Jeder Dritte bayerische Polizist ist von Gewaltübergriffen im Dienst betroffen

Mehr als jeder dritte Polizeibeamte in Bayern erfährt Gewaltanwendung (Bild: Stefan Füser; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link)

Seit 2011 sind Gewalttaten gegen Polizeibeamte im Dienst um zehn Prozent angestiegen. Mehr als jeder Dritte bayerische Beamte im Polizeidienst war von Gewalt betroffen.

Innenstaatssekretär Gerhard Eck beklagte am Montag die zunehmende Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte bei einer Podiumsdiskussion im bayerischen Friedberg. Laut der Pressemittelung des bayerischen Innenministeriums forderte Eck die konsequente Bestrafung der Gewalttäter.

Rettungskräfte zunehmend Opfer von Aggressionen

„Die zunehmende Gewalt gegen Polizeibeamte und Rettungskräfte ist ein ernsthaftes Problem“, so der Innenstaatssekretär. Seit 2011 seien die Gewalttaten gegen Polizeibeamte um zehn Prozent auf 6.909 Fälle angestiegen. 14.645 Polizeibedienstete waren von physischer und psychischer Gewalt betroffen. „Das heißt mehr als jeder Dritte in der Bayerischen Polizei“, erklärte Eck. Damit wurden 17 Prozent mehr Beamte im Dienst verletzt. 1.918 Polizistinnen und Polizisten wurden seit 2011 im Dienst Opfer von Gewaltanwendungen, 21 Beamte davon erlitten schwere Verletzungen. Als tragischen Höhepunkt wurde der Mord an Polizeihauptmeister Mathias Vieth Ende Oktober 2011 in Augsburg genannt.

Wir müssen die schützen, die uns tagtäglich schützen

Auch Rettungskräfte beklagen Opfer der zunehmende Gewaltbereitschaf zu sein. Wegschubsen, Beleidigungen oder Anspucken würden zum Alltag gehören. “Wir müssen die schützen, die uns tagtäglich schützen und helfen“, so Gerhard Eck. Die Gesundheit unserer Polizisten und Rettungskräfte habe für ihn höchste Priorität.

In Städten und Gemeinden solle Alkoholverbot ermöglicht werden, so Eck. Als mögliche Ursachen für den beängstigenden Anstieg der Gewalt gegen Beamte benannte Eck, das Fehlen von bestimmten Grundwerten wie Respekt und Anstand gegenüber Mitmenschen.

Gerhard Eck (Bild: Michael Lucan; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link)

Er sehe dies als gesamtgesellschaftliches Problem. Dieses Problem müsse gezielt angegangen werden. Besonders erschreckend sei der hohe Anteil alkoholisierter Tatverdächtiger. Immerhin 65 Prozent der Täter stünden unter Alkoholeinfluss. Dieser Trend setze sich auch bei der allgemeinen Gewaltkriminalität fort. Alkohol sei ein Aggressionsverstärker und somit die „Nummer eins“, erklärte der Innenstaatssekretär.

Gesetzentwurf zum Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen wird vorbereitet

Deshalb solle es den Gemeinden ermöglicht werden, zwischen 22 Uhr und 6 Uhr den Konsum von Alkohol auf bestimmten öffentlichen Plätzen zu verbieten. Ein Gesetzentwurf werde vom Innenministerium bereits erarbeitet.

Ebenso sei eine konsequente Bestrafung der Gewalttäter notwendig. Die von Bayern angestoßene Strafverschärfung bei Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte auf bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe sei ein wichtiges Signal. Somit zeige die Gesellschaft, dass diese Angriffe keinesfalls akzeptiert würden.

Der professionellen Aus- und Fortbildung von Polizei- und Rettungskräften sei ein weiterer wichtiger Punkt gezielt auf Aggressionen zu reagieren. Psychologische Betreuung oder Unfallfürsorge müsse hier mit eingeschlossen werden. (BS)