Frank-Furter Schnauze: Die Einführung des Islam-Unterrichts bedeutet einen Rückschritt

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Islamunterricht – Dient er wirklich der Integration? (Bild: Karl-Heinz Laube; Quelle: pixelio.de)

In der Frankfurter Rundschau (FR) schlägt man Kapriolen vor Freude über die Einführung islamischen Religionsunterrichts. Wenn dort gejubelt wird, ist das schon ein deutliches Zeichen, dass aus bürgerlich-liberaler Sicht wahrhaft Schlimmes im Gange ist. Tatsächlich muss man sich fragen, welch sprichwortlicher Wahnsinn die handelnden Politiker einmal mehr befallen hat.

Wenn die ultralinke Frankfurter Rundschau (FR) die schwarz-gelbe hessische Landesregierung lobt, kann es eigentlich nur um ein Thema gehen: Integration. Zwar sind die großen Parteien bei fast allen Themen bis zur Unkenntlichkeit verschmolzen, so schlimm wie in diesem Feld ist es aber in keinem anderen. Wenn es um Integration geht, scheinen Union und FDP ihre rot-grüne Konkurrenz bisweilen links überholt zu haben.

Von was für einer Integration ist hier die Rede?

Nun also das: Islamischer Religionsunterricht in Hessen. Das sei ein Fortschritt, freut man sich ausgerechnet im linken Lager. In jenem Lager also, dass sich dereinst damit brüstete, für die Aufklärung und wider die (westliche) Religiösität zu streiten. Seit der Islam „zu Deutschland“ gehört, hat sich die Linke in dieser Sache gewendet, wie man es sonst nur von der Kanzlerin kennt: Um 180 Grad.

Islamischer Religionsunterricht würde die Integration fördern, heißt es nun allenthalben. Doch von was für einer Integration ist hier überhaupt die Rede? Integration im Wortsinn ist eine Leistung, die Einwanderer zu erbringen haben. Dazu braucht es keinen irgendwie-gearteten Religionsunterricht. Den brauchten Einwanderer aus anderen Kulturkreisen schließlich auch nicht, um sich zu integrieren. So wie sie keine Gipfel, Konferenzen und Runde Tische brauchten.

Der Integration wahrlich dienlich wäre ein historisch-objektiver, vor allem aber nicht-konfessionsgebundener Religions- und Ethikunterricht, in dem Kinder aller Religion (und Nicht-Religionen) gemeinsam über die guten und schlechten Seiten aller Religionen sachlich aufgeklärt werden. Genau das wäre der Integration im Wortsinn dienlich; während die frühzeitige Aufspaltung der Kinder nach Konfessionen vornehmlich das Gegenteil befördern dürfte.

An öffentlichen Schulen nichts verloren

Doch genau da zeigt sich eine genauso unerwartete wie unheilvolle Allianz: Plötzlich gesellen sich zu den zwangs-toleranten Befürwortern des Islam-Unterrichts die katholische und die evangelische Kirche, deren Vertreter wohl selbst den Teufel nicht so sehr fürchten, wie den Verlust ihres eigenen Religionsunterrichts. Der Grund ist, dass man sehr wohl weiß, welch gewichtigen Einfluss auf die Jugend dieser Unterricht ermöglicht. Lieber spricht man also dasselbe Recht auch anderen Religionen zu, anstatt sich selber davon zu trennen.

Fakt ist: In einem säkularen Staat hat bekenntnis-orientierter Religionsunterricht – ganz gleich, welcher Religion – an öffentlichen Schulen nichts verloren. Dieser Missstand wird nun jedoch nicht abgeschafft, sondern ausgebaut. Und das auch noch unter dem Vorwand, es diene der Integration.

Dass dabei gerade die Ditib, der deutsche Arm der türkischen Religionsbehörde Diyanet, als Partner des Landes Hessen fungiert, ist wohl noch der Gipfel des sorgsam gepflegten Selbstbetrugs. Gerade jene Organisation, in deren türkischer Muttergesellschaft die Diskriminerung von Minderheiten institutionalisiert ist und die hier in Deutschland seit Jahren und Jahrzehnten offensiv wider die Integration türkischer Einwanderer arbeitet, soll nun auch noch per Islam-Unterricht einen mächtigen Zugriff auf hier lebende muslimische Kinder erhalten. Man muss sich fragen, welch sprichwortlicher Wahnsinn die handelnden Politiker einmal mehr befallen hat.

Zu Gast bei Freunden

Doch verwundern kann das nicht. Es ist jener Wahnsinn, der sich offen zeigt, wann immer es in Medien und Politik um den Islam geht. Jener Wahnsinn, der blind macht vor der politischen Dimension dieser Religion, der Brisanz ihrer Überlieferungen, der Gewaltaffinität ihrer Lehre und der Integrationsprobleme, die daraus resultieren. Jener Wahnsinn, der Politiker und Medienvertreter offenbar glauben macht, die islamische Überlieferung über das Leben des Propheten Mohammed ließe sich kleinen Kindern mit bunten Bildchen vermitteln. Am besten noch gemalt von den Handlangern des Re-Islamisators Erdogan, der als türkischer Ministerpräsident über Diyanet und Ditib wacht. Wie gesagt: Wahnsinn!

Aus demokratischer und aufklärerischer Perspektive bedeutet die Einführung islamischen Religionsunterrichts de facto keinen Fortschritt, sondern einen Rückschritt. Aber auch das kann nicht mehr verwundern. Zumindest für das politische und mediale Establishment gilt: Der Islam ist hierzulande – selbst in seiner archaischen Form – zu Gast bei Freunden. Diese Freunde wiederum scheuen jegliche Konflikte, da sie kein Rückgrat haben; und ergötzen sich an ihrer vermeintlichen Toleranz, da sie keine Ahnung haben.

Aber Hauptsache, die Frankfurter Rundschau jubelt. Faktisch ist spätestens dann offensichtlich, dass hier aus bürgerlich-liberaler Sicht etwas Schlimmes im Gange sein muss.