Der Wut-Europäer erhöht den Druck (Bild: André Luís, Lissabon; Quelle: Flickr; Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe unten)

Am Wochenende kam es in mehreren europäischen Metropolen zu Massenprotesten mit gewalttätigen Ausschreitungen. Grund sind die Sparmaßnahmen der Regierungen. In Spanien, Portugal und Frankreich demonstrierten Zehntausende gegen die Sparpolitik.

In Madrid verlief die Grossdemonstration vorerst friedlich, bis dann in der Nacht zum Sonntag die Kundgebung kippte. Die Polizei versuchte die Menschenmenge aufzulösen und setzte Schlagstöcke und Gummigeschosse ein, als Demonstranten mit Steinen und Flaschen nach den Polizisten warfen. Bereits am Mittwoch kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen.

Feuert sie, feuert sie

Mit solchen und ähnlichen Rufen machten sich die Demonstranten in Madrid Luft über die Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen, sowie über die geplanten Sparmaßnahmen für das kommende Jahr. Sie forderten den Rücktritt des spanischen Ministerpräsident Mariano Rajoy. Die Regierung hatte am Donnerstag für 2013 Einsparungen von 39 Milliarden Euro angekündigt.

Diebstahl an Löhnen und Renten

In Lissabon rief der Gewerkschaftsbundes CGTP Zehntausende zur Demonstration auf, um gegen den „den Diebstahl an Löhnen und Renten“ zu protestieren, so Welt Online. Portugal erhielt im Mai 2011 Notkredite in Höhe von 78 Milliarden Euro. Das Land musste sich im Gegenzug zu massiven Einsparungen und Kürzungen verpflichten. Portugal hat bereits mehr Zeit zur Sanierung des Haushalts zugestanden bekommen.

Volksabstimmung gefordert

Auch Frankreichs Präsident Hollande bekam am Wochenende den steigenden Druck von der Straße zu spüren. Maßgeblich Anhänger von linken Gruppierungen fanden sich am Wochenende zu Großdemonstrationen in Paris zusammen. Nach eigenen Angaben marschierte das Parteibündnis Front de Gauche (Linksfront) mit rund 80.000 Menschen durch die französische Hauptstadt. „Dies ist der Tag, an dem das französische Volk gegen die Sparpolitik aufbegehrt“, erklärte der Anführer des Parteienbündnisses Front de Gauche, das für noch linkere Politik als die regierenden Sozialisten steht. Mit „Widerstands“ – Parolen forderten die Linken eine Volksabstimmung über den europäischen Fiskalpakt, der nächste Woche vom französischen Parlament ratifiziert werden soll.

Finnlands Außenminister Erkki Tuomioja forderte Mitte August 2012 in einem Interview mit der britischen Zeitung „Daily Telegraph“ die europäischen Länder auf, sich auf das Auseinanderbrechen der Euro-Zone vorzubereiten. Er bezeichnete den Euro als eine Gemeinschaftswährung , die wie eine Zwangsjacke Millionen Menschen in Not bringe und die Zukunft Europas zerstöre. Wie die massiven Proteste in Portugal, Spanien und Frankreich zeigen, wird diese Zwangjacke bereits enger geschnürt. (BS)

Artikelbild: Der Wut-Europäer erhöht den Druck (Bild: André Luís, Lissabon; Quelle: Flickr; Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link)