Verfassungsschutz warnt vor steigender Gewaltbereitschaft in salafistischer Szene

Peiner Salafist setzt sich nach Ägypten ab (Bild: en:User:Hajor Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link)

Der niedersächsische Verfassungsschutz beobachtet mit Sorge die Aktivitäten des 24-jährigen Konvertiten Dennis R. aus dem niedersächsischen Landkreis Peine. Vor kurzem reiste der gelernte Automechaniker nach Ägypten aus – um als praktizierender Salafist eine Sprachschule zu besuchen.

Der 24-Jährige Hohenhamelner Dennis R. war zunächst gläubiger und praktizierenden Christ, kam dann aber über das Internet mit dem Islam in Kontakt und konvertierte. Vor rund einem Jahr hatte Dennis R. dann in Hannover auf sich aufmerksam gemacht, weil er gemeinsam mit anderen strenggläubigen Muslimen im Rahmen der „Lies“-Aktion in der Innenstadt kostenlos Ausgaben des Koran verteilt hatte. Mittlerweile nennt sich Dennis R. Abd al-Malik, Diener des Herrn. Seit einigen Wochen lebt der 24-Jährige in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria, um dort eine Sprachschule zu besuchen und Arabisch zu lernen.

Unterstützung erfährt dabei Dennis R. anscheinend von Sven Lau, dem ehemaligen Chef des als fundamentalistisch eingestuften Vereins „Einladung zum Paradies“ aus Mönchengladbach. Dieser lässt Dennis R. bei sich wohnen. Nach einem Bericht des „Spiegel“ will Dennis R. auch im Sommer in Ägypten heiraten. Sein Iman hätte eine Ehe mit einer Braunschweiger Schülerin arrangiert. Diese würde nach Ägypten nachkommen, sobald sie ihr Abitur absolviert hätte.

Präsident des Bundesverfassungsschutztes fordert „klare Kante“  ein

„Wir kennen diese Person und wissen von der Ausreise“, sagte die Sprecherin des niedersächischen Verfassungsschutzes Anke Klein. Laut Klein komme es häufig vor, dass sich Salafisten aus Deutschland in Länder des arabischen Raums absetzten.  Als Zweck der Reise würde dann offiziell angegeben, dass man eine Sprachschulen zu besuchen gedenke oder religiöse Studien  betreiben möchte. „Es besteht dabei die Gefahr einer weiteren Radikalisierung“, sagte die Behördensprecherin.

Auch der Präsident des Bundesverfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen warnte vor dem erstarkenden Salafismus: „Wenn der Staat gegenüber salafistischen Bestrebungen nicht klare Kante zeigt, besteht die Gefahr, dass diese Gruppen weiter wachsen. Es ist denkbar, dass die Bereitschaft zur Gewalt, auch zu Anschlägen, zunimmt.“

Konservative Wählervereinigung sieht sich in ihrer Haltung bestätigt

Die konservative Wählervereinigung „Die Hannoveraner“ bemängelt in einer Presseerklärung, dass die Wählervereinigung massiv wegen ihrer Kritik an der Verteilung von islamistischer Propaganda durch radikalislamische Salafisten, von den Konkurrenzparteien und Teilen der Medien angegangen wurde. So verließen bei der Begründung einer Resolution gegen den Salafismus durch die „Hannoveraner“  im Rat der Stadt Hannover, die Abgeordneten von SPD und Grünen demonstrativ den Saal. Aufgrund der zuletzt eingetretenden Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Salafismus sehen sich die „Hannoveraner“ jedoch einmal mehr in ihrer kritischen Haltung bestätigt.  (TH)