Keine erhöhte Krebsrate oder gar Tote durch Fukushima

Die Kernenergie steht in Deutschland auf verlorenem Posten – Das Kernkraftwerk Grohnde bei Hameln (Bild: Autor: Heinz-Josef Lücking; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link)

Wie Spiegel online berichtet, hat das zu den Vereinten Nationen gehörende Komitee für die Folgen von Strahlung (Unscear) nun eine Studie vorgelegt, aus der hervorgeht, dass es bei dem durch einen Tsunami verursachten Kraftwerksunglück im japanischen Fukushima weder Tote im Zusammenhang mit der Kraftwerkshavarie noch eine erhöhte Krebsrate unter der Bevölkerung zu verzeichnen gibt.

Im März 2011 kam es zu einem Tsunami, der im japanischen Fukushima viele Menschenleben beendete und der zu einer Havarie in einem dort gelegenen Kernkraftwerk führte. Daraufhin gab es im mehrere Tausend Kilometer entfernten Deutschland eine Panik vor erhöhter radioaktiver Strahlung. Das diese unbegründet war, geht nun aus einer Studie hervor, die das Komitee für die Folgen von Strahlung (Unscear) vorgelegt hat, wie Spiegel online berichtet. Als Grund wird vor allem das umsichtige und besonnene Verhalten der japanischen Behörden im Umgang mit diesem Unfall in dem Kernkraftwerk angegeben. So wurden beispielsweise 160.000 Menschen innerhalb kürzester Zeit aus der Gefahrenzone gebracht, was die Strahlenbelastung dieser Personen auf ein Minimum reduzierte, wie Unscear-Mitglied Wolfgang Weiss bei einer Konferenz am vergangenen Freitag zu Protokoll gab.

Demnach sei die Dosis der radioaktiven Strahlung so gering, dass es weder Todesfälle zu verzeichnen gebe, die auf den Reaktorunfall rückschließen lassen, noch erwarte man für die Zukunft ein erhöhtes Ansteigen der Krebsrate bei den entsprechenden Personen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte bereits im Februar einen Bericht vorgelegt, der zu demselben Ergebnis führte.

Deutschland isoliert sich

Japans liberaldemokratischer Ministerpräsident Shinzo Abe kündigte bereits kurz nach seiner Wahl im vergangenen Dezember an, dass die Kernkraftwerke, die nach dem Fukushima-Zwischenfall abgeschaltet wurden, innerhalb der nächsten drei Jahre wieder in den Betrieb gehen. Insgesamt verfügt Japan über 54 Kernkraftwerke.

Unmittelbar nach dem Reaktorunfall in Fukushima verkündete Angela Merkel, dass sie acht der 17 bestehenden deutschen Kernkraftwerke die Betriebsgenehmigung entziehen wolle. Das letzte deutsche Kernkraftwerk soll 2022 vom Netz gehen. Eine konkrete Begründung erfolgte nicht. Es gab weder konkrete technische Mängel, noch die Gefahr einer Kettenreaktion durch das Kernkraftwerk im 9.000 Kilometer entfernten Japan. Die Entscheidung zun Atomausstieg war umso bemerkenswerter, als Angela Merkel sich noch kurz vor dem Reaktorunfall für eine Verlängerung der Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke eingesetzt hatte.

Die Kernenergie ist weltweit auf dem Vormarsch

Mit Blick auf die nackten Zahlen wird deutlich, wie stark sich Deutschland mittlerweile in die energiepolitische Isolation begeben hat. Wie Welt-Online berichtet, hat der Verband der Kraftwerksbetreiber und -hersteller in Deutschland, VGB Powertech, die Folgen von Fukushima zusammengefasst und in einem Beitrag in der Fachzeitschrift Energiewirtschaftliche Tagesfragen veröffentlicht.  Dort heißt es im Fazit: „Während Deutschland als einziges Land der Welt Anlagen stillgelegt und einen kurzfristigen Ausstieg beschlossen hat, werden alle anderen 30 Kernenergie betreibenden Länder der Welt ihre Anlagen bis zum technischen Lebensende von mindestens 40, in den meisten Fällen 60 Jahren weiter betreiben.“ Eine Mehrheit dieser Länder werde „darüber hinaus ihre Anlagen durch Neubauten ersetzen. Mindestens sieben weitere Länder haben beschlossen, in die Kernenergie einzusteigen.“

Zu den sieben Staaten, die neu ins Kernenergiegeschäft einsteigen wollen, gehören unter anderem Vietnam, die Türkei und Saudi Arabien. Auch China forciert seinen Ausbau der Kernenergie. Dort befinden sich aktuell 28 Reaktoren im Bau, wovon sieben nach Fukushima ihren Spatenstich erlebten. Auch halten 15 Länder an ihren geplanten Neubauten fest, darunter die USA, England, Frankreich, Tschechien, Finnland und andere.

Deutschland wickelt sich selbst ab

Deutschland hat sich mit seiner völlig überhasteten und von Bettina Röhl zu Recht als „blindwütigen Aktionismus“ beschriebenen „Energiewende“ in eine energiepolitische Sackgasse begeben, die der deutschen Bevölkerung noch schwerste Schäden zufügen wird.

Umweltminister Peter Altmeier (CDU) prognostizierte vor wenigen Monaten, dass die Energiewende bis zu einer Billion Euro kosten wird. Das deutsche Volk, dass durch die so genannte Eurorettung schon über Gebühr und auf Generationen im Voraus verschuldet wurde, darf sich bei seinen Volksvertretern bedanken.

Erschwerend kommt hinzu, dass in Deutschland die Umverteilung mittlerweile nicht mehr nur über Steuern, sondern mehr und mehr auch über die Energiepreise betrieben wird. Roland Tichy, Chefredakteur der Wirtschaftswoche, wies in einem Kommentar darauf hin, dass mit Hilfe des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) mittlerweile die Hausbesitzer von der breiten Masse der der Bevölkerung alimentiert werden. Das funktioniert laut Tichy folgendermaßen: Durch das EEG werden die Stromanbieter gezwungen, völlig unrentablen Strom, beispielsweise aus Solarzellen, abzunehmen und ins Netz einzuspeisen und damit den viel günstigeren Strom zu verdrängen, voll zu Lasten der Endverbraucher. Diese Zusatzlasten belaufen sich laut Tichy auf etwa 680 Milliarden Euro. Der Endverbraucher muss selbstverständlich auch die circa 100 bis 200 Milliarden Euro zusätzlich berappen, die nötig sind für neue Solar- und Windstromleitungen. (FG)