Stefan Seifert: Die Definitionsmacht in der BDDRD

Die CDU-Politikerin Vera Lengsfeld sorgte im Januar dieses Jahres für Aufruhr als sie den öffentlich-rechtlichen Staatsmedien aufgrund der GEZ-Zwangsabgabe  „DDR“-Methoden vorwarf.  Wenn Lengsfeld den Begriff „DDR“ in den Mund nimmt, kann man sicher sein, diese Frau weiß wovon sie spricht, konnte sie doch die vermeintliche Gerechtigkeit der SED-Diktatur in der Stasihaft am eigenen Leib erleben.

Endgültiger Stein des Anstoßes für Lengsfeld war ARD-Intendant Lutz Marmor, der  von der GEZ-Gebühr als „Solidarbeitrag“  sprach, wortwörtlicher „DDR“ – Jargon,  noch perfider drückte sich WDR-Chefredakteur Schönborn mit dem Wort „Demokratieabgabe“ aus.

Orwellsche Manier

Wäre die allgemeine Politikverdrossenheit in der Bundesrepublik nicht längst im Übergangsstadium zur totalen Gleichgültigkeit, hätten sowohl das Vokabular der hohen Herren des Staatsfernsehens als auch die, zum 1. Januar 2013 in Kraft getretene Zwangsgebühr für die Finanzierung des Staatsfernsehens, einen handfesten Skandal verursacht. Gute 20 Jahre nach dem Mauerfall scheint kaum noch ein Mensch in diesem Staat geistig in der Lage zu sein, zu verstehen, was es eigentlich bedeutet, wenn ein Staat beschließt die Propaganda , mit welcher er den politischen Willen seiner Bevölkerung  bilden möchte, durch eine regelrechte Zwangssteuer zu finanzieren.

Der Gipfel der Anmaßung zeigt sich an der Arroganz der Macht, mit welcher sich die Verantwortlichen in nahezu Orwell‘scher  Manier dazu veranlasst sehen, die Debatte einfach zu unterbinden, indem man sich die Sprache unter den Nagel reißt. Nach dem Motto, gut ist schlecht, Freiheit ist Sklaverei, Krieg ist Frieden und Ignoranz ist Stärke, wird die Zwangsgebühr, wie sie verdientermaßen heißen sollte, schlichtweg mit den rosigen Begriffen Demokratieabgabe und Solidarbeitrag betitelt. Aufschreie sind nur vereinzelt zu vernehmen.

Macht über die Sprache, ist die Macht über die Köpfe

Franz Josef Strauß erkannte seinerzeit sehr genau, dass die Macht über die Sprache, die Macht über die Köpfe ist. Wer Begriffe umdefiniert, einzelne Wörter de facto verbietet und diese dann als „Wurfgeschosse“ wie Strauß es nannte, benutzt um seine politischen Gegner zu bekämpfen, der bestimmt die Meinungskorridore, er bestimmt im Grunde sogar die Realität, beziehungsweise das, was  Menschen dafür halten, wenn man es ihnen nur lange genug einhämmert. Das populärste Wort im politischen Wörterkrieg ist zweifelsohne das Wort Nazi. Nazi ist nicht nur eine der schlimmsten Dinge, die man sein kann, sondern auch ein Kürzel für Nationalsozialist.

Hier ist also ein äußerst staatsgläubiger  Mensch mit ausgeprägtem Antisemitismus und Befürworter eines totalitären, auf Blut und Boden-Vorstellungen erbauten Führersystems gemeint. Des Weiteren ist ein Nazi fest davon überzeugt, sowohl der Kapitalismus als auch der Kommunismus seien jüdische Erfindungen um die Menschheit zu versklaven, die Kindeserziehung gehöre in staatliche Hand, der Islam sei aufgrund seiner tief verwurzelten Judenfeindschaft zu den höheren Religionen zu zählen und ein Zentralbankensystem mit ungedecktem Papiergeld sei grundsätzlich eine gute Idee.

Heutzutage, in der „BDDRD“,  werden ironischerweise hauptsächlich Menschen als Nazi beschimpft, die sich für Dezentralisierung einsetzen, die staatlichen Eingriffe in die Kindeserziehung kritisieren, sich gegen undemokratische Vorgänge wehren, Marktwirtschaft für eine gute Sache halten, den Kommunismus aufgrund seiner ideologischen Ähnlichkeit mit dem Nationalsozialismus ablehnen, den Zentralbankenterror der EZB kritisieren, den Islam aufgrund seiner teilweise faschistoiden Tendenzen kritisieren und den Staat Israel unterstützen oder sich, wie in meinem Fall, mit Schuldzuweisungen im Nahostkonflikt prinzipiell zurückhalten  und zumindest versuchen die Sache differenziert und realistisch zu betrachten.

Neusprech: Die Macht der 68er

Im Jahr 2013 ist ein Nazi das komplette Gegenteil von dem, was ein Nazi eigentlich ist. Sehr seltsam wenn man mich fragt, doch wie kommt das? Sind wir durch unerklärliche Vorgänge in einem Paralleluniversum gelandet in dem alle Dinge umgedreht sind? Nein, ein Wort, Neusprech! Dieses Wort stammt aus  George Orwell‘s Roman „1984“ und beschreibt, die Methode „des großen Bruders“, also des allmächtigen, allwissenden Staates, sich über die Sprache die Realität einfach so zusammenzuschustern, wie es ihm gerade passt. Einziger Unterschied zu Orwell’s Roman, in unserem Staat ist Neusprech nicht direkt von der Regierung installiert worden, sondern von den selbsternann Hütern der Gerechtigkeit, der deutschen Linken, allen voran wie immer, die grünen Linken.

Diese haben seit 68 einen strammen Marsch durch die Institutionen vollzogen und verfügen über eine, nicht zu unterschätzende Macht, welche sie voll ausnutzen, unter anderem durch ihre pausenlose Umdefinierung der Begebenheiten. Göring sagte mal, „Wer Jude ist bestimme ich“, ein weiteres Beispiel totalitärer Willkür. Übrigens sagte Goebbels höchstpersönlich einmal: „Der Idee der NSDAP entsprechend sind wir die deutsche Linke, nichts ist uns verhasster als der rechtsstehende, nationale Besitzbürgerblock“. Die Frage wer hier  in Wirklichkeit die Nazis sind, erübrigt sich wohl bei solch deutlichen Worten.

Angesichts des Piratenpolitikers Kevin Barth, der via Twitter den Juden an sich zu seinem Todfeind erklärte, des ehemligen grünen Landtagskandidaten Kerkovius, der öffentlich Phillip Rößler die NSU an den Hals wünscht, der Duisburger Linken, auf deren Website mysteriöserweise ein Davidstern mit einer Swastika verbunden wurde und Sarah Wagenknecht, welche die quasi-faschistische Politik Josef Stalins „als alternativlos“ bezeichnete, erhärtet sich der Verdacht, dass Goebbels mit seiner Definition der NSDAP, wohl einmal in seinem Leben voll ins Schwarze getroffen hat.

Definitionsmacht heißt totale Macht

Jüngstes Opfer der Nazikeule wurde ausgerechnet ein türkischer Autor namens Akif Pirinçci, dieser erdreistete sich, zur Empörung der gleichgeschalteten Gutmenschenmasse, darauf aufmerksam zu machen, dass in diesem Land mittlerweile reihenweise Menschen durch brutale, ungezügelte Gewalt, die hauptsächlich von Migrantengangs ausgeübt wird, ums Leben kommen und als wär das nicht schlimm genug, dann auch noch von Moralaposteln der Kategorie Roth oder Künast in die „rechte“ Ecke gedrängt werden, sofern sich überhaupt welche wagen sich darüber zu empören, was den meisten Menschen ja mittlerweile erfolgreich aberzogen wurde.

Der Gangsterrapper „Veysel“ bekommt währenddessen lächerliche 3 Jahre für Totschlag und macht heute eine Karriere, die darauf aufbaut, dass er, unterlegt von Hip-Hop Beats und in Reimform, ausführlich darlegt, wie er Typen kaputt boxt oder Frauen misshandelt. Chaotische Welt? Im Gegenteil, knallharte Machtpolitik, denn  Definitionsmacht heißt totale Macht, sowohl der rote als auch der braune Terror war unter anderem deshalb so grausam und brutal, weil man die Opfer schlichtweg als „Unpersonen“ oder „Untermenschen“ definiert hat. In der Mathematik mag es wohl funktionieren, dass man Definitionen auf diese Weise umändern kann ohne die Gesetze der Mathematik zu verletzen, in der Realität hingegen sieht das anders aus, hier verstößt man insbesondere gegen jede Form von Moral und Ethik.

Systemlinge am Werk

Wenn wir schon bei Moral und Ethik sind, kommen wir zum Fall Ulli Hoeneß. Dieser führte ja in jüngster Zeit zu einem regelrechten Sturm der Entrüstung, als „Sperrspitze des Guten“ traten wieder einmal die Roths und Künasts dieser Republik in Erscheinung. Ulli Hoeneß, der in seinem Leben in etwa 50 Millionen Euro an Steuern gezahlt hat, hat sich also der Steuerhinterziehung schuldig gemacht, dafür zeigte er sich selbst an.

Nach geltendem Recht hat ein Steuerhinterzieher hierfür seine Strafe unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu bekommen, zumindest sollte man das meinen aber wie die letzten Wochen gezeigt haben  ist jeder, der sich auf die angebliche Rechtsstaatlichkeit der Bundesrepublik verlässt hoffnungslos naiv, denn diese wurde mal eben so außer Kraft gesetzt.

Anstatt der rechtmäßigen Strafe wurde Honeß in einem „DDR“-reifen Medienspektakel von allen systemrelevanten Organen der deutschen Medienlandschaft öffentlich an den Pranger gestellt, ob es Zeitungen waren, die mit hetzerischen Überschriften auf Hoeneß einschlugen, oder ob es im Polit-Talk war, wo sich die Systemlinge versammelten und ihn zur Unperson umdefinierten, immer waren sie vorne mit dabei die Künasts, die Trittins und wie sie alle heißen um ihre Agenda unters Volk zu bringen, GEZ finanziert versteht sich.

Autoreninfo:

Der Autor Stefan Seifert ist ein libertärer Minarchist. Inspiriert durch den Regulierungs- und Kollektivierungswahn, der sowohl Deutschland, als auch Europa derzeit in eine totale Katastrophe zu stürzen droht, veröffentlicht er auf metropolico Artikel zum Thema. Themenschwerpunkte sind unter anderem Kritik an der Verstaatlichung der Kindeserziehung, der ideologisch gelenkte Missbrauch der Staatsmedien, Meinungs- und Redefreiheit, Kritik des Papiergeldsystems und die Verteidigung bzw. der Ausbau unserer Bürgerrechte.