Birgit Stöger: Durchgebrannt bis Durchgeknallt

Anfang des Jahres rührte Sigmar Gabriel, ehemalig Niedersachsens Ministerpräsident, ehemaliger Bundesumweltminister und jetziger Parteivorsitzender der ehemals großen SPD, mit Geschichten aus seiner Kindheit und Jugend. Der kleine Sigi hatte arg unter seinem grausam-kaltherzigen Nazi-Vater zu leiden und prägte wohl aufgrund dieses sozialen Kontextes eine Verhaltensauffälligkeit aus, die er dann, so kann vermutet werden, durch den Eintritt in die SPD versuchte zu kompensieren.

Solch tragische frühkindliche Erfahrungen, hier soll das psychische und physische Leiden nicht heruntergespielt werden, mögen eventuell das Verhalten von Sigmar Gabriel bis heute prägen. Man muss es vermuten, wie sonst könnte man sich die politischen Abartigkeiten des ehemaligen Berufsschullehres überhaupten erklären? Obwohl Papier geduldig ist und Rechnerleistung ausreichend vorhanden, wäre man lange beschäftigt. Ob der Fülle des Angebots beschränkt man sich.

Gaby und die unbequeme Wahrheit

Weltuntergangsszenario Klima. Ganz großes Thema für den Großen. Immerhin ist Gabriel im Jahr 2007 Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Mitten im Klimahype singen sich weltberühmte Popstars zum Wohle des bedrohten Klimas ohne Gage in der Konzertreihe Live Earth um den nichtvorhanden Verstand. Und überall dabei: Al Gore! Ehemaliger Vizepräsident der USA und backfrischer Oscarpreisträger. Der Name des Machwerks: „An Inconvenient Truth“ – Unbequeme Wahrheit. Man überschlug sich förmlich mit den Ehrungen und so bekam er neben dem goldenen Männeken als erster Film seit zehn Jahren den Special-Humanitas-Preis für seine besonders gelungene Botschaft an die Menschheit.

Nicht nur die Oscar-Jury ist hin und weg. Nein, auch Gabriel aus dem fernen Germany zeigt sich hoch begeistert. In seiner hysterischen Lobhudelei für Al Gores Machwerk kauft er als deutscher Umweltminister gleich 6.000 Filme ein, um diese, ganz in der staatlichen Bildungsdoktrin verhaftet, unreflektiert und ungeprüft über das deutsche Schulsystem zu streuen. Schulen sollen seine und Al Gores Sicht auf die bevorstehende menschengemachte Klimakatastrophe in die jungen Köpfe unserer Kinder implantieren.

Die Angststarre, hervorgerufen durch Al Gores Katastrophenszenario, hatte sich noch nicht annähernd gelöst, da wurde der von Versicherungen bejubelte demokratische Präsidentschaftskandidat der Propaganda bezichtigt. Das cineastisches Machwerk des selbsternannten Klimapapstes hatte bereits die Form eines politischen Programms erreicht. Die Bedenken wurden sanft formuliert. Al Gore war und ist unter anderem Mitinhaber eines mächtigen grünen Investmentfonds namens „Generation Investment Management, LLC”. In diesem Zusammenhang warfen Kritiker Gore 2009 vor, dass er sich mit einer Doppelrolle als Klimawarner und grünem Investmentfonds-Inhaber in einen – nennen wir es – „Interessenskonflikt“ begeben habe. Denn je mehr er das Klimaproblem öffentlich herausstreicht, desto mehr Kunden könnten sich seinem alternativen Fonds anschließen. Insbesondere wäre dies problematisch, wenn sich später herausstellen sollte, dass die Erwärmungsprognosen deutlich übertrieben sind (der geneigte Leser vergleiche dazu den metropolico Artikel über die Klimalügner).

Klimaskeptiker gab es schon 2007. Hochgeachtete Wissenschaftler betrachteten damals wie heute das ganze Katastrophenszenario als wissenschaftlichen Unfug. Bewiesen indes ist, dass Al Gores Horrorszenarium „An Inconvenient Truth“ mit wissenschaftlichen Fehlern nur so gespickt ist. Darauf wurde Sigmar Gabriel mehrfach angesprochen. Dieser zeigte sich aber unbeirrt im Kampf für sein Egoprojekt und zog es bis heute vor, keine Stellungnahme zu seiner blindwütigen Unterstützung Al Gores abzugeben.

Ein britisches Gericht urteilte übrigens, dass der Al-Gore-Film an britischen Schulen nur noch mit aufklärenden Zusatzerläuterungen gezeigt werden darf. Mein Sohn hingegen wurde noch dieses Jahr verdonnert, im Rahmen des Geographieunterrichts einer neunten bayerischen Gymnasialklasse diesen Unfug, von der Lehrkraft selbstredend unkommentiert, über sich ergehen zu lassen. Soweit die „unbequeme Wahrheit“, Mr. Gabriel.

Ein weiteres Sahneschnittchen

Eines kann man Gabriel indes nicht vorwerfen: Tatenlosigkeit. Wie Ludwig II. von Bayern hemmungslos Schlösser baute, so installierte Gabriel als Oberchef des deutschen Umweltministeriums ebenso hemmungslos bürokratischen Blödsinn. Damals wie heute setzt man zur Realisierung schmissiger Ideen die Steuergelder des Bürgers ein. Eines seiner Glanzstücke: Das EU-weite Glühbirnen-Verbot. Dieser Gipfel an Bevormundungsmanie gegenüber dem EU-Bürger ist dem ideologischen Sozialistenhirn Gabriels entsprungen. Im ersten Halbjahr 2007 hatte Deutschland den Vorsitz im Rat der Europäischen Union inne. Gabriel erkannte das wohl als Aufforderung sowie einmalige Gelegenheit, irgendwie in die Annalen einzugehen, und legte alles daran, in dieser Zeit ohne weitere parlamentarische Diskussionen das Glühbirnenverbot umzusetzen.

Wohl einem „Brandbrief“ gleich, forderte Gabriel den damaligen griechischen Umweltkommissar Stavros Dimas auf, „rasch“ die entsprechenden „Durchführungsmaßnahmen“ einzuleiten. Und so dürfen wir EU-Büttel uns seit dem 1. September 2012 mit Gabriels geistigem Erguss herumärgern. Wie blödsinnig Gabriels Energiesparlampenonanie (von der verheerenden „Ökobilanz“ dieses Leuchtmittels mal abgesehen) wirklich ist, zeigt die Empfehlung des Naturschutzbundes:

„Sollte die Lampe platzen, während sie angeschaltet ist – was nur sehr selten passiert – hilft die Bindung durch Amalgam nicht weiter. Dann gilt die Zusatzregel: Alle Türen zum Zimmer schließen, Fenster öffnen und den Raum für mindestens 15 Minuten verlassen! Und immer gilt: Die Lampenreste sorgfältig mit einer steifen Pappe auf einem Stück Papier zusammenkehren oder mit Klebeband aufnehmen, dann die Stelle, an der die Lampe zerbrach, mit einem kleinen nassen Lappen reinigen. Die Lampenreste, Pappe, Klebeband und Lappen dann in ein Schraubglas zu stecken, dieses verschließen und mit einem Zettel ,Achtung, kann Quecksilberreste von Energiesparlampen enthalten‘ bei den kommunalen Entsorgungsstellen abliefern.“

Wollt ihr das totale Glühlampenverbot?

Unserem Englischgenie und ehemaligen Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten Günter Oettinger (CDU) oblag es nach Einführung des Glühlampenverbots, dieses durchzusetzen und zu überwachen. Mit voller Macht seines Kommissarpostens für Energie in Brüssel führte er doch tatsächlich eine Art Geheim-Polizei ein, die das „totale Verbot“ der Herstellung und des Vertriebs von Glühbirnen durchsetzt. Kommissar Oettinger forderte flächendeckende Kontrollen, um die vollständige Einhaltung zu erreichen. Daraufhin schafften die Bundesländer 50 neue Stellen für Kontrolleure, die nun Land auf, Land ab jeden Verstoß unbarmherzig ahnden sollen.

Zwischenzeitlich aber ist diese unverschämte Bevormundung und Gängelei einigen EU-Untertanen zu blöd geworden und es formierte sich eine Front von Energiesparlampenskeptikern. Diese initiierten bereits eine Petition zur Rücknahme des Gabrielischen Glühbirnenverbots.

Somit sieht man, dass frühkindliche Erfahrungen schrecklichste Auswirkungen auf die Allgemeinheit haben können. Für uns alle wäre es gesünder und kostengünstiger, Sigmar Gabriel einen gut ausgebildeten Seelenklempner zu spendieren, der sich ausgiebig um seine sozialistischen Spinnereien kümmern kann. Wir sollten uns damit beeilen, denn ansonsten droht uns ab Herbst 2013 die linke Volksfront von hinten aufzurollen. Armageddon-Sigi und seine Genossen werden all jenen, die von Untertanengeist und Staatswirtschaft immer noch nicht die Nase voll haben, weiterhin einreden, dass nur Leuchten wie sie, mit noch mehr Macht in den sozialistischen Händen, die Lösung sein können. Entweder es geht uns allen schnell ein Licht auf, oder es wird sehr lange sehr dunkel werden.