Wurde vom deutschen Steuerzahler bezahlt – Ablösesummen  (Bild Sami Khedira: Майоров Владимир; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link; Bild Mesut Özil: Benutzer Steindy; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link )

Überweist ein in Deutschland lebender Spanier seiner Schwester in Madrid Geld, erfolgt dies über das Target-System der EZB. Damit werden grenzüberschreitende Zahlungen innerhalb des Euroraums abwickelt.

Das funktioniert natürlich auch, wenn zum Beispiel Mesut Özil 2010 gegen eine Ablösesumme von Werder Bremen nach Real Madrid wechselt. Sami Khedira tat im selben Jahr das Gleiche und wechselte vom VfB Stuttgart zu Real Madrid. Die Ablösesummen: 15 Millionen Euro für Özil und 14 Millionen für Khedira.

Das pikante an diesem Geschäft: Nicht die Spanier bezahlten die stolze Summe von 29 Millionen Euro, sondern die Deutsche Bundesbank tat dies. Somit haben schlussendlich die Deutschen Bundesbürger, also wir, für Özil und Khedira teuer bezahlt.

Das Spielchen funktioniert so: Vor 13 Jahren wurde der Euro als Buchgeld eingeführt. Dahinter stand und steht ein komplexes System namens Target (Trans-European Automated Real-time Gross settlement Express Transfer system). Das Targetsystem war als reines Geldabwickelungssysem angelegt, um zentral europäische Zahlungen und Überweisungen von einem Euro-Land in das andere abzuwickeln. Ende 2007 wurde Target dann von Target 2 abgelöst – alles war wunderbar. Bereits 2010 liefen allein über die deutsche Target2-Komponente Transanktionen von circa 214 Billionen Euro (Quelle ifo-Schelldienst 2011).

Trickreicher Fussballerverkauf

Dazu erteilte die spanische Nationalbank der Bundesbank den Auftrag, in Summe 29 Millionen Euro an Werder und den VfB auszuzahlen. Dabei muss die Bundesbank die Überweisung ausführen und schöpft dafür neues Geld, das der spanischen Nationalbank zufließt. Umgekehrt zieht die spanische Nationalbank Zentralbankgeld ein und vernichtet es in Spanien. Die spanische Notenbank hat nun eine Target-Schuld in Höhe von 29 Millionen Euro an die EZB. Diese Verbindlichkeiten nennt man Target-Salden und werden, sehr geschickt in den Bilanzen der Notenbanken verbucht.

Waren die Target-Salden bis zum Zusammenbruch des Internetbankenmarks Mitte 2007 ausgeglichen, wuchsen sie ab da sprunghaft an. Die Banken der starken Euro-Länder waren verunsichert und verliehen kein Geld mehr. Nun kam die Zeit des grossen Retters: Die EZB sprang ein und weitete die Notenbankkredite aus. Milliardenbeträge flossen an die PIGS – Portugal, Irland, Griechenland und Spanien – von der Öffentlichkeit weitgehends unbemerkt und ohne Legtimierung durch parlamentarische Gremien.

Endergebnis bis jetzt: Die Deutsche Bundesbank sitzt nach eigenen Angaben auf einer Forderung von Target 2- Salden in Höhe von 500 Milliarden Euro an die EZB. Sollten die PIGS zahlungsunfähig werden, die Chancen stehen nicht schlecht, verliert Deutschland circa 250 Milliarden Euro.

Wie Rolf von Hohenhau, Präsident des Bundes der Steuerzahler in Bayern und Präsident der Taxpayers Association Europe richtig bemerkt, haben wir für Özil und Khedira teuer bezahlt, damit diese nun als hervorragende Fußballer von „El Madrid“ ihren Gegnern, unter anderem deutschen Clubs, die Hölle heiß machen können! (BS)