Frank-Furter Schnauze: Jakob Augstein hat von seiner eigenen Medizin gekostet – und sich gehörig daran verschluckt

Ist Jakob Augstein nicht gut bekommen: Die eigene Medizin (Bild: Würfel; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link)

Und immer wieder Jakob Augstein: In seinem neuesten Kolumnenbeitrag auf Spiegel-Online beklagt der Verlegersohn, dass jeder Kritiker der israelischen Siedlungspolitik schon als Antisemit bezeichnet würde. Tatsächlich hat Augstein wohl von seiner eigenen Medizin gekostet – und sich gehörig daran verschluckt.

„Im Zweifel Antisemit?“, lautete die Überschrift einer Replik in dieser Kolumne an die Adresse von Jakob Augstein. Voran gegangen war ein Meinungs-Beitrag des Spiegel-Kolumnisten zum Konflikt zwischen Israel und der Hamas. Die Überschrift des Kommentars an die Adresse Augsteins war nicht ohne Grund als Frage gestellt. Eine Frage, die nicht daher rührte, dass Augstein die israelische Siedlungsolitik kritisierte, sondern daher, dass er in seinem Kommentar – zum wiederholten Male in dieser Sache – außerordentlich einseitig argumentierte; dass er offenbar stets dem demokratischen Staat Israel die Hauptschuld gibt und die palästinensische Terrororganisation Hamas verharmlost und verteidigt. „Im Zweifel links? Oder im Zweifel Antisemit?“ Die Frage steht nach wie vor im Raum.

„Die echten Rassisten und Antisemiten“

Daran ändert auch Augsteins neuester Kolumnen-Beitrag nichts. Im Gegenteil versteckt sich der Verlegersohn nun dahinter, dass schon jeder Kritiker der israelischen Siedlungspolitik als Antisemit bezeichnet würde. Gut möglich, dass der Antisemitismus-Begriff zu leichtfertig verwendet wird. Gut möglich, dass dahinter auch politische Interessen Israels stehen. Doch umgekehrt gefragt: Wird nicht jeder, der den offenkundigen (und wahrhaftigen!) Antisemitismus radikaler Islamisten anprangert, in dieser Gesellschaft automatisch als Rassist (oder neumodisch als „Islamhasser“) gebrandmarkt? Und ist nicht gerade Augstein jemand, der mit dem Rassismus-Begriff inflationär um sich wirft und damit über jeden herfällt, der es nur wagt, bestimmte gesellschaftliche Fehlentwicklungen zu benennen? Steht Augstein nicht in einer Linie mit denen, die sogar bekennende Sozialdemokraten wie Thilo Sarrazin und Heinz Buschkowksy auf verleumderische Weise des Rassismus bezichtigt haben?

„Wenn jede Kritik an israelischer Besatzungspolitik antisemitisch ist, hört Antisemitismus auf, etwas Verwerfliches zu sein. Das freut die echten Rassisten und Antisemiten“, schreibt Augstein aktuell. Mehr als das freut es „die echten Rassisten und Antisemiten“, dass in Deutschland seit Jahren jeder als Rassist beschimpft wird, der nur den Islam kritisiert und auf Probleme in der multikulturellen Gesellschaft hinweist. Denn mehr als jeder andere Begriff hat der „Rassismus“-Vorwurf an Wert verloren. Dass das eine fatale Entwicklung ist, gerade weil sie den wahren Extremisten in die Karten spielt, steht außer Frage.

Von seiner eigenen Medizin gekostet

Jakob Augstein ist nicht nur ein Mitläufer, sondern ein Vordenker des neuen Totalitarismus, der Deutschland flächendeckend erdrückt. Des Totalitarismus, der sich hinter der politischen Korrektheit verbirgt, der sich in ständiger und elendiger Schwarz-Weiß-Malerei zeigt. Bist Du gegen die Euro-Rettungspolitik? Dann bist Du Nationalist. Siehst Du den Islam kritisch? Dann bist Du Rassist. Forderst Du, dass Integration im Sinne der Mehrheitsgesellschaft erfolgt? Dann bist Du Sozialdarwinist. Wünscht Du Dir, dass deutsche Politik deutsche Interessen vertritt? Dann bist Du Chauvinist. Bekennst Du Dich zur Freien Marktwirtschaft? Dann bist Du Raubtierkapitalist.

Das ist der jämmerliche Geist, der sich seit eh und je durch Jakob Augsteins Kolumne zieht. Tatsächlich hat der feine Herr Verlegersohn wohl endlich einmal von seiner eigenen Medizin gekostet – und sich gehörig daran verschluckt. Prost Mahlzeit!