Bankenöffnung in Zypern nur unter verstärkten Sicherheitsauflagen

Am Donnerstag wird mit einem Bankenanstrum in Zypern gerechnet (Bild: Lee Jordan; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link)

Am Donnerstag sollen nach zweiwöchiger Schließung die zyprischen Banken wieder öffnen. Um Unruhen vorzubeugen, wurde eine britische Sicherheitsfirma engagiert.

Am morgigen Donnerstag sollen seit der Schließung am 16. März die zyprischen Banken wieder öffnen. Der zyprische Präsident Anastasiades kündigte am Montagabend Einschränkungen des Kapitalverkehrs an. Um eine Kapitalflucht zu verhindern, werden die Zyprer pro Tag und Person nur einen limitierten Betrag von maximal 1.200 Euro abheben können.

Ebenfalls ist es Einzelpersonen untersagt, mehr als 3.000 Euro ins Ausland mitzunehmen oder pro Monat im Ausland mehr als 5.000 Euro mit Kreditkarten zu bezahlen. Überweisungslimits sollen ebenso eingerichtet werden. Diese, für mindestens eine Woche geltenden Begrenzungen seien jedoch unbestätigt, so die Bildzeitung.

Polizei und Sicherheitsdienste wappnen sich für Bankenöffnung

Die britische Sicherheitsfirma G4S soll rund 180 Mitarbeiter in zyprischen Bankfilialen postiert haben um bei möglichen Unruhen eingreifen zu können. Ebenfalls wird die zyprische Polizei anwesend sein.

Die weltweit führende internationale Sicherheitsfirma G4S sei seit Tagen damit beauftragt, das von der Europäischen Zentralbank in dreistelliger Millionenhöhe übersendete Geld zu verteilen und Bankautomaten wieder mit Bargeld zu bestücken.

Auch Unternehmen fragen verstärkt den Sicherheitsdienst nach und setzen Alarmsysteme und Wachpersonal ein. Der Dienst würden sogar genutzt um Löhne auszuzahlen oder im Ausland Geld an Lieferanten zu versenden.

Angst um Gehaltszahlungen

Die Verunsicherung der Zyprer ist der Angst um das ausstehende Gehalt gewichen. Arbeitgeberverbände warnten am Mittwoch, dass es Betrieben unter den gegebenen Umständen unmöglich sein könnte, Gehälter zum Monatsende auszuzahlen.

36 von 48 befragten Ökonomen sind überzeugt, dass weitere Euro-Länder Hilfen benötigen werden. Als wahrscheinlichste Kandidaten für den Euro-Rettungsschirm ESM wurden Spanien und Slowenien genannt. EU-Politiker hingegen seien überzeugt, dass das Übergreifen auf weitere Euro-Länder verhindert werden kann.

Der Experte der Rating-Agentur Moody’s Bart Oosterveld geht davon aus, dass diese Zuversicht fehl am Platze sei. (BS)