Wind- und Solarstrom aus Deutschland gefährden Versorgungssicherheit des Nachbarn im Osten
Power off!
(Bild: Sebastian Wallroth; Quelle: Wikimedia; Rechte: Creative Commons; Original: siehe Link)

Der deutsche Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz Transmission GmbH hat mit dem polnischen Staat eine Vereinbarung getroffen. Dabei geht es um die Möglichkeit, dass Polen nach eigenem Ermessen elektrische Energie, die in Deutschland produziert wird, von den polnischen Netzen fernhalten kann.

In Polen war es in der letzten Zeit wiederholt zu Situationen gekommen, in denen eigene Kraftwerke gedrosselt werden mussten, um die Netzstabiität zu sichern. Ursache waren plötzlich auftretende Überangebote auf deutscher Seite, bedingt durch die Schwankungen bei der Wind- und Solarenergieeinspeisung. Da man sich in Polen mit eigenem Strom versorgen möchte, hat es Unmut gegenüber der deutschen Praxis gegeben, der man nun mit einer im Dezember getroffenen Vereinbarung begegnen möchte. Wie 50 Hertz berichtet, ist das Ziel, große Phasenschieber zu errichten. Solche Geräte erlauben es, den Stromfluss zu steuern. Vorab soll dieselbe Wirkung durch „virtuelle Phasenschieber“ erreicht werden. Hinter dieser Begriffsschöpfung verbirgt sich „ein koordiniertes Eingreifen in die Fahrweise der Kraftwerke“, also ein fallweises Reduzieren der Leistung bis hin zur Abschaltung.

Bereits vor einem Jahr hatte der Geschäftsführer der Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) gewarnt „Wenn überschüssiger Wind- und Solarstrom nicht mehr ins Ausland abgeführt werden kann, dann wird das deutsche Stromnetz instabiler.

Dieses Szenario ist nun eingetreten. Wirtschaftsminister Philipp Rösler äußerte sich zufrieden über die „praktische Lösung“. (TF)