Frankfurts Oberbürgermeister fordert weniger Deutsche in seinen Dezernaten

Frankfurts Oberbürgermeister Feldmann
(Bild: Dontworry; Quelle: Wikipedia; Rechte: Creative Commos; Original: siehe Link)

In den Frankfurter Behörden sind die Einwanderer unterrepräsentiert. Der Oberbürgermeister und Türkei-Freund Peter Feldmann (SPD) sieht Änderungsbedarf, ebenso die Kommunale Ausländervertretung (KAV), die selbst nur 7,9 Prozent der Ausländer in der Stadt repräsentiert.

In der Frankfurter Neuen Presse (FNP) wird Frankfurts Oberbürgermeister Feldmann mit der Aussage zitiert, in der Stadtverwaltung seien Frankfurter mit Migrationshintergrund unterrepräsentiert, sowie mit der Forderung, dies zu ändern. Nimmt man ihn beim Wort, so hieße das, er plane die Zahl der Deutschen in der Frankfurter Stadtverwaltung aktiv zu reduzieren.

Bewerbungsverfahren sollen überwacht werden

In diesem Ansinnen wird Feldmann unterstützt durch die Kommunale Ausländervertretung (KAV). Deren Vorsitzender Enis Gülegen sieht in dem Umstand, dass der Ausländeranteil in der Stadtverwaltung unter dem in der Bevölkerung liegt, eine Diskriminierung der Einwanderer und greift damit die für die Personalentscheidungen zuständigen Dezernatsleiter an. Ob sich der Oberbürgermeister angesichts solcher Beschuldigungen schützend vor seine Behördenleiter stellt, wird nicht berichtet. Ganz offen wird gefordert, dass das Dezernat „Integration und Migration“ mit Befugnissen ausgestattet werden solle, sich in laufende Bewerbungsverfahren der Stadt einzuschalten.

An ergänzenden Informationen ist hierzu erwähnenswert, dass sich die KAV, welche die Einstellung nach nationalen Kriterien verlangt, in Frankfurt zu mehr als 50 Prozent aus Türken und türkischstämmigen Deutschen zusammensetzt. An der letzten Wahl nahmen nur 7,9 Prozent der Wahlberechtigten teil. Über die Hälfte der Stimmen kamen von Briefwählern (bei der letzten Kommunalwahl betrug dieser Anteil etwa ein Fünftel).

„Mega-Power der Integration“

Dass die Türkei dem Frankfurter OB besonders am Herzen liegt, geht auch aus einem Reisebericht aus dem vergangenen Jahr hervor. Wie der Hessische Rundfunk (HR) berichtete, schwärmte Feldmann bei seiner Reise in die anatolische Stadt Eskişehir von der „Mega-Power der Integration“, woraufhin ihn der Bürgermeister der ausgewählten neuen Partnerstadt als „mein Bruder“ bezeichnete und in den Arm nahm. Auch ein Vertreter des Vereins DITIB, deutscher Abkömmling der türkischen Religionsbehörde Diyanet, hatte Feldmann auf dieser Mission unterstützt. (TF)