Hoffen und Bangen in der Universitätsverwaltung: Gibt es einen Interessierten für islamische Studien? (Bild: Selby; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe Link)

Das neue Islamzentrum an der Universität Erlangen-Nürnberg wird heute eröffnet. Allerdings werden zwar der bayerische Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) und die neuen Professoren anwesend sein. Allerdings wird eine Gruppe voraussichtlich nicht vertreten sein: Studenten.

Vier Millionen Förderung an Nachfrage vorbei?

Laut einer Meldung der Süddeutschen Zeitung hat sich bis zum Montag dieser Woche nicht ein einziger Student für den Bachelor-Studiengang Islamisch-Religiöse Studien eingeschrieben.

Dies ist allerdings ernüchternd für das Zentrum für islamische Studien, das durch das Bundesforschungsministerium über fünf Jahre mit bis zu vier Millionen Euro unterstützt wurde.

Der bescheidene, oder doch vielmehr nicht vorhandene Andrang auf das Zentrum in Erlangen dürfte sich allerdings auch auf eine Streitfrage in München auswirken. Dort soll mit dem Zentrum für Islam in Europa München (ZIE-M) auf 6.000 qm neben einer Moschee auch eine Akademie zur Ausbildung von Imamen entstehen.

Auswirkungen auf München und das ZIE-M?

Kritiker, wie etwa die Münchner Senioren-CSU unter dem Stadtrat Dr. Reinhold Babor, hatten insbesondere auf das Erlanger Islamzentrum verwiesen. Dieses mache eine weitere Ausbildungsstätte in München überflüssig (metropolico berichtete), die zudem durch Katar finanziert wird, ein streng islamischer Staat der die Scharia anwendet.

Diese Kritiker dürfen sich angesichts der genannten Entwicklung in ihrer Argumentation gestärkt fühlen. Derweil wartet und hofft die Universität Erlangen-Nürnberg darauf, dass sich bis zum Ende der Einschreibungsfrist doch noch ein Student findet – Inschallah. (CJ)

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