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Von wegen „inhaltliche Auseinandersetzung“: Die letzte Blockupy-Aktion im Mai hatte mit Politik herzlich wenig zu tun, war eher ein illegales Volksfest für linke Aktivisten. (Bild: metropolico)

In Frankfurt findet am Samstag die Fortsetzung der Blockupy-Proteste statt. In einem Zelt am Roßmarkt will das linksextreme Bündnis Wege aus der Krise suchen. Dass es dieses mal tiefgründiger zugehen wird, als im vergangenen Mai, darf bezweifelt werden.

Die Freude unter Frankfurts Linksextremen ist groß: Am Wochenende gehört ihnen einer der zentralen Plätze der Stadt, der Roßmarkt. Dort ist man politisches Übel allerdings bereits gewohnt. Im vergangenen Jahr gaben sich auf demselben Platz zirka 2.000 Steinzeitislamisten die Ehre, um ihrem teutonischem Obermufti Pierre Vogel bei einer so genannten Predigt zu lauschen. Ganz so schlimm dürfte es am kommenden Wochenende nicht werden, skurril wird es aber allemal.

„Über die Krisenpolitik und europaweites Spardiktat aufklären“

So will Blockupy laut einem Bericht im linkslastigen Jugendmagazin Journal Frankfurt unter anderem „über die Krisenpolitik und das europaweite Spardiktat aufklären“. Dazu geben sich auf dem Podium Sozialwissenschaftler Alex Demirovic, Vertreter der Blockupy-Bewegung sowie spanische und griechische Gastredner die Ehre. Mit irgendeinen renommierten Wirtschafts- oder Finanzexperten kann das Bündnis freilich nicht aufwarten. In eigenen Reihen findet sich keiner, alle anderen dürften den Initiatoren derweil politisch und ideologisch nicht genehm sein. Das allerdings beruht mutmaßlich auf Gegenseitigkeit.

So ist der „Star“ am ersten Veranstaltungstag wohl die Bundestagsabgeordnete Sabine Leidig, deren Parteizugehörigkeit (Die Linke) das Journal Frankfurt seinen Lesern vorenthält. Genauso ist dort nicht zu lesen, dass Ledig von 2002 bis 2009 Geschäftsführerin von Attac Deutschland war und gelernte Biologielaborantin ist. Deutlicher könnte sich Blockupy wohl kaum die ökonomische Blöße geben.

Blockupy will „inhaltliche Veranstaltungen“ nachholen

In einem großen Zelt auf dem Roßmarkt will Blockupy „inhaltliche Veranstaltungen“ nachholen, die während der Aktionstage im Mai von der Stadt verboten wurden. Damals hatten sich gut 20.000 linke Aktivisten aus ganz Europa in Frankfurt eingefunden und vornehmlich die Parkanlagen im Bankenviertel belagert. Die „inhaltliche Auseinandersetzung“ konzentrierte sich seinerzeit auf einen Protestmarsch mit anschließendem Saufgelage, untermalt abwechselnd von Musik und Reden, letztere vornehmlich gehalten von ähnlich hoch dotierten „Wirtschaftsexperten“ wie Sabine Leidig.

So viele Aktivisten wie im Mai werden am Wochenende mangels „Rahmenprogramm“ nicht erwartet. Ob sich jedoch, wie im Journal Frankfurt beschrieben, tatsächlich auch nennenswert viele „Bürger“ dazu begeistern lassen, mit Wirtschaftslaien und Linksextremen über die Lösung der Krise fachzusimpeln, darf freilich bezweifelt werden.

Sorge bereitet das gute Wetter

Sorge bereitet in diesem Zusammenhang allerdings das angekündigte, gute Wetter. Nicht nur ortsansässige Banken, sondern auch die Einzelhändler rund um den Roßmarkt täten wohl recht gut daran, einmal mehr ihr Hab und Gut zu verbarrikadieren, bevor es besetzt, beschmutzt, zerstört, entwendet oder sonst wie mit Gewalt einer unerwarteten, nach Gusto der Aktivisten freilich „sozial gerechten“, Verwendung zugeführt wird. (MP)