Das Aus der Studiengebühren in Bayern – Volksentscheid steht vor der Tür

Bildung for „free“? (Bild: Stephan Bachmann/pixelio.de; Quelle: pixelio.de; Rechte: pixelio; Original: Siehe Link)

Bayern will bei einem Volksentscheid über die Studiengebühren abstimmen. Die Zehn-Prozent-Hürde scheint genommen.

Seit Mittwochabend deutet alles darauf hin, dass das durch die Freien Wähler initiierte Volksbegehren zur Abstimmung über die Studiengebühren erfolgreich sein wird.

Studiengebühren werden auf alle Fälle abgeschafft

Laut dem Handelsblatt liegt das vorläufige Endergebnis über den benötigten zehn Prozent. In München waren es 11,99 Prozent, in Nürnberg 14,5 Prozent. In der drittgrößten Stadt Augsburg kamen nach Angaben der Augsburger Allgemeinen 12,8 Prozent der Wahlberechtigten in die Rathäuser. In Würzburg waren es gar 18,81 Prozent. Das bayernweite Endergebnis soll an diesem Donnerstag vorliegen.

Falls das Volksbegehren erfolgreich ist, wird es voraussichtlich zum Volksentscheid kommen, bei dem dann alle bayerischen Bürger zur Abstimmung aufgerufen sind. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will die Studiengebühren in Bayern auch bei einem Scheitern dieses Volksbegehrens abschaffen. „Wir schaffen sie in jedem Fall ab, entweder durch den Landtag oder durch das Volk“, bekräftigte Seehofer das Vorhaben laut Welt-Online. Wann der Entscheid stattfinden könnte, steht nach Seehofers Angaben noch nicht fest.

Das staatliche Bildungssystem ist eine Bankrottveranstaltung

Wie metropolico bereits berichtete, werden durch die Abschaffung der Studiengebühren nachweislich die Falschen entlastet. Bevorteilt durch die Abschaffung der Studiengebühren wird jene Schicht, die im staatlichen System bereits erfolgreich ist. Nur sieben Prozent der Kinder aus ärmeren Familien schaffen es dagegen an die Universitäten.

Wie Gerd Habermann, liberaler Wirtschaftsphilosoph und Hochschullehrer konstatiert, ist in Deutschland das Bildungswesen staatsmonopolistisch organisiert. Dieses Bildungswesen zeigt die üblichen Mängel der Staatswirtschaft auf: falsche Anreize, schlechte Koordination mit der realen Nachfrage, Bürokratisierung, Demotivation sowie Anspruchsmentalität der Betroffenen und entsprechende Verschwendung von Ressourcen. „Nulltarife“, namentlich an Universitäten, bedeuten eine Umverteilung von unten nach oben, großzügige Geschenke an Kreise, welche die Ausbildung ihrer Kinder selbst finanzieren könnten. Das deutsche Bildungssystem und die deutschen Universitäten haben an Renommee eingebüßt. Überdies halten die schlecht aufgestellten deutschen Universitäten den Rekord in langen Studienzeiten.

Nicht nur in der Hochschulpolitik zeigt sich, dass der Staat nicht in der Lage ist, produktiv zu arbeiten, weswegen die staatliche Bildungspolitik einer Bankrottveranstaltung gleich kommt. (BS)