Hessen: SPD und Linkspartei wollen Bestattung nach islamischer Tradition erlauben

Wieder etwas, was nach Sicht der Muslime geändert werden soll: Die Sargpflicht im hessischen Bestattungsrecht (Bild: Damast sv:Järfälla kyrka; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link)

Die hessische SPD hat einen Gesetzentwurf in den Landtag eingebracht, mit dem das Bestattungsrecht neu geregelt werden soll. Der Entwurf sieht vor, die in Hessen gültige Sargpflicht abzuschaffen und Muslimen die Bestattung nur in ein Leichentuch gehüllt zu erlauben. Die Linkspartei unterstützt den Antrag der SPD.

Das Magazin Rhein-Main-Tipp berichtete am Samstag in seiner Printausgabe wie auch im Internet über die Forderung von hessischen Muslimen, das Bestattungsrecht zu reformieren. Nach islamischer Tradition werden Tote nur in ein Leichentuch gehüllt und begraben. Außerdem dürfen Gräber ihrer Meinung nach nicht nach einer bestimmten Frist eingeebnet und neu benutzt werden.

Gesetzentwurf im Landtag

„99 Prozent der Muslime in Deutschland lassen sich deshalb nach ihrem Tod in die Heimat überführen“, erklärte der Offenbacher Imam Mehmet Ergün gegenüber dem Magazin. Seiner Einschätzung nach würde die Zahl der muslimischen Bestattungen in Hessen in die Höhe schnellen, wenn das Gesetz geändert würde. Die hessische SPD hat nun einen Gesetzentwurf in den Landtag eingebracht, mit dem das Bestattungsrecht neu geregelt werden soll. Die Linkspartei unterstützt den Antrag.

Wenig erfreut darüber sind laut Rhein-Main-Tipp Friedhofsmitarbeiter, die schon heute erhebliche psychische Lasten zu tragen haben und im Falle der Beerdigung mit Leichentuch noch schwerer seelisch beansprucht würden. „Selbst hartgesottenste Mitarbeiter könnte sowas mitnehmen“, sagte der Fachbereichsleiter für den Oberurseler Friedhof, Mathias Brand, und forderte in dem Fall die Einstellung von speziell geschultem Personal.

Nur die Muslime fordern Änderung

Darüber hinaus gibt es auch hygienische Bedenken bei der Bestattung eines Toten, der nur in ein Leichentuch gewickelt ist. Auch in der hessischen CDU, die immerhin im Landtag die Regierung stellt, regt sich Widerspruch gegen eine solche Reform.

Tatsächlich können sich Hessen und Deutschland wohl glücklich schätzen, dass nur die Muslime eine Änderung des Bestattungsrechts fordern. Zumindest bislang. Nach hinduistischem Ritus beispielsweise werden Tote erst öffentlich verbrannt, dann die Asche in Flüsse geworfen. Auch das ist in Deutschland verboten. Allerdings sind es einmal mehr nur die Muslime, die mit einer Anpassung ein hier geltendes Recht ein Problem haben, stattdessen die Änderung deutscher Gesetze nach ihrem Gusto fordern. (MP)