Wolfgang Hübner: Die Botschaft aus Bremen signalisiert Vernichtungswillen

Im Fadenkreuz der Linken: Die AfD-Gründer um Bernd Lucke (Mitte) bei einer Veranstaltung in Oberursel (Bild: metropolico)

Der tätliche Angriff von mutmaßlichen Linksextremisten auf den AfD-Bundessprecher Prof. Bernd Lucke in Bremen ist kein unschöner Störfall im Wahlkampf, den nur einige wirrköpfige Außenseiter unserer Gesellschaft zu verantworten haben. Vielmehr ist dieser Angriff das keineswegs überraschende Resultat einer bislang höchst erfolgreichen Verteufelung von politischen Positionen, die – wenngleich doch nur vorsichtig und provokationslos – die links-grüne Gesinnungshegemonie in Deutschland in Frage stellen. Deshalb sind nicht die verachtenswerten Täter von Bremen das wahre Problem, sondern jene sich geradezu allmächtig dünkende Kreise, die unter lautstarken Beteuerungen von „Toleranz“ tatsächlich mit gnadenloser Unduldsamkeit jeden in die „rechte“ Abseitsecke stellen, der ihnen den fälligen Kotau verweigert oder auch nur den Verdacht erweckt, das im Sinn zu haben.

Diejenigen, die den fünffachen Vater, renommierten Wissenschaftler und Parteigründer mit körperlicher Gewalt vom Podium stießen, wussten sich in jedem Moment der Planung und Ausführung ihrer Tat im Einverständnis mit der links-grünen Gesinnungshegemonie. Ohne diese wäre die Tat so nicht möglich gewesen, wäre sie so nicht geschehen. Denn wer so vorgeht gegen einen Mann, der nachweislich nie gegen irgendeine Minderheit hetzt, keinerlei radikale Ansichten pflegt oder gar äußert, der niemanden demagogisch aufputscht – wer trotz all dem nicht zulassen will, dass dieser Mann seine Ansichten vor Mitgliedern seiner Partei und informationsbegierigen Bürgern entfalten darf, der fühlt sich nicht als Außenseiter, sondern nur als aktiver Vollstrecker einer Verurteilung, die andere längst politisch und multimedial formuliert haben.

Wäre es anders, hätten die Täter lediglich mit Zwischenrufen gestört oder mit allerlei Einfällen versucht, den Redner aus dem Konzept zu bringen. Vielleicht hätten sie Lucke auch mit Eiern beworfen oder mit Sahnetorte beschmiert. Das alles wäre zwar auch nicht erfreulich, doch gerade noch in dem Rahmen, den die vielbeschworene Zivilgesellschaft mit zähneknirschender Toleranz, guten Nerven und etwas Humor ertragen könnte. Wer aber auf die Bühne stürmt und den Redner unter Einsatz von Gewalt in der Manier von Herrenmenschen von dieser jagt wie ein lästiges Insekt, der signalisiert nicht nur eine andere politische Meinung, sondern vermittelt die Botschaft, dass ausschließlich die eigene Meinung zu gelten habe, die des Verjagten aber nicht geäußert und eigentlich auch gar nicht gedacht werden dürfe.

In der Tat von Bremen kommt deshalb kein politischer Protest zum Ausdruck, sondern offenbart sich Vernichtungswillen. Wer damals Bücher verbrannte, wer nun die Meinungsfreiheit nur auf die Freiheit der eigenen Meinung reduzieren will, ist nicht nur vom gleichen Ungeist besessen, sondern glaubt sich auch im Recht, diejenigen vernichten zu dürfen, die sich seinem Ungeist widersetzen – und tut das schließlich auch. Wenn Bernd Lucke in Bremen ohne Verletzungen davongekommen ist, dann nicht wegen der Harmlosigkeit der inzwischen schon wieder freigelassenen mutmaßlichen linksextremen Täter. Vielmehr haben jene ganz bewusst vor Publikum und laufender Kamera signalisieren wollen: Wir können auch anders, wir schüchtern ein, wir sind stark und wir wissen warum, denn klammheimlich stehen viele hinter uns.

Irgendwo in der links-grünen Gesinnungsrepublik könnte übrigens jemand dieses Signal so verstanden haben, dass zur Verhinderung eines möglichen Erfolgs von Bernd Lucke und seiner Partei auch ein Schuss oder ein Stich notwendig ist. Die vergangenen, aber nicht vergessenen politischen Morde im sonst so friedlichen und toleranten Nachbarland Holland sollten Warnung genug sein, die Tat von Bremen nicht als „Zwischenfall“ abzutun, sondern als dringenden Aufruf an alle Demokraten und nicht zuletzt auch an die Sicherheitsbehörden, Prof. Lucke zu schützen, damit er den Wahltag am 22. September 2013 nicht als Märtyrer oder im Rollstuhl erlebt.

Der beste und wirksamste Schutz allerdings wird die Beendigung der links-grünen Gesinnungshegemonie sein. Wer jedoch glaubt und hofft, diese würde freiwillig aufgegeben, muss sich eine verdammt hohe Lebenserwartung zubilligen. Alle anderen sollten weniger geduldig sein und von Stunde an jeglichen Kotau selbstbewusst verweigern. Erst wenn die Täter von Bremen und anderswo diesen überfälligen Gezeitenwechsel des gesellschaftlichen Geistes irgendwann bemerken, werden sie unsicher in ihrem Vernichtungswillen. Je schneller das der Fall ist, desto sicherer wird wieder die Demokratie in Deutschland – und auch das Leben des Bernd Lucke.

Zum Autor: Wolfgang Hübner ist Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Frankfurter Römer. Der Text ist im Original erschienen auf der Internetseite der Freien Wähler Frankfurt.