Leitartikel: Religion kann eine Bereicherung sein – der Islam ist es nicht

Religionen können eine Bereicherung sein – der Islam ist es anscheinend nicht (Bild: Gerd Altmann/Shapes:Rursus / pixelio.de; Quelle: pixelio.de )

Der aktuelle Religionsmonitor 2013, herausgegeben von der Bertelsmann Stiftung zeigt auf, wie die Deutschen den Islam wahrnehmen: Als die derzeit problematischste, weil aggressivste Religion.

Die Zahlen der Untersuchung spiegeln ein weltoffenes Deutschland wider. 61 Prozent im Westen und 57 Prozent im Osten Deutschlands geben an, eine religiöse Vielfalt als Bereicherung zu empfinden. In Westdeutschland sehen sogar 80 Prozent, im Osten 72 Prozent Religion als im Allgemeinen unschädlich an.

Spezifiziert man die Befragung und unterscheidet zwischen den Religionen, ob diese als Bereicherung oder als Bedrohung wahrgenommen werden, zeigt sich ein klar differenziertes Bild.

Unterschiedliche Wahrnehmung verschiedener Religionen

Den Islam sehen im Westen Deutschlands etwa 50 Prozent der Befragten als Bedrohung an, und nur 30 Prozent nehmen ihn als Bereicherung wahr. Im Osten drücken die entsprechenden Anteile noch stärkere Vorbehalte gegenüber dem Islam aus: 57 Prozent halten den Islam für eine Bedrohung, 21 Prozent für eine Bereicherung.

Als am wenigsten bedrohlich wird das Christentum benannt. Im Westen wie für den Osten Deutschlands herrscht immer noch eine gegenüber dem Christentum mehrheitlich positiv eingestellte Grundstimmung. Dass man das Christentum als das Fundament unserer Kultur ansieht, wird auch durch andere Studien bestätigt (Pollack et al.2013). Im Westen Deutschlands sind es drei Viertel der Bevölkerung, die diese Auffassung teilen, in Ostdeutschland immerhin auch eine Mehrheit von 55 Prozent.

Hinduismus, Buddhismus, Christentum und das Judentum werden als friedensstiftend eingestuft und dementsprechend als unbedrohlich empfunden.

Die Hälfte der Deutschen sieht im Islam eine Bedrohung

Betrachtet man nun aber die Einschätzung der Deutschen dem Islam gegenüber, verkehrt sich das Verhältnis zu den vorherigen Angaben in das Gegenteil. Die Hälfte der Westdeutschen und 57 Prozent der Ostdeutschen nehmen den Islam als Bedrohung wahr. Nur knapp ein Drittel im Westen und 21 Prozent im Osten fühlen sich durch den Islam bereichert.

Wahrnehmung von Religionen in Deutschland – Bild: Religionsmonitor 2013, (C) Bertelsmann Stiftung

Eine Vereinbarkeit von Islam und westlichen Werten, wie Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung oder Religionsfreiheit können 41 Prozent im Westen und 34 Prozent in den neuen Bundesländern ausmachen.

Der Islam als eine der Hauptquelle für systematische Verfolgung

Dass die Menschen in Deutschland den Islam zunehmend als Bedrohung wahrnehmen, mag daran liegen, dass diese Ideologie weltweit das aggressivste Auftreten hat. Im aktuellen Weltverfolgungsindex 2012 von Open Doors (metropolico berichtete) führen auf den ersten zehn Plätzen neun muslimisch geprägte Länder die Rangliste an, in denen Christen und Nicht-Muslime verfolgt, unterdrückt und ermordet werden. Der Islam sei als eine der Hauptquelle für systematische Christenverfolgung anzusehen, so Open Doors. Zudem ist der Islam jene Ideologie, die weltweit am stärksten anwächst.

Das Erstarken des Islam mit allen Folgewirkungen wie die Einschränkung der Religionsfreiheit, der Meinungsfreiheit, der Ungleichbehandlung von Frauen und das allgemeine Drängen in alle Bereiche des Lebens kann nicht nur in den Ländern des sogenannten „Arabischen Frühlings“ beobachtet werden.

Aufoktroyierte Rücksichtnahme

Westliche Gesellschaften mit ansteigender muslimischer Bevölkerung werden zunehmend dazu gedrängt, auf muslimische Befindlichkeiten in übergroßem Maße Rücksicht zu nehmen. Ob dies nun im Tolerieren von verstärkten Moscheenbauten, in der Einführung von Islamunterricht an Regelschulen oder in der Einschränkung der Kunst- und Meinungsfreiheit zu tage tritt; Themenkomplex und Mittelpunkt ist die Ideologie des Islams. Ähnliche Befindlichkeiten werden weder beim Hinduismus noch beim Christentum beachtet.

Um der Mehrheitsgesellschaft nun die angeblichen Vorurteile gegen den Islam zu nehmen, wird in der Bertelsmann-Studie, wie auch in den Medien, als Lösung die Beschäftigung mit dieser Ideologie auf der einen Seite und der persönliche Kontakt mit Muslimen auf der anderen Seite angeraten.

Beschäftigt man sich eingehender mit der islamischen Ideologie, zum Beispiel durch das Lesen des Korans oder der Lektüre der Hadithen, kann davon ausgegangen werden, dass die bis dahin eventuell herrschenden Vorurteile einem fundierterem Wissen weichen. Und dieses Wissen über die Grundwerte des Islams dürfte den Prozentsatz jener, die den muslimischen Glauben als bedrohliche Ideologie einstufen, erhöhen.

Mehr als ein Imageproblem

Driftet dann noch die gesellschaftliche Wahrnehmung des Islam und dessen Religionsangehörige diametral zu der medialen und politischen Darstellung auseinander, wird es mehr als deutlich, dass der Islam nicht nur unter einem „Imageproblem“ leidet.

Auch wenn die Mehrheit der Medien, die Islamverbände oder die Sozial- und Migrationsindustrie versucht, die Ablehnung des Islams in der deutschen Gesellschaft als Ergebnis einer negativen „Imagekampagne“ darzustellen, wird die Frage, weshalb ein Teil der muslimischen Mitbürger der aufnehmenden deutschen Gesellschaft extrem negativ bis feindlich gegenüber steht, nicht beantwortet. Ebenfalls unbeantwortet bleibt, weshalb eine massive Gegenwehr von politischen und islamischen Verbänden aufgeboten wird, wenn Unbehangen in der Bevölkerung gegen islamisch motivierte Vorhaben zutage tritt.

Oder wie muss es bewertet werden, wenn in München auf Biegen und Brechen das ZIE-M (Zentrum für den Islam in Europa in München) unter der Führung des umstrittenen Imams Bajrambejamin Idriz und mit Geldern des streng islamistischen Staates Katar, dem die Finanzierung terroristischer Aktivitäten nachgesagt wird, mit brachialer politischer Gewalt versucht wird zu realisieren?

Eines hat diese Studie, wie schon etliche vor ihr offenbart: Der Deutsche „an-und-für-sich“ lehnt weder andere Religionen allgemein, noch die Muslime im besondern ab. Was Ablehnung findet ist die gewaltverherrlichende Ideologie des Islam. Was Ablehnung findet, ist die aufgezwungene Toleranz einer intoleranten Ideologie gegenüber. Was Ablehnung findet, ist das Gleichsetzen von Kritik am Islam mit Rassismus und Ausländerfeindlichkeit. Was Ablehnung findet, ist so zu tun, als ob es hier keinen Diskussionsbedarf gebe. (BS)