Paul Wittmann: Ein Superschurke von comichaften Ausmaßen

Der „Godfather“ der Ökobewegung –  Ted Turner (Bild: Alan Light; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link)

Ich möchte ihnen heute niemand geringeres vorstellen als den „Godfather“ der Ökobewegung, nein nicht Al Gore, die Rede ist von Ted Turner. Turner ist unter anderem Multimilliardär, Großgrundbesitzer, Medienunternehmer, „Philanthrop“, Bisonzüchter, „Umweltschützer“ , einer der mächtigsten Menschen dieses Planeten und ein Superschurke von comichaften Ausmaßen.

Der exzentrische „Menschenfreund“ Turner sorgte zuletzt für Aufsehen, als er sich öffentlich erfreut darüber zeigte, dass mittlerweile mehr US-Soldaten durch Selbstmord sterben als im Kampf und die Meinung vertrat, ein nuklear bewaffneter Iran sei eine großartige Idee.

Sein beträchtliches Vermögen, das er heute zum erheblichen Nachteil seiner Mitmenschen missbraucht, machte Turner mit Medien. Er ist wohl das, was man gemeinhin als Medienmogul bezeichnet und neben Rupert Murdoch, mit dem ihn eine leidenschaftliche Hassbeziehung verbindet, wohl der mächtigste Mann in diesem Geschäft.

Nach dem Tod seines Vaters, der sich das Leben nahm, übernahm er die Leitung von dessen Werbefirma. Schnell zeigte sich sein geschäftliches Geschick, schon bald danach gründete er mit TBS (Turner Broadcasting System) seinen ersten eigenen Fernsehsender. 1980 folgte sein zweiter Sender, der Nachrichtensender CNN. Wenig später folgte mit TNT der dritte Sender und mit „World Championship Wrestling“ der Einstieg ins Wrestling-Geschäft, mit Letzterem konnte er seine Verachtung für den gemeinen Plebs dann so richtig zelebrieren. Aufzuzählen, was Ted Turner noch alles besitzt, gegründet oder gekauft hat, würde zu weit führen, aber seien Sie sicher, man könnte damit ohne weiteres ein ganzes Buch füllen.

Nach mir die Sintflut

Irgendwann während seines rasanten Aufstieges muss dem Mann eine Sicherung durchgebrannt sein und so beschloss er, dass er auserkoren ist, die Welt zu retten, vor den Menschen versteht sich! Um den Planeten vor dem menschengemachten Klimawandel zu retten, so Turner, müsse die Erdbevölkerung mittels einer „vernünftigen“  Ein-Kind-Politik reduziert werden, China sei hier „ein Vorbild“.

Eine Reduktion der Erdbevölkerung von sieben Milliarden auf zwei Milliarden sei das Mindeste, aber die weltweite Ein-Kind-Politik müsste dann 100 Jahre fortbestehen, damit es zum gewünschten Ziel führt. Eine softe Variante der Ein-Kind-Politik haben wir ja bereits in der westlichen Welt ohnehin schon, wenn man sich die Scheidungs- und Geburtenraten so anschaut, die einzigen Bevölkerungen, die wachsen, sind die der Dritten Welt.

Wen die Agenda von Turner am härtesten trifft, liegt auf der Hand. Anstatt den Entwicklungsländern zu erlauben, sich zu industrialisieren und zu emanzipieren, würde es darauf hinauslaufen, sie unter dem Joch der Technokratie auf alle Ewigkeit klein zu halten. Bill Gates, seines Zeichens ebenfalls „Philanthrop“, verfolgt mit „Planned Parenthood“ ganz ähnliche Wahnsinnsziele. Die Eugenik war unter den sogenannten „Progressives“ schon immer sehr weit verbreitet. Gleiches gilt für die Verharmlosung der chinesischen Diktatur.

Sollten Sie der Auffassung sein, dass Leute wie Gates und Turner Kapitalisten sind, dann haben Sie bereits unbewusst die Deutungshoheit des sozialistischen Spektrums akzeptiert. Nur, weil es sich um Multimilliardäre handelt, sind sie noch lange keine Anhänger der freien Marktwirtschaft. Sowohl Bill Gates, als auch Ted Turner, sind waschechte Technokraten und haben rein gar nichts übrig für die Idee der individuellen Selbstbestimmung.

Bezeichnend für unsere heutige Zeit ist, dass dieser Typus des „Unternehmers“ von allen Seiten aufs Höchste gelobt wird. Die Koch-Brüder hingegen sind für die Mehrzahl der Menschen heute ein Synonym für „das Böse“ schlechthin. Dies ist wohl hauptsächlich in ihrem Einsatz für die Bürgerrechte und die Wirtschaft der US-Amerikaner begründet. Unter anderem die Tea-Party-Bewegung und die Organisation „Americans for Prosperity“ werden von David und Charles Koch sehr unterstützt. In dem vermeintlichen Dokumentarfilm „Revolution der Reichen – Die Tea Party Verschwörung“, der auch im ZDF zu sehen war, werden die Koch-Brüder als finstere Raubtierkapitalisten dargestellt, die nichts anderes im Sinn haben, als ihre eigene Macht zu erhalten. Die deutsche SPD, die ja ohnehin mit dem ZDF im Bett zu stecken scheint, findet diesen Film natürlich großartig.

Von Bill Gates hingegen wird man in unseren Medien so gut wie nie etwas Schlechtes hören. In Wirklichkeit sind es die Kochs, die sich dafür einsetzen, dass andere Menschen ebenfalls zu erfolgreichen Unternehmern werden können und nicht von der Obrigkeit unterjocht werden. Sowohl Turner, als auch Gates machen das genaue Gegenteil. Sie nutzen ihre finanzielle Macht, um die globale Politik zu unterwandern und um ein System zu errichten, welches letzten Endes zu einer Welt voller gleichgeschalteter, CO2-neutraler, Einheitsmenschen führen wird.

Mit Gaia gegen den bösen Kapitalismus

Ted Turner hat eine interessante Weltanschauung für jemanden, der eine Fläche von 8.000 Quadratkilometer sein Eigen nennt, die nur von seinen eigenen 50.000 Bisons genutzt wird. In seinen 46 Restaurants, die allesamt zu seiner eigenen Kette mit dem Namen „Ted’s Montana Grill“ gehören, gibt es feinstes Bisonfleisch. Natürlich wird hier die meiste Energie aus Sonnenkollektoren gewonnen und der Betrieb ist zu 99 Prozent plastikfrei. Erneuerbare Energien und ein Verzicht auf Plastik sind an sich ja kein Problem, dies zu benutzen, um für Neo-Eugenik zu werben, allerdings schon. Dass es sich bei der Vorstellung, die Erde wäre überbevölkert, um absoluten Schwachsinn handelt, hält Turner selbstverständlich nicht davon ab, sich mit aller Macht für seine Überzeugungen einzusetzen.

Im Jahr 1998 gründete er  mit einer Schenkung von einer Milliarde US Dollar die „United Nations Foundation“, Mission dieser vermeintlich gemeinnützigen Unternehmung ist die Bewältigung „drängender Probleme“ der Erde, darunter fällt selbstverständlich der Klimaschutz und alles was dazu gehört. Für die Kleinen hat Turner auch was im Programm. In der Zeichentrickserie „Captain Planet“  rettete von 1993 bis 1996 eine Gruppe Jugendlicher mit der Unterstützung von der Erdenmutter Gaia und Captain Planet regelmäßig die Welt vor bösen kapitalistischen Umweltsündern. Der Mann, der dem Rest der Welt maximal ein Kind erlauben möchte, hat selbst übrigens vier Freundinnen und fünf Kinder.

Was genau einen Menschen, der mit mehreren Kindern und von unfassbarem Reichtum gesegnet ist, bewegt, daran zu arbeiten, alle anderen zur Hölle zu jagen, kann ich Ihnen nicht sagen. Womöglich hält er sein Handeln tatsächlich für etwas Gutes.

Wie sagt man so schön: „Der Weg zur Hölle ist mit guten Absichten gepflastert“.

Autoreninfo:
Der Autor Paul Wittmann vertritt liberale bis libertäre Positionen. Seine Themenschwerpunkte sind Kollektivismuskritik, Argumente gegen sozialistische Staatsentwürfe, Libertarismus, die österreichische Schule der Nationalökonomie, alternative Modelle zur derzeitigen EU-Politik und die Verteidigung der individuellen Freiheit gegenüber staatlicher Willkür.