Podiumsdiskussion mit Thilo Sarrazin wurde von linken Chaoten angegriffen

Das Verständnis von Redefreiheit und Demokratie der linken Gesinnungsgenossen (Bild: metropolico)

Bei einer Podiumsdiskussion am Mittwoch mit dem ehemaligen Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin im Niedersächsischen Landesmuseum kam es zu tumultartigen Auseinandersetzungen mit linksextremistischen Störern der Veranstaltung. Die Antidemokraten störten die Podiumsdiskussion mit Transparenten, Trillerpfeifen und Beuteln voller Exkrementen.

Der Erfolgsautor des Buches „Deutschland schafft sich ab“ debattierte vor über 200 Zuhörern mit Niedersachsens scheidender Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) und Soumaya Djemai-Runkel (Uni Hannover) über Fehler und Erfolge der Integration in Deutschland. Das Landesmuseum hatte Sarrazin für eine Begleitveranstaltung zu seiner aktuellen Ausstellung „Tabu“ eingeladen. Sie stand unter dem Motto „Tabubruch“. Die Podiumsdiskussion hatte bereits im Vorfeld zu massiver Kritik von linker Seite geführt. Unter anderem erklärten die Grünen, die Veranstalter seien Sarrazin „voll auf dem Leim“ gegangen.

Linkes Demokratieverständnis: „Halt die Fresse, alter Mann“

Gegner seiner Thesen entrollten gleich zu Beginn der Veranstaltung ein Transparent mit dem Slogan „Rassismus ist ein Verbrechen“. Ein weiteres Transparent beleidigte den 67- jährigen Volkswirt mit dem Spruch „Halt die Fresse, alter Mann“. Als andere Zuhörer den Extremisten das Spruchband entreißen wollten, kam es zu einem Handgemenge. Linksextreme Chaoten warfen daraufhin Beutel mit Kot auf den Boden und zerbrachen kleine Flaschen mit Back-Aroma. Mehrfach mussten uniformierte Einsatzkräfte von Polizei, Staatsschutz und dem Landeskriminalamt Störer aus dem Saal abführen.

Thilo Sarrazin bezeichnete es als „Armutszeugnis“, dass die Veranstalter die Krawallmacher zu der Veranstaltung zugelassen hätten. Bei keiner der rund 100 Diskussionsrunden, an denen er bisher teilgenommen habe, sei es zu Störungen dieses Ausmaßes gekommen. Begleitet von weiteren lautstarken Protesten verteidigte jedoch Sarrazin seine Thesen zur Integration. Sein Buch „Deutschland schafft sich ab“ analysiere im sachlichen Tonfall lediglich Fakten und Trends, hob er hervor. „Ich habe ein Bild von Deutschland und seinen Problemen gezeichnet, dass vielen ans Herz geht“, sagte der frühere Berliner Finanzsenator und Bundesbank-Vorstand. Während viele der rund 200 Zuschauer seine Beiträge mit langem Beifall quittierten, reagierten seine Gegner immer wieder mit Pfiffen und lautstarken beleidigenden Zwischenrufen.

Das ist reiner Rassismus!

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Thilo Sarrazin (Bild: Nina Gerlach; Quelle: Wikipedia; Rechte: Siehe Link)

Die türkisch-stämmige scheidende Sozialministerin Özkan kritisierte, dass sich Sarrazins Analyse der deutschen Missstände in der Integration in pauschalen Aussagen erschöpfen würden. Bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt nach der verlorenen Landtagswahl warf sie Sarrazin vor, Ängste zu schüren. „Das ist reiner Rassismus“, urteilte die bekennende Muslima über Sarrazins Ausführungen. „Sie diskreditieren damit das Ansehen Deutschlands in der Welt.“

Laut Özkan seien eine Vielzahl der Grundannahmen und Schätzungen in seinem Buch falsch. Sarrazin sprach sich in der Diskussion für eine Einschränkung des Asylrechts aus. Eine unkontrollierte Zuwanderung zulasten des Sozialstaats müsse verhindert werden. Deutschland könne nicht für das Staatsversagen in anderen Teilen der Welt haftbar gemacht werden. Der ehemalige Berliner Finanzsenator sprach sich für eine kontrollierte Einwanderungspolitik wie in Kanada oder den USA, ein Kopftuch-Verbot in öffentlichen Gebäuden sowie Augenmaß bei der Aufnahme von Flüchtlingen aus.

Nach der massiv gestörten Podiumsdiskussion beschwerte sich Thilo Sarrazin, der als Gast eingeladen worden war, über den Verlauf der Veranstaltung: „Die Veranstalter hatten den Abend nicht im Griff!“ Katja Lembke, Direktorin des Landesmuseums, wies dies jedoch zurück: „An keiner Stelle haben wir die Kontrolle verloren.“ Die konservative Wählervereinigung „Die Hannoveraner“, die im Rat der Stadt Hannover über zwei Mandatsträger verfügt, kritisierte ebenfalls den Verlauf der Podiumsdiskussion. „Die Hannoveraner“ beanstandeten, dass die Polizei es versäumte, offensichtliche Krawallmacher vor dem Eintritt in das Gebäude des Landesmuseums zu kontrollieren und abzuweisen. Als besonders skandalös kritisierten „Die Hannoveraner“, dass sich selbst die Teilnehmer der Podiumsdiskussion bis jetzt nicht von den Attacken der linken Chaoten distanziert haben. Die konservative Wählervereinigung erwartet nun, dass sich die Stadtverwaltung bei der Öffentlichkeit und dem Referenten Sarrazin für die skandalösen Vorfälle entschuldigt. Das sei sie der Stadtgesellschaft schuldig. (TH)