Frage an den Blauen Doc: Wer schützt die Kinder in der Großstadt besser vor Gefahren?

Wem darf ich heute mal helfen?
(Bild: Rosel Eckstein / pixelio.de; Quelle: pixelio.de; Original und Rechte: siehe Link)

„Wenn Dir jemand etwas Böses will, dann geh zum nächsten Schutzmann.“ Dieser Rat an die kleinen Kinder stammt aus Zeiten, in denen die Welt angeblich weniger schlecht war, in der kaum jemand etwas Böses von einem wollte und in der es ihn noch gab: den Polizisten, den Wachtmeister der Schutzpolizei.

Aber keine Sorge: auch heute gibt es noch Gegenden, in denen die Kinder sicher sind. In Einkaufsstraßen der Vor- und Innenstädte ist auch ohne Schutzmänner und -frauen in der Regel nicht mit Überfällen und Übergriffen auf Kinder zu rechnen. Gefährdet sind dort nach Pressemeldungen und Statistiken eher ältere Leute und Geschäftsinhaber, je nach Tageszeit auch Passanten anderer Altersklassen, aber am wenigsten Kinder.

Und damit es in diesen Gegenden noch etwas sicherer für Kinder wird, haben sich opferbereite Geschäftsleute und hilfsbesoffene Stifter zusammengetan. Sie haben etwas geschaffen, das sie „Not-Insel“ oder „Not-Eingänge“ nennen. Ganz offenbar bestand daran ein Mangel, und Ladenbetreiber kamen nicht alleine auf die Idee, Kindern in Not grundsätzlich die Tür zu öffnen.

Das war nämlich, neben dem mit dem Schutzmann, der zweite Rat, den die Eltern vor 40 Jahren parat hatten: „wenn Du Dich verlaufen hast, dann geh in ein Geschäft und frag nach dem Weg.“ Pah! Wie gut, dass wir uns damals ohne Google Maps auf dem Aldi Smartphone in unserer Stadt auskannten und nicht in die Verlegenheit kamen, im Laden um Hilfe zu bitten. Denn im Meer der Einkaufsstraßen gab es seinerzeit keine einzige Not-Insel. Ganz sicher wären wir von den Ladenbesitzern grimmig verjagt worden, auch von denen, die uns immer die Scheibe Mortadella über die Theke reichten und die es geduldig ignorierten, wenn wir den Drehständer mit den Matchbox-Autos fast zerlegten.

Aber jetzt sind sie gerettet, die Kinder. Endlich haben sie Sicherheit in den Städten, zumindest gefühlte Sicherheit. Endlich sind die Ladeninhaber dank der Unterstützung der Stiftungen in der Lage, Eltern herbeizutelefonieren, ein Pflaster aufzukleben, ein Glas Wasser zu reichen und in schlimmen Fällen die brutalen Verfolger der Kleinen mit einer halbautomatischen Waffe in die Flucht zu schlagen.

Für den Fall, dass einmal noch kleinere Kinder in Not sind, hat man auch etwas erfunden: die Babyklappe. Dort können sich die Kleinsten vor verantwortungslosen Eltern in Sicherheit bringen. Nur leider sind die Eltern (Mütter), die immerhin noch soviel Verantwortung aufbringen, das Kind dorthin zu bringen, nicht diejenigen, vor denen man es wirklich schützen müsste. Die Zahl der Kindstötungen gingen nach massivem Ausbau der Klappen laut Terre des Hommes jedenfalls nicht zurück.

Bei so vielen Hilfsangeboten, Klappen, Eingängen, Inseln für Leute die solche Hilfe nicht brauchen, bereitgestellt von Leuten doch doch so gerne helfen wollen, finden sich doch sicher andere Hilfsziele, auf die wir dringend warten. Hier eine kleine Wunschliste von Einrichtungen, die echte Renner werden könnten und bei denen die Helfer ihr Engagement ganz besonders unter Beweis stellen könnten:

  • Not-Inseln – „Willkommen in der freien Welt“:
    für junge Frauen, die unter Familienehre etwas anderes verstehen, als ihre Väter und Brüder
  • Not-Eingänge – „hier ist alles erlaubt“:
    für Opfer grüner Bevormundung, und:
  • Die Youkenlicken-Klappe – „Stairway to Hell“:
    hier landen kriminelle In- und Ausländer auf direktem Weg vor dem Richter