Leitartikel: Was nicht normal ist, wird von den Grünen normal gemacht

Nur was Volker Beck als schwul ansieht, ist auch wirklich schwul (Bild: Eilmeldung; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link)

Seit gut zehn Jahren arbeiten sich die Grünen am Thema Homosexualität ab. Und ja, die grünen Genossen haben es weit über einen Achtungserfolg hinaus geschafft, der Mehrheitsbevölkerung beizubringen, dass Homosexualität etwas ganz normales sei. Dabei wird gekonnt von grüner Seite die Bedeutung des Wortes „normal“ ignoriert.

Im landläufigen Sinne versteht der „Normalbürger“ darunter durchschnittlich, gewöhnlich, üblich, typisch oder einfach einen Zustand ohne Störungen und Abweichungen vom großen Ganzen.

Insofern kann man bei einem geschätzten homosexuellen Bevölkerungsanteil von drei bis fünf Prozent per Definition wohl kaum von „normal“ sprechen.

Es gibt nur eine Gleichheit – Die Gleichheit vor dem Gesetz

Man sollte doch nun annehmen, dass es sich für Homosexuelle und Lesben erledigt hat, 97 Jahre nach der Affäre um den homosexuellen Kaiser-Günstling Philipp Fürst zu Eulenburg, die die größte Staatskrise des Wilhelminismus auslöste, und 35 Jahre nach der Entschärfung des Paragrafen 175, weiterhin Gewaltmärsche durch die Institutionen anzuführen.

Seit dem 16. Februar 2001 können Homosexuelle ihre Partnerschaft eintragen lassen, den Namen des Partners übernehmen, sind erbberechtigt und unterhaltspflichtig, das Adoptionsrecht für Homosexuelle wurde ausgeweitet. Bei der Wohnungssuche werden Homosexuelle häufig sogar bevorzugt behandelt, da der Vermieter bislang keine Kindergefahr vermuten musste und dem gleichgeschlechtlichem Klientel ein Hang zum gehobenen und gepflegten Lebensstil anhängt, zumindest der schwulen Fraktion.

In nahezu allen europäischen Staaten ist die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung mittlerweile ausdrücklich verboten. Dies ist gerade unter dem Gesichtspunkt der Gleichheit vor dem Gesetz, also jener Gleichheit, die eine freie Gesellschaft allein gewähren kann und die die Voraussetzung der allgemeinen Freiheit ist, zu begrüßen.

Was das Schwul- oder Lesbischsein oder die Kombination aus was auch immer für sexuellen Präferenzen in unserer Gesellschaft angeht, dürfte es der Mehrheit mittlerweile gänzlich egal sein, wer mit wem was tut, solange dies in Einvernehmlichkeit mündiger Menschen geschieht. Hier dürfte eine breite gesellschaftliche Akzeptanz vorherrschen. Aber all das ist kein Beleg für „Normalität“.

Grüne Gesellschaftspolitik fordert Verbot von Therapieangeboten

Grüne Kämpfer wie der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion im Bundestag, Volker Beck, ringen mutig für genau solch eine Normalität. Ganz dem grün-sozialistischen Erfolgsrezept verhaftet, Politik mit der Brechstange unter Zuhilfenahme des Totschlagarguments „Diskriminierung“ durch zu drücken, fordert der bekennende Schwule Beck ein Gesetz zum Verbot von Therapien, die junge Menschen von Homosexualität versuchen zu heilen. Sollte es doch jemand wagen, solch eine Therapie anzubieten, sieht der sozialklempnerische Gesetzentwurf der Grünen-Bundestagsfraktion ein Bußgeld in Höhe von 500 Euro vor.

Dabei hat der Grünen-Geschäftsführer insbesondere evangelikale, katholisch-fundamentalistische und – man höre uns staune – islamistische Gruppen im Visier. Kinder und Jugendliche müssten vor den schädlichen Nebenwirkungen dieser sogenannten Therapie- und Gesprächsangebote geschützt werden. Um dem Gesagten den wissenschaftlichen Anstrich zu verpassen, argumentiert Beck weiter, dass die medizinische Fachwelt solche Therapieangebote, die auf eine Änderung der sexuellen Orientierung abzielten, rundweg ablehnt.

Der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Michael Diener, kritisiert Beck dahingehend, dass dieser grüne Vorstoß nicht der gesellschaftlichen und politischen Diskussion zu Fragen der Sexualethik und der Homosexualität diene. Beck produziere am laufenden Band Feindbilder, die der Wirklichkeit nicht entsprächen und versuche dann anschließend diese selbsterschaffenen Schimären zu bekämpfen.

Man unterstütze die Manipulation der sexuellen Orientierung von Menschen keinesfalls, so Diener weiter. Wenn jedoch Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung Probleme hätten, dann sei es legitim, wenn diese Hilfe auch aus dem evangelikalen Spektrums komme, die durchaus therapeutisch legitimiert sei. Zudem wehrte sich der Theologe gegen eine Reduzierung der Evangelikalen auf das Themenfeld der Homosexualität, so das christliche Medienmagazin pro. Das sei für evangelikale Christen eine „aufgedrängte Debatte”.

Was nicht ist – was nicht sein darf

Dass es diese homosexuellen Hilfesuchenden gibt, wird von Berufsgendern wie Herrn Beck getreu dem Motto „dass nicht ist, was nicht sein darf“ genau dann unterschlagen, wenn es dem eigenen grünen Weltbild nicht entspricht. Im genannten Gesetzesentwurf der Grünen-Fraktion, der unter anderem von den Abgeordneten Claudia Roth, Josef Winkler und Jerzy Montag auf den Weg gebracht wurde, werden die Organisationen „Wüstenstrom“, der „Bund katholischer Ärzte“, das „Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft“ und die „Offensive Junger Christen“ als problematisch benannt. Islamische Organisationen oder gar die namentlichen Aufzählungen von islamischen Organisationen oder Einrichtungen sucht man jedoch in der grünen Klageschrift vergebens.

Die genannte Organisation Wüstenstrom, die nach Eigendarstellung Hilfe zu Fragen in Bereichen der Identität oder Sexualität geben möchte, sieht in dem grünen Vorstoß den Versuch, totalitär andere Meinungen aus dem Diskurs auszuschließen. Volker Beck versuche seine Sicht von Homosexualität durchzusetzen, indem er von unethischen Angeboten der christlichen Organisationen spreche. Beck solle all jenen jungen Menschen, die in Einrichtungen wie Wüstenstrom bislang vorurteilsfrei über ihre Sexualität sprechen konnten und dort Hilfe, Veränderung und Stabilisierung in ihrem Leben erfahren haben, ins Gesicht sagen, dass er ihnen zukünftig solche Möglichkeiten verbieten will. Laut dem Lebensberater von Wüstenstrom habe Beck seit Jahren Gesprächsangebote von Wüstenstrom verweigert.

Nicht nur, dass sich Politiker wie Volker Beck anmaßen, durch Staatskommando traditionsgewachsene soziale Strukturen, Einstellungen und Sitten einer Gesellschaft nach eigenem Gusto umzuformen. Sie versuchen, diese erzwungene Normalisierung zu etablieren – bei Gegenwehr auch unter Zuhilfenahme von Zwangsmaßnahmen wie Stigmatisierung von politisch und sozialpolitisch Andersdenkenden. Wo ein Mensch sich Hilfe holt, sollte dieser Probleme mit seiner sexuellen Ausrichtung haben, ist einzig und allein seine freie Entscheidung. Und ob man dem Glauben anhängt, Homosexualität sei therapierbar, ist ebenfalls nicht hochrichterlich durch Grüne entscheidbar.

Vielleicht aber weht den Becks und Roths der Wind aus einer nicht vermuteten Richtung entgegen. Nicht nur heterosexuelle Deutsche haben zuweilen mit der zunehmenden erzwungenen Normalisierung der Homosexualität ihre Probleme. Es könnten die Homosexuellen selbst sein, denen die gesellschaftlich verordnete Akzeptanz zu weit geht. Dadurch verliert dieser Teil der Bevölkerung die eigenständige, homosexuelle Identität. (BS)