Will Vater und Mutter abschaffen. Francois Hollande (links im Bild). Hier mit seiner früheren Lebensgefährtin Ségolène Royal, mit der er vier Kinder hat (Bild: Marie-Lan Nguyen , USAID; Quelle: Wikimedia; Rechte: Public Domain; Original: siehe unten)

Ein von Justizministerin Christiane Taubira vorgelegter Gesetzentwurf sieht die Streichung von Vater und Mutter in staatlichen Dokumenten vor. Das Gesetz erklärt die Ehe zu einer Vereinigung zweier Menschen unterschiedlichen oder gleichen Geschlechts.

Auch der Code Civil, das Pendant und Vorbild für das Bürgerliche Gesetzbuch in Deutschland, wird nach einem Bericht der Zeitung The Telegraph dahingehend abgeändert, dass alle Stellen mit Bezug zu Vater und  Mutter in den Begriff Eltern abgeändert werden.

Volles Adoptionsrecht für Homosexuelle

Homosexuellen Paaren wird im gleichen Maße ein Adoptionsrecht eingeräumt wie heterosexuellen Paaren. „Wer kann behaupten, ein heterosexuelles Paar könne ein Kind besser erziehen als ein homosexuelles, das die besten Bedingungen für das Kind sicherstellt?“, rechtfertigt die Ministerin ihr Vorhaben. „Sicher ist lediglich, dass das Kindeswohl für den Staat oberste Priorität hat.“

Die Gleichstellung homosexueller Paare war eines der Wahlversprechen des mittlerweile zum Präsidenten gewählten Francois Hollande, das nun am 31. Oktober zum Gesetz werden soll.

Katholische Kirche aufgebracht

Der Vorsitzende der französischen Bischöfe, Kardinal Philippe Barbarin, warnte seine Anhänger, die Homo-Ehe könne ein Schritt zur Legalisierung von Inzest und der Mehrehe sein. „Dies kann unzählige Konsequenzen haben. Danach werden sie die Ehe mit drei oder vier Mitgliedern einführen. Und danach wird vielleicht eines Tages das Tabu des Inzest fallen“, erklärte der streitbare Gottesmann dem christlichen Radiosender RFC. Führende französische Katholiken haben ein „Gebet für Frankreich“ mit dem Wortlaut veröffentlicht: „Kinder sollten nicht der Gegenstand für die Wünsche und Konflikte Erwachsener sein, so dass sie voll und ganz von der Liebe ihrer Mutter und ihres Vaters profitieren können.“

Inzwischen hat auch Papst Benedikt XVI. sich der Abschaffung von Vater und Mutter angenommen und hierzu 30 französische Bischöfe nach Rom eingeladen. Gegenüber diesen sagte der Papst: „Wir sehen uns hier einer wirklichen Herausforderung gegenüber, die wir annehmen müssen.“

„Die Familie als das Fundament des sozialen Lebens ist an vielen Stellen bedroht, wenn man von einer falschen Idee von der Beschaffenheit des Menschen ausgeht.“ Es wird abzuwarten bleiben, ob der Sozialist Hollande und sein Justizministerin sich davon beeindrucken lassen. (CJ)

Artikelbild: Will Vater und Mutter abschaffen. Francois Hollande (links im Bild). Hier mit seiner früheren Lebensgefährtin Ségolène Royal, mit der er vier Kinder hat (Bild: Marie-Lan Nguyen , USAID; Quelle: Wikimedia; Rechte: Public Domain; Original: siehe Link)