Was ist neu an der Erkenntnis, dass sich der Staat an der Familie bereichert? (Bild: Marie Andersson Skansen; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link)

Die Familie. Die biologische und kulturelle Keimzelle einer gesunden Gesellschaft. Die kleinste Einheit der sozialen Sicherung. Eine Selbsthilfegemeinschaft.

Zunehmend jedoch wird versucht durch Staatsfinanzierung die Funktionen der Familie zu schwächen. Staatlich organisiere Familienersatzeinrichtungen von Kindertagesstätten über Ganztagsschulen versuchen diese gesellschaftliche Keimzelle durch einen Wohlfahrtsstaat zu ersetzten.

„Familienpolitik“ setzt das Geld ein, das er vorher den Familien entzogen hat

Dazu setzt der Staat über 55 Milliarden Euro Familienförderung pro Jahr ein. Geld, dass er den Familien selbstredend vorher über Steuern und sonstigen Belastungen entzogen hat und nun mit gönnerischen Bezeichnungen wie „Familienförderung“ verteilt.

Laut einer aktuelle Untersuchung, deren Ergebnisse in wenigen Wochen veröffentlicht werden sollen, belegt angeblich einmal mehr, dass nicht die Familien vom Staat, sondern dieser vielmehr von den Familien profitiere.
Trotz der mittlerweile mehr als 156 familienpolitischen „Leistungen“ durch die Bundesregierung, dazu zählt zum Beispiel auch der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren in einer Kinderverwahranstalt namens Kindertagesstätte, tragen die Familien mit Abstand den größten Teil der Steuer- und Sozialabgaben.

Laut des Bochumer Professors für Sozialökonomie Martin Werding, der im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung an einer Studie zu diesem Thema arbeitet, zahlt ein Kind im Laufe seines Lebens weit über 50.000 Euro in die Sozialkassen mehr ein, als es an Zuschüssen für Betreuung und Bildung erhält.

Wer ein Kind großzieht, der schenke der Allgemeinheit damit Geld – und zwar nicht nur ein bisschen, sondern richtig viel Geld, so Werding. Auch der Mainzer Physikprofessor Hermann Adrian kommt zu dem Ergebnis, dass Familien ab dem zweiten Kind mehr zahlen, als sie vom Staat erhalten.

Die Rechnung geht laut Studie mehr als auf

Ein typisches Paar mit zwei Kindern gebe inklusive aller Ausgaben für die Lebenshaltungskosten insgesamt 600.000 Euro für den Nachwuchs aus und sorge damit für den Wohlstand aller Kinderlosen und Ein-Kind-Familien. Adrian ist sich daher auch sicher: Wüssten Eltern vor ihrer Entscheidung von dieser Schieflage, so das Bündnis Familien-Schutz.de, würden sich noch weniger für mehr als ein Kind entscheiden. Die Milliarden, die in die „Familienpolitik“ gesteckt werden, so in den Ausbau der Kita-Plätze würden nicht ausreichen, um an diesem Ungleichgewicht etwas zu ändern und eine „fiskalische Gerechtigkeit“ herzustellen, so Werding.

Der Focus führt auf, dass die fiskalen Einnahmen, die der Staat durch die Familie jährlich realisieren kann, selbst durch Ausgaben für Kindergeld, Betreuung und Bildung, immer noch rentieren, auch dann, wenn der Nachwuchs an staatlichen Hochschulen studiere. Die Ausbildung würde zwar mehr kosten, später jedoch durch höhere Steuern und Sozialabgaben und der geringeren Wahrscheinlichkeit arbeitslos zu werden, mehr als kompensiert.

Ebenso würden Ausgaben, die durch die kostenlos Mitversicherung von Kindern in der gesetzlichen Krankenversicherung entstehen, dadurch überkompensiert werden, dass diese Kinder als zukünftige Beitragszahler von den Krankenversicherern wahrgenommen würden.

Es geht her nicht um Geld – es geht um Einstellungen und Werte

Alle politischen Begönnerungen der wahlkampfführenden Parteien können nicht darüber hinwegtäuschen, dass je mehr dies geschieht und der Wohlfahrtsstaat sich unsere Kinder zum Hauptobjekt auserkoren hat, die Familie mehr und mehr sozialisiert wird.

Es ist die Meinung aufgekommen, dass die Opportunitätskosten, also der materielle und berufliche Verzicht für Kinder heutzutage zu hoch sei und für diesen Verzicht der Staat, die Allgemeinheit, finanziell aufzukommen habe. So kommt es immer weiter zur Sozialisierung der Kinderkosten und zum Aufbau von Familienersatzeinrichtungen bis zur faktischen Auflösung der Familie, ohne dass dies die demographische Wirklichkeit verbessern würde.

Gerd Habermann, Initiator und Mitgründer der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft und der Friedrich-August von Hayek-Stiftung für eine freie Gesellschaft, stellt dazu fest, dass es hier im Kern nicht um materielle Fragen, sondern um grundsätzliche Einstellung, die im Bereich der Werte liegen, geht.

Eine private Gegenbewegung, die sich gegen den Kompetenzentzug der traditionellen Familie durch den Staat stemmt ist das Familiennetzwerk. (BS)