie (Bild: Takeaway; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link)

Er hat einen ebenso bekannten, wie „wohlschmeckenden“ Namen. Guido Barilla ist der Chef des italienischen Familienunternehmens und weltweit größten Nudelherstellers Barilla, das 1877 in Parma gegründet wurde und insgesamt 15.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Nun hat Guido Barilla einen Fehler erster Güte begangen. Fast so schlimm, als würden der italienischen Mama die Spagetti verkochen – eine Todsünde sozusagen.

„Unsere Familienbild ist ein klassisches“

Guido Barilla erklärte in einem Radiointerview, dass sein Unternehmen keine Werbung mit Homosexuellen schalten werde, weil man die traditionelle Familie, in der die Frau eine fundamentale Rolle einnehme, unterstütze. Wenn Homosexuellen das nicht gefallen würde, können diese Pasta eines anderen Herstellers essen, so Barilla im italienischen Sender Radio24.

Soweit – möchte man meinen – legitim – „Verkaufe an wen du willst und kaufe bei wem du willst!“

Man könne ja nicht jedem gefallen, bloß um niemandem zu missfallen, erklärte der 55-Jährige weiter. Sein Konzern unterstütze die „heilige Familie“, die „einer der zentralen Werte“ des Unternehmens sei.

Auch diese religiös geprägte Einstellung, sowie die Äußerung, sich nicht jedem und jeder Gruppe anzubiedern, sollte einem freien Unternehmer in einer freien Gesellschaft möglich sein.

Der Barilla-Chef betonte des Weiteren, dass er sich gegen die Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren beim Adoptionsrecht stelle. Kinder aus Regenbogenfamilien hätten seiner Ansicht nach zusätzliche Schwierigkeiten, so Guido Barilla. Abgesehen von der Frage nach dem Adoptionsrecht – respektiere er jedoch homosexuelle Paare.

Und nun? Einem wertkonservativer Konzernchef, der öffentlich seine Einstellung zum hochsensiblen Thema Homosexualität im weitesten Sinne und dem Adoptionsrecht für Homosexuelle im Besonderen kund tun, dem kann nur eines widerfahren – ein „Shitstorm“ erster Güte!

Kauft nicht bei Barilla!

Dem zu stark erhitzen Nudelwasser gleich, kochte die Stimmung bei Schwulen- und Lesbenverbänden hoch und über. Auf Twitter wurde unter dem Hastag #boicottabarilla dazu aufgerufen, die Nudeln des größten Pasta-Herstellers der Welt nicht zu kaufen.

Hysterische Boykottaufrufe von Internet-Heros, die Bilder von wütend in den Mülleimer getretenen Barilla-Produkten im www veröffentlichten. Abgeordnete der linken SEL-Partei unterstützten umgehend die Klageschreie von Schwulen- und Lesben-Aktivisten indem sie klar und eindeutig wiedereinmal ein Beispiel für Homophobie – dieses mal der italienischen Art – ausmachten.

Der Barilla-Konzern hat bereits Schadensbegrenzung betrieben. Am Donnerstag entschuldigte sich Guido Barilla für seine Aussagen. Es täte ihm Leid, wenn seine Worte Kontroversen ausgelöst hätten oder missverstanden wurden. Er wollte nur die zentrale Rolle der Frau innerhalb der Familie herausstellen. Vor Homosexuellen habe er natürlich großen Respekt.

Noch größeren Respekt hat Guido Barilla aber augenscheinlich vor den politisch korrekten Meinungsmonopolisten. Das reicht aber der geschändeten und erniedrigten homosexuellen Nudel- Community nicht aus. Die Proteste gegen Barilla sollen weiter gehen – im Netz und an der Verkaufskasse. Kaufverweigerung, ja auch das muss natürlich ein legitimes Mittel sein.

Solange wahrscheinlich, bis Guido Barilla mit lauten „Mea culpa-Rufen“ auf rohen Makkaroni kniend um Vergebung bettelt und verspricht, nur noch gegenderte und  homoaffine Nudelspotts in die politisch korrekte Welt zu entlassen. Na dann: Buon Appetito! (BS)