Hat Obama gelogen? (Bild: Barack Obama, White House; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe unten)

Die Obama-Administration ging schon 24 Stunden nach dem Anschlag in Libyen von einer Terrorattacke aus. Der Öffentlichkeit teilte man etwas anderes mit.

US-Präsident Barrack Obama und seine Administration geraten immer mehr in Erklärungsnot. Sehr lange blieben sowohl der Präsident selbst wie auch seine Außenministerin, aber auch die Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen, Susan Rice, bei der Behauptung, bei dem Überfall auf das Konsulat in Bengasi habe es sich um einen „spontanen“ Übergriff gehandelt. Damit führten sie die Öffentlichkeit laut einer Meldung von FoxNews hinters Licht.

Schon einen Tag nach der Attacke wurde laut zwei hochrangigen Offiziellen der Überfall intern als terroristischer Akt gewertet, um so über die für solche Fälle vorgesehenen Ressourcen der Regierung verfügen zu können. Nach Angaben der Quellen von FoxNews sahen die Geheimdienste die Verstrickung der Terrororganisationen Ansar al-Scharia und Al Kaida in die Anschläge auf Botschaften im mittleren Osten als wahrscheinlich an und suchten in Bezug auf die Attacke in Libyen, bei der der Botschafter J. Christopher Stevens und drei Botschaftsmitarbeiter getötet wurden, nach einem konkreten Verdächtigen. Schon das Mörserfeuer, die eingesetzten raketengetriebenen Granaten, der direkte Beschuss mit Handfeuerwaffen und die Tatsache, dass sich am Tag der Angriffe die Anschläge vom 11. September 2011 in New York jährte, machte den Geheimdiensten klar, dass es sich um keine spontane Entwicklung handeln konnte.

Interne und externe Einschätzung der Attentate

Es darf als unwahrscheinlich angesehen werden, dass Obama diese Einschätzung seiner Agenten und Experten nicht kannte. Der Präsident war zwar zuvor schon in die Kritik geraten, da er an weniger als der Hälfte der Lagebesprechungen, die die Geheimdienste täglich dem Präsidenten anbieten, teilgenommen hatte. Zu seiner Verteidigung machte das Weiße Haus geltend, der Präsident lese die Lagedarstellungen der Geheimdienste, wenn er nicht an den  Besprechungen teilnehme.

Doch gegenüber der Öffentlichkeit (metropolico berichtete), aber auch vor dem Parlament, stellte die Obama-Administration den Überfall als eine Eskalation dar, die sich „spontan“ aus einer Demonstration heraus entwickelt habe. So wurde FoxNews durch eine Quelle aus dem Repräsentantenhaus berichtet, CIA-Director David Patreus habe noch drei Tage nach der Attacke gegenüber Mitgliedern des Geheimdienstausschuss die Lage so dargestellt, als ginge  die Regierung von einem Ereignis aus, das sich spontan aus dem gegen das Mohammed-Video entwickelt habe.

Botschafter schon Monate zuvor wegen „islamischem Extremismus“ besorgt

Das Weiße Haus hatte zunächst auch deshalb Auskünfte zu Details bezüglich der Terrorattacke in Bengasi verweigert, da eine Untersuchung durch die Strafverfolgungsbehörde erfolge. Doch damit scheint es die Obama-Administration nicht ganz so eilig zu haben. Bislang sind die Mitarbeiter des zuständigen FBI noch nicht in Bengasi eingetroffen.

Wohl auch daher war es CNN möglich, drei Tage nach der Attacke auf dem kaum gesicherten Gelände des Konsulats ein Tagebuch von Botschafter J. Christopher Stevens zu finden. Der Inhalt und die Aussagen von Zeugen geben die Besorgnis wieder, die Stevens schon Monate vor dem Anschlag hatte. Der Diplomat war wegen der Gefahren in Bengasi und dem von ihm beobachteten Anstieg des „islamischen Extremismus“ beunruhigt. Das angeblich für die Aufstände und Anschläge verantwortliche sogenannte Mohammed-Video dürfte dem Botschafter kaum Anlass für seine Einschätzung gegeben haben. Dieses wurde einer großen Öffentlichkeit erst durch das Hochladen einer arabischen Fassung im September diesen Jahres bekannt. (CJ)

Artikelbild: Barack Obama, White House (Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe Link)