Islands Sozialdemokraten sind abgewählt. Die Anti-EU-Partei wird Wahlsieger.

Die Isländer haben entschieden (Bild: pjt56; Quelle: Wikipedia; Rechte:CC-Lizenz;Original: siehe Link)

Island spricht sich für den Machtwechsel aus. Bei den Parlamentswahlen liegt die konservative Mitte-Rechts Partei weit vor den regierenden Sozialdemokraten. Konservative und Liberale wollen als ersten Schritt den geplanten EU-Beitritt stoppen.

Die isländischen Sozialdemokraten verloren die Hälfte ihrer Sitze und kommen zusammen mit den Linksgrünen gerade noch auf 17 Mandate. Somit hat sich Island, wie euronews berichtet, für einen Politikwechsel entschieden und wählte die konservative Partei um den wahrscheinlich neuen Ministerpräsidenten Bjarni Benediktsson an die Macht.

Wir werden Island sehr schnell zum Besseren verändern

Die gerade mal 235.000 wahlberechtigten Bürger Islands zeigten sich bereits im Vorfeld der Parlamentswahlen mehr als unzufrieden mit der bisherigen Mittelinks-Regierung. Die Verteilung der Krisenlast wurde von den Isländern entschieden abgelehnt. Das isländische Volk weigerte sich in einer Volksabstimmung, den Vereinbarungen zur Schuldentilgung an Großbritannien und die Niederlande nachzukommen.

Island sollte bis zu 3,8 Milliarden Euro an die beiden Länder überwiesen, da die dortigen Regierungen heimischen Kunden der 2008 zusammengebrochenen Internetbank Icesave ihre Einlagen erstattet hatten. Dem verweigerten sich die Isländer.

Höchster Lebensstandard und höchste Lebenserwartung

Bis zur Finanzkrise hatte Island einen der höchsten Lebensstandards weltweit. 2008 gab die Regierung Islands an, eine fällige Anleihe in Höhe von 750 Millionen US-Dollar nicht zurückzuzahlen, womit Island de facto zahlungsunfähig war und galt als das Land mit dem größten Risiko eines Staatsbankrotts. Island seien inzwischen laut dem OECD-Bericht beträchtliche Konsolidierungen im Wirtschaftsbereich gelungen und bildet eine solide Grundlage für weitere wirtschaftliche Erholungen. Die Arbeitslosenrate bewegt sich mittlerweile bei 6 Prozent

Die Bankenkrise, wie auch die hohe Verschuldung der privaten Haushalte führte nun zum Regierungswechsel. Für den Fall ihres Wahlsiegs kündigte die konservative Partei an die Beitrittsverhandlungen mit der EU zu stoppen. 2009 votierte eine knappe Mehrheit im isländischen Parlament für ein Beitrittsgesuch an die EU.

Sozialdemokraten wollten aus Verzweiflung in den Euro

Die damalige sozialdemokratische Regierung der heute 70-jährigen Ministerpräsidentin Johanna Sigurdardóttir erklärte diesen Schritt damit, das Land, dessen Währung nach dem Zusammenbruch und der Zwangsverstaatlichung der drei größten Banken völlig am Boden lag, nur noch durch einen Anschluss an die Europäische Union und vor allem den Euro retten zu können.

Die Isländer haben die Alternative für ihr Land ergriffen und sich mit einem eindeutigem Votum gegen ihre sozialistische Regierung und gegen den EU-Beitritt entschieden. (BS)