Benjamin Mair: Die eisigen Klauen des Linksrucks in der CDU

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Heiner Geißler (Bild: Inforadio; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link)

Wo wäre die Union, ja wo wäre ganz Deutschland, wenn es nicht solche „konservativen“ Vordenker wie Heiner Geißler gäbe. Früher einst ein Konservativer in Fleisch und Blut, der die SPD als die fünfte Kolonne des Ostblocks identifizierte, und heute ein Vorreiter in Sachen Ökologisierung und Sozialdemokratisierung der CDU.Totgerittene Pferde und die Öffnung nach Links

Wie weit das mittlerweile geht, hat Herr Geißler, seit 2007 Mitglied von attac, nun wieder zum Besten gegeben. „Schwarz-Gelb sei ein totgerittenes Pferd“ lässt er uns über die Passauer Neue Presse ausrichten. Auch „bestehe kein Zweifel daran, dass die arbeitnehmerfeindliche Politik der Liberalen“ auf die CDU abfärben würde.

„Deshalb sollte sich die CDU zu den Grünen hin öffnen. So würde man bereits jetzt in fünf weiteren Bundesländern mitregieren“, sprach´s und verschwand wieder in der rot-grünen Gruft ausrangierter, ehemals schwarzer Politiker.

Und wie zu erwarten, fällt die Saat, die er in regelmäßigen Abständen unters Volk streut, auf fruchtbaren Boden. Anstatt nach den wahren Gründen für das schlechte Abschneiden der Union in den vergangenen Landtagswahlen zu suchen, wird lieber dort auf Stimmenfang gegangen, wo es noch Wähler gibt, nämlich im linken Spektrum. Als willfährige Helfer dienen hierbei wieder die Medien jeglicher Couleur.

Bald die selben Wahlergebnisse wie die Grünen?

Es ist wieder einmal das alte Spiel. Mutigen Konservativen wie Vera Lengsfeld, denen das Wort Ideologie fremd ist und die sich auf Vernunft und Ideale berufen, werden ignoriert und verschwinden als Fußnoten im Orkus der deutschen Medienlandschaft, während linke „Konservative“ wie Herr Geißler heilandsgleich als Retter der Union gefeiert und deren Worte wie Nektar und Ambrosia bis zum Rausch direkt von seinen Lippen gesoffen werden – zumindest bis zur nächsten verlorenen Landtagswahl.

Und selbst beim „Kater danach“ wird es nur wieder heißen: Wir haben uns noch nicht weit genug links geöffnet, uns noch nicht genug von der arbeitnehmerfeindlichen Marktwirtschaft distanziert, noch nicht genug in Wirtschaft und Gesellschaft reglementiert, noch nicht genug ökologisch deindustrialisiert. Wir sind immer noch nicht würdig, von der SPD oder gar den Grünen als Koalitionspartner akzeptiert oder zumindest toleriert zu werden.

Aber solange es noch CDU-Mitglieder wie Heiner Geißler gibt, gibt es noch die Hoffnung für viele, dass die Union irgendwann die neuen Grünen sind, wahrscheinlich sogar mit den gleichen Prozenten bei den Wahlen wie die Grünen heutzutage.