IW-Studie: „Dem Standort D droht Schaden“

Das BASF-Werk in Ludwigshafen: Auch der Chemie-Sektor leidet unter steigenden Strompreisen (Bild: Ralf Engelberger / Engelberger at de.wikipedia; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz 3.0;Original: Siehe Link)

Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) kommt in einer Studie zu dem Schluss, dass die Energiewende zunehmend den Industriestandort Deutschland bedroht. Die hohen Strompreise äußern sich demnach bereits in schwachen Nettoinvestitionen der energieintensiven Unternehmen.

In einer Pressemitteilung teilte das IW am Montag mit: „Die steigenden Strompreise machen nicht nur den privaten Haushalten immer mehr zu schaffen, sondern auch den Industrieunternehmen.“ Diese Entwicklung infolge der Energiewende schade dem Industriestandort Deutschland. Die Unternehmen beklagten demnach „die fehlende Planungssicherheit über die zukünftige Entwicklung des Strompreises und Wettbewerbsnachteile gegenüber ausländischen Konkurrenten.“

Abwanderungswelle würde Volkswirtschaft treffen

Wie das IW informiert, ist Industriestrom in Deutschland 40 Prozent teurer als in Frankreich und immerhin noch 15 Prozent teurer als im Durchschnitt der 27 EU-Staaten. Besonders betroffen von der Energiewende seien energieintensive Sparten wie die Chemische Industrie und die Metallbranche.

„Ein erstes Alarmzeichen für das schwindende Vertrauen in den Standort D sind die äußerst schwachen Nettoinvestitionen der energieintensiven Unternehmen“, stellt das IW fest und warnt vor einer Abwanderungswelle dieser Firmen. Eine solche würde die ganze deutsche Volkswirtschaft treffen, „insbesondere was Wettbewerbsfähigkeit sowie Forschung und Entwicklung angeht“. Denn: „Mehr als 80 Prozent der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes haben energieintensive Lieferanten, gut 40 Prozent arbeiten in engen Netzwerken mit ihnen zusammen.“

Industrie nur mit günstigen Stromimporten wettbewerbsfähig

Um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu wahren, sprechen sich die IW-Forscher für „mehr Wettbewerb und weniger Subventionen auf dem Strommarkt“ aus. Wie das mit den Zielen der Energiewende in Einklang gebracht werden soll, die faktisch nur mit erheblichen Subventionen für so genannte „Erneuerbare Energien“ möglich ist, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor.

Immerhin geben die IW-Forscher einen bemerkenswerten Hinweis: So seien „weitere positive Effekte“ von einem „Strom-Binnenmarkt in Europa“ zu erwarten. Mit anderen Worten: Nur mit günstigen Stromimporten wie beispielsweise Atomstrom aus Frankreich und anderen Ländern könnte die deutsche Industrie trotz Energiewende wettbewerbsfähig bleiben. Fraglich ist dabei nur, worin der Anreiz für andere EU-Länder liegen würde, den teuren, vermeintlich grünen Strom aus Deutschland zu kaufen und damit noch zur Schwächung ihrer eigenen Industrie bei gleichzeitiger Subventionierung der deutschen beizutragen. (ME)