Gibt es jetzt auch als Badeversion: Die menschenverachtende „Burka“. Welch Fortschritt! (Bild: AfghanistanMatters; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link)

Eine muslimische Familie aus Frankfurt will mit allen Mitteln verhindern, dass die 12-jährige Tochter gemeinsam mit Jungen am Schwimmunterricht teilnimmt. Nun muss tatsächlich das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über den skurrilen Fall entscheiden.

Am 28. September diesen Jahres fiel das Urteil vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel: Die Klage einer muslimischen Familie aus Frankfurt-Höchst, die aus „religiösen Gründen“ verhindern wollte, dass die 12-jährige Tochter am Schwimmunterricht mit Jungen teilnimmt, wurde abgelehnt. Das Gericht berief sich unter anderem darauf, dass die im Grundgesetz geschützte Religionsfreiheit gegenüber dem ebenfalls in der Verfassung verankerten staatlichen Erziehungsauftrag zurückstehen müsse. Dieser Erziehungsauftrag bestünde auch darin, die Schüler auf ein Leben in der säkularen, pluralistischen Gesellschaft in Deutschland vorzubereiten.

Mit Burkini Teilnahme am Schwimmunterricht möglich

Zudem verwiesen die Kasseler Richter darauf, dass es mit dem Burkini heutzutage ein Kleidungsstück gäbe, das dem Mädchen die Teilnahme am Schwimmunterricht ermöglicht, ohne gegen islamische Vorschriften zu verstoßen, da die Haut des Mädchens mit diesem Kleidungsstück vollständig verdeckt sei. Das wiederum sei zumutbar. Die Klägerin jedoch erwiderte, dass ihr der Glaube auch das Anschauen halbbekleideter Jungen in Badehosen verbiete.

Nun geht der skurrile Fall in die nächste Runde: Die muslimische Familie entschied sich, vor die nächsthöhere Instanz, das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, zu ziehen. Dort also muss nun ein Grundsatzurteil gefällt werden, das den Umgang mit dieser Sache für die Zukunft determiniert. Bemerkenswert ist, dass schon das Kasseler Gericht die Möglichkeit, einen Burkini zu tragen, allen Ernstes in seiner Urteilsfindung berücksichtigte. Denn weder dieses unzeitgemäße Kleidungsstück, noch der Ausschluss muslimischer Mädchen vom Schwimmunterricht, ist der Integration oder dem Zusammenleben in einer modernen Gesellschaft dienlich. Das gilt freilich noch viel mehr für die Einführung eines nach Geschlechtern getrennten Schwimmunterrichts an deutschen Schulen, was einem kulturellen Rückschritt um Jahrzehnte gleichkäme.

Durchsetzung fundamental-islamischer Vorschriften

Doch genau das fordern bezeichnenderweise muslimische Funktionäre wie Deutschlands bekanntester Islam-Lobbyist, Aiman Mazyek. Mit Blick auf eine schriftliche „Handreichung“ mit dem Titel „Islam und Schule“ der Berliner Bildungsverwaltung, in der gefordert wird, den Schwimmunterricht nach Geschlechtern getrennt durchzuführen, sagte Mazyek am Freitag laut Tagesspiegel: „Landesschulgesetze mahnen seit Jahren den getrennten Sport-und Schwimmunterricht aus pädagogischen Gründen an, die mit den spezifisch islamischen Problemen gar nichts zu tun haben. Da geht es um die Bedürfnissen pubertierender Kinder, sich nicht beobachtet oder beschämt zu sehen. Wir haben hier ein erhebliches Umsetzungsproblem.“ Welche „pädagogischen Gründe“ gemeint sind, verschwieg Mazyek freilich. Dass es dem Islam-Lobbyist aber vor allem um die Umsetzung islamischer Pädagogik gehen dürfte, liegt auf der Hand.

Auch Ali Kizilkaya, Vorsitzender des Islamrats, äußerte sich ähnlich: „Besser als ein Urteil wäre ein Angebot. Geschlechtergetrennter Schwimmunterricht sollte doch möglich sein.“ Unmöglich scheint hingegen zu sein, dass eingewanderte Muslime wie alle anderen Einwanderergruppen die in Deutschland geltenden Regeln des Zusammenlebens akzeptieren. Die muslimischen Funktionäre offenbaren somit einmal mehr, dass es ihnen einzig um die Durchsetzung fundamental-islamischer Vorschriften, nicht aber um die Integration in eine weltoffene, moderne, plurale Gesellschaft geht. Interessant wäre derweil die Frage, ob die Verbände auch bei der Finanzierung der Klage der Höchster Familie ihre Finger im Spiel haben. Verwundern würde das kaum.

Skurril genug für eine Gesellschaft im 21. Jahrhundert

Bleibt zu hoffen, dass sich die Leipziger Richter der Tragweite ihrer Entscheidung bewusst sind. Einmal mehr soll die Religionsfreiheit im deutschen Grundgesetz dazu missbraucht werden, Forderungen durchzusetzen, die mit Religion nur wenig bis gar nichts gemein haben, sondern deren Wesen zuvorderst politischer Natur ist. Es geht hier längst nicht mehr um eine Frage des Glaubens, sondern um eine Frage des Zusammenlebens.

In diesem Zusammenhang ist es schon eine Zumutung für jeden aufgeklärten, säkularen Zeitgeist, junge Mädchen sehen zu müssen, die aus archaischen Motiven in ein Kleidungsstück namens Burkini gezwängt werden. Das für sich ist schon skurril genug für eine Gesellschaft im 21. Jahrhundert. (MP)