Demonstration der PdV gegen die Rundfunkgebühr in München

Öffentliche Verbrennung – Demonstration gegen die neue Rundfunkgebühr (Bild: metropolico)

Am Samstag, den 23. März organisierte die PdV (Partei der Vernunft) in dreizehn Städten eine Demonstration gegen die neuen staatlich verordneten Rundfunkgebühren. metropolico war in München vor Ort und beobachtete bei sehr kaltem Wetter die kleine aber inhaltlich feine Demonstration am Odeonsplatz.

Patrick Samborski, Mitglied in der PdV und Organisator der Demonstration, zündete zum Auftakt der Veranstaltung ein Bündel mit Gebührenbescheiden unter dem Beifall der circa 180 anwesenden Mitdemonstranten an.

Land der Tastaturhelden

Einmal mehr war aber auch bei dieser Demonstration zu beobachten, dass Deutschland über viele Facebooktastaturhelden verfügt, die zwar eifrig in die Tasten zu hauen vermögen, aber nicht gewillt sind, bei kälteren Temperaturen sich von den heimischen Bildschirmen aus der warmen Stube zuhause fortzubewegen. So sind von weit mehr als tausend Anmeldern, die über Facebook ihr kommen zugesagt haben, wieder nur ein Bruchteil der Menschen real erschienen. Vielleicht lief ja was spannendes im Fernsehen.

Mäßige Beteiligung bei der PdV-Demonstration (Bild: metropolico)

Samborski, sichtbar nervös aber in seiner Art herzlich, begrüßte die anwesenden Mitdemonstranten. Nach kurzen einleitenden Worten übernahm der stellvertrende Landesvorsitzende der PdV, Marcus Franzen, das Mikrofon. Der körperlich hoch gewachsene Franzen, der sich unter dem niedrigen Bühnendach etwas ducken musste, distanzierte sich deutlich als erstes von eventuell anwesenden NPD-Mitgliedern, die ihr kommen angekündigt hatten. Franzen wies aber auch darauf hin, dass solche angekündigten NPD-Anschlüsse an PdV-Kundgebungen bis jetzt noch nie realisiert wurden, da den nationalen Sozialisten durchaus bewusst sei, dass diese weder erwünscht noch bei einer radikalliberalen Partei wie der PdV akzeptiert seien.

Demonstranten für GEZ-Demo oft weitgereist

Franzen sagte, dass alle der anwesenden PdV-Mitglieder keine Vollblotpolitiker seien und auch keine geborenen Profiredner, sie es aber trotzdem als Minipartei geschafft hätten, die bislang größten Anti-GEZ Proteste ins Leben zu rufen. Franzen bat die Anwesenden, ihm einige Fragen zu beantworten. Bei einer Bejahung seiner Fragen sollten die GEZ-Gegner mit beiden Händen winken. Franzen fragte unter anderem, wer weiter als 50 km von München entfernt lebe. So zeigte sich, dass einige Dutzend Menschen eine weite Anfahrt in Kauf genommen haben, um ihren Unmut gegenüber dem staatlichen GEZ-Modell öffentlich zeigen zu können. Interessant war auch, dass nicht wenige der Anwesenden, auch Franzen selber, bejahend winkten, als dieser fragte, wer denn bereit wäre für staatlichen Rundfunk zu zahlen, wenn dieser optionsweise als kostenpflichtiger Pay per View ausgestrahlt werden würde.

Der Landesvorsitzende der PdV Marcus Franzen (Bild: metropolico)

Noch mehr Hände aber gingen in die Luft, als der sympathische stellvertrende PdV-Vorsitzende in die Runde fragte, wer denn überhaupt nicht mehr Fernsehen schaue. Dutzende Hände gingen nun nach oben und winkten frenetisch, was bei der allgemeinen Qualität des deutschen Fernsehens, sei es staatlicher oder privater Natur nicht weiter verwunderlich ist.

Seichte öffentlich-rechtliche Fernsehsender wollen mehr Geld

Franzen verlas, um die seichte Qualität der öffentlich-rechtlichen zu untermauern, das Programm eines Tages der ARD vor. Den johlenden Mitdemonstranten wurde so intellektuell gehaltvolle Perlen wie „Rote Rosen“, „Brisant“, „Marienhof“ oder „Verbotene Liebe“ aufgezeigt. Franzen bekam für seine mit trockenem Humor gespickten Auslassungen viel Beifall.

Rednerin kritisiert die „Linkspresse“

Als letztes kam das PdV-Mitglied Frau Dr. Zoller auf die Bühne und beklagte die sogenannte Demokratieabgabe als weitere staatliche Zwangsabgabe, denn „nichts anderes ist dies“. Außerdem kritisierte sie wortgewaltig die vollkommen einseitige Berichterstattung, so wörtlich, der „Linkspresse“. Zoller nutzte die Gelegenheit zu einem verbalen Rundschlag zur Steuer-und Abgabenlast. Sie betonte, dass die erdrückende finanzielle Steuerlast den Bürgern keine Möglichkeit mehr zum Leben lasse.

Zum Schluss zogen die Demonstranten, viele mit selbstgebastelten Schildern mit Anti-GEZ Parolen, durch die Münchner Innenstadt.

Auch mit dabei: die Münchener Antifa-Hoffotografen

Einmal mehr spannend zu beobachten war die Anwesenheit der Antifa-Fotografen Tobias Betzler alias Robert Andreasch  und des Ex-Nazis und braunen Liedermachers und jetzigen selbsternannten „Anti-Rechts-Experten“ Felix „Flex“ Benneckenstein. Der ehemalige „nationale Liedermacher“ saß insgesamt 18 Monate seines jungen Lebens im Gefängnis, gründete sogar einst seine eigene braune Kameradschaft.

Auf die Frage von metropolico an Benneckenstein, warum er Interesse an der PdV-Veranstaltung zeige, antwortete dieser, die PdV sei eine „rechtsoffene Partei“, die für marktradikale Positionen einstehe. Auf die „naive“ Nachfrage, ob Benneckenstein etwa die PdV mit der NPD vergleichen wolle (auch wenn diese alles andere als Marktliberal oder überhaupt liberal ist), verneinte er dieses und verglich sie vielmehr mit PRO-Deutschland. Benneckenstein echauffierte sich einige Tage später in einem Artikel im Antifanahen „Zeit“-Blog „Störungsmelder“, dass auch vereinzelt Parolen wie „Freiheit statt Sozialismus“ gerufen wurden. Fraglich ist hier inwiefern Benneckenstein „Sozialismus (nationaler wie internationaler Natur) statt Freiheit“ bevorzugen würde.

Benneckenstein gab auch an, dass er persönlich das zwangsfinanzierte Staatsfernsehen dem angeblich intellektuell so nachstehendem Privatfernsehen deutlich vorziehe. Diese Staatsgläubigkeit nimmt man ihm gerne ab. (TH/FG)