Wollen "Gerechtigkeit" und erwürgen dabei die Freiheit: Sozialisten wie Tony Blair. (Bild: Michael Thaidigsmann, Quelle: Wikipedia,Rechte siehe Link
Wollen „Gerechtigkeit“ und erwürgen dabei die Freiheit: Sozialisten wie Tony Blair. (Bild: Michael Thaidigsmann, Quelle: Wikipedia,Rechte siehe Link)

Stefan Seifert: Von der Fabian Society zur  Labour Party –  die Geschichte des britischen Sozialismus. Totalitarismus im Namen der „Gerechtigkeit“.

Wenn der Sozialismus kritisiert wird, so ist in der Regel  vom Nationalsozialismus, von der „DDR“, dem sogenannten Stalinismus, Nordkorea oder der chinesischen Kulturrevolution die Rede. Angesichts der endlosen Leichenberge, die durch diese Spielarten des Sozialismus verursacht wurden, ist es in der Tat ein Leichtes dagegen zu argumentieren.

Die vordergründig eher gemäßigt erscheinende Alternative zum revolutionären Massenmord-Sozialismus, die sogenannte Sozialdemokratie, wird hingegen von den meisten Menschen mit völliger Selbstverständlichkeit für eine großartige Idee gehalten. Wenn es ganz kitschig wird, dann fällt auch mal der Begriff „Errungenschaft“. Für all diejenigen, denen  der reine Marxismus eine Spur zu hart ist, die gleichzeitig aber nicht darauf verzichten wollen, stets für „Gleichheit“ und „Gerechtigkeit“ zu kämpfen, die sind als Sozialdemokraten immer auf der Sonnenseite. Wessen Geistes Kind einer zwangsläufig sein muss, wenn er die noblen Absichten oder Praktiken der Sozialdemokratie in Frage stellt, können edle Herren wie Martin Schulz in Windeseile diagnostizieren, so kommen diese Leute regelmäßig zu dem Schluss „das kann nur ein Faschist sein“.

Ganz und gar keine Arbeiterpartei

Eine der einflussreichsten und „bedeutendsten“ sozialdemokratischen Parteien überhaupt ist die britische Labour Party oder „Die Arbeitspartei“, wie man im Deutschen sagen würde. Bezeichnend für diese Partei, die sich angeblich für die Interessen der allgemeinen Bevölkerung einsetzt, ist, dass sie aus einer reinen Elitenbewegung heraus entstanden ist. Wegbereiter der 1906 gegründeten Labour Party war die Fabian Society, die auch heute noch existiert. Hierbei handelte es sich um eine britische Intellektuellenbewegung, deren Mitglieder so gut wie immer der Oberschicht entstammten.

Prominente Mitglieder der Fabian Society waren illustre Gestalten wie die Feministin Emmeline Pankhurst, der Schriftsteller H.G. Wells und der irisch-britische Dramatiker George Bernhard Shaw. Neben ihrer Mitgliedschaft in der Fabian Society gab es noch eine weitere Gemeinsamkeit. Sie waren allesamt überzeugte Eugeniker. Besonders herauszuheben ist hier George Bernhard Shaw, er war der erste, der öffentlich nach „humanem Gas“ für die Tötung von unproduktiven Menschen und sogenannten „Sozialschädlingen“ forderte. Hiermit waren vor allem Behinderte oder Minderbegabte gemeint. Ebenfalls bezeichnend für den autoritären Charakter von Shaw, war die radikale Ablehnung der amerikanischen Verfassung. Da es sehr viele Filmaufnahmen von Shaw gibt, ist heute ohne Probleme möglich sich von dem Weltbild dieses Mannes selbst zu überzeugen.

Der historische Gegenspieler zum Liberalismus

Interessanterweise war es niemand geringeres als George Bernhard Shaw, der im Jahr 1900 eine Schrift mit dem Titel „Fabianism and the Empire“ veröffentlichte. In diesem Pamphlet versuchte Shaw darzulegen, weswegen seiner Meinung nach die Zeit des Liberalismus und der individuellen Freiheit zu Ende ist und die Zeit des Sozialismus gekommen sei. Nur der Sozialismus, so Shaw, ermögliche das Fortbestehen des britischen Imperiums. Der blanke Wahnsinn in den Augen eines Tony Blair, der ihn bei der Ausführung seiner Vorstellung von einer perfekten Gesellschaft überkommt, ist keine Überraschung wenn man sich die Wurzeln seiner Ideologie genauer ansieht.

Trotz der offenkundig faschistoiden Ausrichtung des damaligen Sozialismus in England, wäre es ein Fehler, die Denkrichtung Shaws mit dem Nationalsozialismus gleichzusetzen. Dennoch ist es dieses Milieu gewesen, aus welchem sich die Nazis für ihre ideologische Giftküche erheblich bedienten und sowohl der Größenwahn, als auch die scheinbar unendliche Arroganz, die Kritikern des heutigen Hybridsozialismus entgegengebracht wird, ist in keiner Weise gerechtfertigt. Das  letzte Jahrhundert, welches mit der blinden Euphorie über die Technokratie und die Staatswissenschaft begann, entwickelte sich zum Jahrhundert der Grausamkeit und des industriellen Massenmordes. Es war das Jahrhundert, in dem „Das Wir“ entschied. Ob Herr Schulz wohl weiß, wessen Geistes Kind er ist?