Russland überdenkt Adoptionsrecht

Russland überdenkt Adoptionsrecht (Bild: Martin Strachoň ; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link)

Als Reaktion auf die Entscheidung des sozialistischen französischen Staatspräsidenten Hollande will Russland nun sein Adoptionsrecht überdenken, um französische Homopaaren von der Adoption russischer Kinder auszuschließen.

Während die Proteste in Frankreich gegen das von der sozialistischen Regierung beschlossene Adoptionsrecht für Homopaare und die damit verbundene Neuregelung des Eherechts unvermindert weitergehen (metropolico berichtete), scheint man im Ausland erste Konsequenzen auf das veränderte Eherecht der Franzosen zu ziehen.

Wie der katholische Nachrichtendienst kath.net berichtet, plant das russische Parlament das Adoptionsabkommen mit Frankreich dahingehend zu ändern, dass homosexuelle Paare von der Adoption russischer Weisenkinder ausgeschlossen werden. Die für derartige Dinge zuständigen Ausschüsse der Duma sollen in einer Sitzung am kommenden Montag über eine entsprechende Gesetzesänderung entscheiden. Bei der Sitzung sollen auch Vertreter von französischen Organisationen eingeladen sein, die sich in der Vergangenheit bereits gegen das Recht auf Adoption durch homosexuelle Paare ausgesprochen haben.

Russisches Parlament verbietet „homosexuelle Propaganda“

Treibender Keil bei der geplanten Änderung des russischen Adoptionsrechts ist laut kath.net der russische Staatspräsident Wladimir Putin. Demnach habe dieser bereits im April dafür plädiert die Adoptionsabkommen mit Ländern, die das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare eingeführt haben zu verändern und einzuschränken. Russland verlange Respekt für seine kulturellen Traditionen sowie die ethischen, gesetzlichen und moralischen Normen“.

So die damalige Begründung seiner Entscheidung. Wie Moskauer Quellen darlegen, wurden die meisten Adoptivkinder zuletzt – wenn sie ins Ausland vermittelt wurden– nach Spanien und eben nach Frankreich vermittelt.

Bereits in der Vergangenheit ist die russische Regierungspolitik durch klares Festhalten an traditionellen und konservativen Einstellungen in der Familienpolitik aufgefallen. So wurde laut einem Bericht der Deutsch-Russischen Nachrichten ein Gesetz beschlossen, dass „homosexuelle Propaganda“ unter Minderjährigen verbietet. Bereits im Februar verkündete Pavel Astakhov, Ombudsmann für Kinder, dass Adoptionen von russischen Kindern für homosexuelle Paare gegen die Verfassung verstoßen und damit unter keinen Umständen zu tolerieren sei.

Das russische Gesetz sei eindeutig, denn demnach sei eine Ehe die Vereinigung zwischen Mann und Frau und sonst nichts.

Recht auf Abtreibungen wird stark eingeschränkt

Auch in anderen östlichen Staaten scheint man wieder zunehmend Gefallen an konservativen Werten in der Gesellschafts- und Familienpolitik zu finden. So wurde einem weiteren Bericht des katholischen Nachrichtendienstes kath.net zufolge vor wenigen Tagen im litauischen Parlament ein Gesetz auf den Weg gebracht, dass das Recht auf Abtreibung massiv einschränkt.

Dem Gesetz zufolge dürfen zukünftig nur noch Abtreibungen vorgenommen werden, wenn die Zeugung das Resultat einer Vergewaltigung darstellt oder wenn das Leben der Mutter in akuter Gefahr ist. Bisher waren Abtreibungen in Litauen bis zur zwölften Schwangerschaftswoche ohne besondere Angabe von Gründen zulässig.

Der ersten Lesung des Gesetzes stimmten 46 Abgeordnete zu, 19 dagegen und 25 Abgeordnete enthielten sich. Endgültig abgestimmt werden soll im kommenden Herbst. (FG)